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Elephant Sloe Gin im Test

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Bildquelle: www.sierra-madre.deEs sind knapp 2 Jahre vergangen. 2 Jahre vom Marktstart des Elephant Dry Gin bis hin zu dessen neuem Sidekick, dem Elephant Sloe Gin. Pünktlich zur kalten Jahreszeit will das norddeutsche Unternehmen nun allen Gin-Fans die Schlehen-Variante ins Glas bringen. Das Design des neuen Elephant Gins ist dabei gewohnt stilsicher, aber wichtiger ist die Frage, ob der Inhalt an den Vorgänger heranreicht.


Der Elephant Dry Gin war, als ich ihn Anfang 2014 verkostete, schon eine echte Hausnummer. Seither wechselte das Unternehmen nicht nur den Vertriebspartner für den deutschen Markt, zudem feilte man auch an der Rezeptur bzw. der Idee zu einem neuen Produkt.

Gin-Herstellern stehen dabei eine Hand voll Möglichkeiten zur Verfügung. Lässt man einmal außen vor, dass viele Hersteller auch einen entsprechenden Vodka auf den Markt bringen, sind die Möglichkeiten sein Gin-Portfolio zu erweitern zwar übersichtlich, bieten aber dennoch ordentlich Spielraum. Mehr Volumenprozent, „Barrel Aged“, Distiller’s Cut etc. Oder eben eine neue Kategorie wie im Falle des Elephant Sloe Gin.

Zumal es in diesem Bereich sowohl aus Deutschland als auch international nicht sonderlich viel Konkurrenz gibt.

DEGUSTATION DES ELEPHANT SLOE GIN

Hält man den Elephant Sloe Gin vor weißen Grund, besitzt er eine kräftige Rubin-Farbe. Anders jedoch als jener Edelstein ist der Likör auffallend trüb.

Er braucht meiner Ansicht nach keine Zeit zum Atmen. Einmal im Glas ist er aromatisch sofort voll da. So prescht ein trocken-fruchtiges Schlehen- und Kirscharoma als erstes hervor, dicht gefolgt jedoch von Weihnachtsgewürzen. Auffallend finde ich dabei vor allem Nelke, Zartbitterschokolade und intensives Lebkuchenaroma. Sehr angenehm und zum Marktstart in der Vorweihnachtszeit absolut passend. Allerdings liefert der Elephant Sloe Gin in der Nase in erster Linie direkte Aromen, d. h. Aromen, die sofort erkennbar und präsent sind. Und die zu gefallen wissen. Du darfst ihn also nicht mit einem komplexen Dry Gin vergleichen. Er ist, was er ist. Eben ein Fruchtlikör. Zwar winkt im Hintergrund noch etwas der Wacholder vom Basis-Gin, allerdings wird dieser gelegentlich von einer etwas störenden Neutralalkoholnote überlagert.

Das Erste, was mir beim Elephant Sloe Gin im Mund auffällt, ist seine angenehme Konsistenz. Diese fällt auf, noch bevor ich das erste Aroma entdeckte. Er liegt weich, aber nicht zu ölig auf der Zunge. Zudem ist sein Zuckergehalt moderat und lässt dadurch noch Platz für manche Aromen. So fallen mir hier vor allem 2 Aromen sofort auf: Schlehe und Lebkuchen. Sehr angenehm und bekömmlich, aber aufgrund fehlender Komplexität auch irgendwie etwas unspektakulär. Zudem stört mich etwas der Eindruck von Neutralalkohol, der bereits in der Nase erkennbar war.

Im Nachklang packt er dann nochmals die Weihnachtskeule aus. An dieser Stelle wird wieder deutlich, dass Sloe Gin mit herkömmlichen Gin häufig nicht mehr als den Namen gemein hat. Der Elephant Sloe Gin liefert hier keinen Wacholder, dafür aber Glühwein und Schlehe satt.

So ist der neue Schlehen Gin durchaus ein passender Tropfen für kalte Tage. Als echten Kracher wie seinen Vorgänger, würde ich den Elephant Sloe Gin allerdings nicht beschreiben. Sowohl aromatisch als auch hinsichtlich des Preises. Zumal er mit rund 36,- Euro für die 500 ml-Flasche bereits im Premium-Segment mitspielt. Im Premium-Segment für Dry Gin.

Details:

Art: Sloe Gin

Alter: k. A.

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 35 %Vol.

Preis: ~36,- Euro à 0,5 Liter

Region: Mecklenburg-Vorpommern

Bottler: Elephant Gin

Fazit: 6/10 Punkten


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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Ein Kommentar für Elephant Sloe Gin im Test

  1. kallaskander 29. Dezember 2015 zu 10:06 #

    Hi there,

    „Sloe Gin
    Sloe Gin ist die übliche englische Bezeichnung für Schlehenlikör und umfasst sowohl selbst hergestellte wie auch kommerziell vertriebene Produkte.

    In der Europäischen Union ist Sloe Gin als ein Likör mit einem Alkoholgehalt von mindestens 25 % Vol. (andere Liköre: mindestens 15 % Vol.) definiert, der durch Mazeration von Schlehen(früchten) entsteht.

    Dabei ist die Zugabe von Schlehensaft möglich. Ansonsten dürfen lediglich natürliche Aromastoffe und Aromaextrakte verwendet werden.
    Wie jeder Likör muss auch Sloe Gin einen Mindestzuckergehalt entsprechend 100 g Invertzucker pro Liter aufweisen, ist aber oft weniger süß als andere Fruchtliköre.

    Anders als der Name andeutet, muss zur Herstellung kein Gin verwendet werden, wie es früher der Fall war (daher der Name); es genügt Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs. Viele Hersteller verwenden jedoch nach wie vor noch echten Gin.

    Sloe Gins waren lange in Vergessenheit geraten, erfreuen sich aber in jüngster Zeit wieder zunehmender Beliebtheit und werden von verschiedenen Herstellern angeboten, darunter Gordon’s (26 % Vol.), Boudier (25 % Vol.), Cowen (26 %), Hayman’s (26 % Vol.), Plymouth (26 % Vol.) und das Münchener Unternehmen The Bitter Truth (28 % Vol.).
    In Dorstone (Herefordshire) gibt es jedes Jahr im Januar eine Sloe Gin Competition (Sloe-Gin-Wettbewerb), bei dem Preise für selbst angesetzte Sloe Gins vergeben werden.
    Ein bekannter Cocktail mit Sloe Gin ist der Sloe Gin Fizz.“

    Sagt Wikipedia. Ich denke, das ist Kommentar genug. Auch zum Monkey Sloe Gin.

    Greetings
    kallaskander

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