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Kill Devil Jamaica Hampden 16 Jahre Rum im Test

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Kill Devil Jamaica 16 JahreEr trägt den wohl hippsten und coolsten Namen, der Rum jemals verliehen wurde. Hip und cool, obwohl er bereits Jahrhunderte alt ist. Die Rede ist von Kill Devil. Unter diesem Markennamen schwirren seit kurzem ein paar Einzelfass-Rums auf dem deutschen Markt herum. Darunter: Kill Devil Jamaica Hampden 16 Jahre. Ein karibischer Tropfen, der mich schier umhaut.


Die Flasche kaschiert gut, was sich dahinter verbirgt. Natürlich inhaltlich, vor allem aber optisch. Denn für seine 16 Jahre Fassreifung unter karibischer Sonne ist der Kill Devil Jamaica Hampden 16 Jahre schon recht blass um die Nase. Mit der ersten Note seines Bouquets zeigt er aber wie falsch man liegen kann, wenn man von Farbe auf Aroma schließen möchte.

Wie auch die anderen Einzelfassqualitäten aus gleichem Hause ist auch der Kill Devil Jamaica Hampden 16 Jahre erst seit wenigen Wochen auf dem deutschen Markt erhältlich. In Zeiten, in denen viel über unlautere Herstellungsmethoden bekannter Rum-Marken diskutiert und lamentiert wird, eine gute Wahl das Single Cask-Portfolio auf dem Markt zu platzieren.

Federführend für die Auswahl der einzelnen Fässer, wie eben der des Kill Devil Jamaica Hampden 16 Jahre, ist das schottische Whisky-Haus Hunter Laing & Company Ltd. Der unabhängige Abfüller und Blender aus Glasgow bietet derzeit auf dem deutschen Markt 6 verschiedene Single Cask Rums sowie einen Rum Blend an.

Leider erfährt man über die Reifungsbedingungen dieses Rums nicht viel. Schade, denn gerade bei diesem Rum hätten sie mich sehr interessiert. Trägt das Fass trotz stolzer 16 Jahre aromatisch und farblich nämlich nicht sonderlich viel zum Rum bei.

Tatsache ist, dass der Kill Devil Jamaica Hampden 16 Jahre im Dezember 1998 in Fässer gefüllt wurde. Von den schließlich verfügbaren Flaschen schafften es allerdings nur 316  nach Deutschland.

Wie der Name des Rums bereits vermuten lässt, stammt dieser aus der Hampden Distillery in Jamaica. Jene Brennerei fokussiert sich allerdings nicht nur auf das Rum-Gewerbe, sondern liefert gleichzeitig Backwaren, kosmetische Duftstoffe und das für mich interessanteste: Rum-Ester für Parfüms, Kerzen und andere Duftprodukte.

Man scheint bei Hampden Estate also in mehrerlei Hinsicht Jamaica als Nation der High Ester-Rum-Produzenten alle Ehre zu machen. Und genau das ist es, was mich am Kill Devil Jamaica Hampden 16 Jahre so fasziniert.

DEGUSTATION DES KILL DEVIL JAMAICA HAMPDEN 16 JAHRE

Ich musste das Glas erst vor weißen Hintergrund halten, um mir sicher zu sein, dass dieser Rum tatsächlich etwas Farbe besitzt. Naja, einen Hauch von Farbe. Ich würde ihn fast als klares Destillat mit einem leichten Gelbstich beschreiben. Für einen Rum, der sich 16 Jahre der karibischen Sonne hingeben durfte, ist er sagenhaft hell. Ich vermute daher stark, dass das verwendete Fass im Vorfeld nicht nur einmal benutzt wurde, sondern einige Refill-Einheiten hinter sich hatte. Zudem dürfte es nicht all zu groß gewesen sein. Diese Vermutung habe ich zum einen aufgrund der „Farbe“ und zum anderen wegen dem, was gleich folgt.

Einmal zur Nase geführt, steigt ein Bouquet aus dem Glas, das unfassbar fruchtig ist. Du kannst es dir vorstellen, als würdest du in einen Obststand stolpern. Kirsche! Das Fass leistet hier nicht sonderlich viel Beitrag. Honigmelone! Die Aromen, des Kill Devil Jamaica Hampden 16 Jahre sind alles klassische Ester-Aromen, die während der Gärung entstehen. Birne! Er ist also ein klassischer Sekundäraromen-Rum. Ananas! Das Interessante daran ist, dass er nicht sonderlich komplex ist, er hat nicht viel Körper. Die einzelnen Aromen sind vielmehr grazil, aber ganz klar definiert und erkennbar. So liefert er neben den bereits genannten Fruchtnoten zusätzlich noch etwas Zitrone, Traubentrester à la Grappa, eine gewisse medizinische Note, aber auch etwas leicht störenden Neutralalkohol.

Im Mund ist es nicht viel anders. Es dominieren die Fruchtester. Neben Birne und Apfel kommt hier für mein Empfinden noch sehr schön Banane hervor. Auch hier lebt er von seinen vielseitigen, klar erkennbaren Fruchtnoten. Von Komplexität oder gar kraftvollem Körper kann ich hier definitiv nicht schreiben.

Das Fass hatte sich bis hierher vielleicht etwas als „Weichmacher“ hervorgetan, sonderlich viele Aromen gab es von ihm nicht. Im Nachklang ändert sich dies etwas. Hier erwartet dich eine etwas trockene, leicht herbe Note. Sie erinnert mich etwas an Holz.

Schlussendlich sehe ich den Kill Devil Jamaica Hampden 16 Jahre als spannendsten jamaikanischen Rum, den ich seit langem verkosten durfte. Sehr schön zeigt er, wie eminent wichtig die Auswahl der Hefe und die Fermentationsbedingungen für Aroma und Geschmack eines Rums sind. Die aromatische Hauptarbeit leistet für dieses Destillat die Hefe, das Fass ist nur die Kür.

 Details:

Art: Rum (Melasse)

Alter: 16 Jahre

Jahrgang: 1998

Alkohol: 46 %Vol.

Preis: ~ 85,- Euro à 0,7 l

                                     Region: Jamaica

                         Bottler: Hampden Distillery/Hunter Laing

                              Fazit: 9/10 Punkten


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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4 Kommentare für Kill Devil Jamaica Hampden 16 Jahre Rum im Test

  1. Maximus 14. Dezember 2015 zu 21:05 #

    Da bin ich aber froh, dass ich bereits mit einem Vetreter aus dem 98er Hampden-Batch versorgt bin – und zwar von einem deutschen unabhängigen Abfüller (dessen Name ich nicht nenne, weil ich nicht weiss, ob es erlaubt ist), die das weitaus(!) bessere Preis/Leistungsverhältnis anbieten bzw. angeboten haben.

  2. Marcus 28. Dezember 2015 zu 07:40 #

    Hallo,
    also die meisten Rums, wenn nicht sogar alle, sind nach ihrer Abfüllung ins Fass wohl nach England verschifft worden und lagerten in den Warehouses von Hunter Laing. Neben einem schwachen Fass tat auch das gemäßigte Klima seinen Teil an der Farbe.

  3. Thomas 18. Januar 2016 zu 18:37 #

    weiß jemand wann der offiziele release des Rums in Deutschland war?

  4. Marcus 18. Januar 2016 zu 21:13 #

    Hallo Thomas, das war Anfang November Ursprünglich sollte es Oktober losgehen, aber offiziell war es dann später.

    Schönen Gruß
    Marcus

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