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Wood n Wodka im Test

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Bildquelle: Wood N Wodka

Mit dem Wood n Wodka zog eines der neuesten Berliner Start Ups vergangenen Herbst ihre Idee auf Flaschen. Das Ziel: einen Vodka mit Raucharoma. Der Weg: Räuchern mit verschiedenen Hölzern. Grundsätzlich ja auch keine schlechte Idee, finden rauchige Spirituosen stetigen Zuwachs und eingefleischte Fans. Inwieweit der Wood n Wodka hier mitspielen kann, konnte ich mir die vergangenen Tage ansehen.


Hätte ich nur einen Begriff zur Verfügung, um das neueste Berliner Produkt zu beschreiben, es wäre „maskulin“. Purer Alkohol und Raucharoma als würde man über einen kalten Grill lecken.

So finde ich die Grundidee des Wood n Wodka auch gar nicht mal schlecht, erweitert es den sensorischen Horizont eines Spirituosen-Enthusiasten ungemein. Zumal Raucharoma in der Szene sowieso eines der begehrtesten Noten ist. Egal, ob Mezcal, Scotch oder Rum.

Im Falle des Wood n Wodka liefert das gleichnamige Berliner Start Up ein Destillat ab, bei dem jedoch die Rauchquelle eine gänzlich andere ist. Man verwendet nicht wie bei Scotch Torfballen zum Trocknen des Getreides, auch stammt es nicht wie bei Mezcal aus der Verarbeitung der Agaven, für den Wood n Wodka räuchert man schlicht und im alten Stil. Holz her, Feuer an und ab in den Vodka.

Hierfür bezieht das Unternehmen von Extern seinen Basis-Vodka und räuchert diesen in Eigenregie mit diversen Hölzern.

Ob dies der große Heilsbringer aller Fans rauchiger Destillate ist oder nur ein gut gemeinter Ansatz… ab den Korken und reingeschaut.

DEGUSTATION DES WOOD N WODKA

Das Produkt selbst kommt in bauchiger Standardflasche und schickem schwarzen Wachsverschluss daher. Allerdings ist das Wachs recht spröde, sodass es zwar leicht zu entfernen ist, man aber auch Schaufel und Besen bereitstellen sollte. Bevor ich den ersten Schluck ins Glas goß, ging es also erstmal ans Putzen.

Schaut man sich den bronzenen Flascheninhalt etwas genauer an, entdeckt man ein kleines Stück Holz. Ein nettes Gimmick, das auch optisch den Holz-/Rauchcharakter des Wood n Wodka unterstreichen soll.

Als ich den geräucherten Vodka zur Nase führte, knallte mir eine Duftwolke entgegen, die erstmal nach Pause schreit. Mein erster Gedanke war: „Der Name Wood n Wodka ist Programm“. Einfach aus dem Grund, da er in der Nase genau 2 Aromen liefert: Alkohol und kompakten, kalten Rauch. Der Kunde bekommt also exakt das geliefert, was der Hersteller verspricht. Allerdings konnte mich das Bouquet des Wood n Wodka aus 2 Gründen nicht überzeugen. Zum einen sticht der Vodka nicht mild und weich hervor bzw. hält sich verdeckt im Hintergrund, sondern ist durch eine etwas scharfe Neutralkoholnote eines der prägenden Noten in der Nase. Hinzukommt der kalte Rauch. An sich finde ich die Idee sein Destillat klassisch zu räuchern, äußerst spannend. Allerdings hat der Wood n Wodka für meinen Geschmack ein zu flaches Raucharoma. Das heißt, man hat tatsächlich den Eindruck man lecke über einen kalten Grill. Es riecht etwas wie eine Eckkneipe am Morgen nach einer langen, verrauchten Nacht. Das ist zwar im ersten Moment spannend, aber nicht mehr im zweiten. Es fehlt Komplexität, Raffinesse.

Anders als in der Nase hält sich der Vodka im Mund dezent zurück. Er wirkt mild und legt sich weich auf die Zunge. Nach wenigen Momenten kommt auch hier wie erwartet die Rauchkeule. Genau wie in der Nase liefert diese auch hier einen ersten Wow-Effekt. Im zweiten Moment fehlt es dem Wood n Wodka aber auch hier deutlich an Hintergrundaromen, irgendetwas neben dem Rauch. So wirkt es auf Dauer monoton. Die Aromen sind relativ schnell erkannt und durchforscht.

Im Nachklang blitzt schlicht noch für einen kurzen Moment ein Hauch Vanille durch. Der Vodka sorgt auch hier wieder für ein weiches Gefühl auf der Zunge und der Rauch,  nun ja, der macht genau dasselbe wie zuvor. Blitzt kurz und heftig auf.

Der Wood n Wodka ist durchaus ein spannendes Produkt. Zumal hier das Thema Rauch-Spirituose von einer nicht gängigen, aber dennoch klassischen Sichtweise angegangen wird. Wie aber auch allein das Trocknen/Aromatisieren von Gerste mit Torffeuer noch keinen guten Scotch macht, ist auch das alleinige Räuchern eines Vodkas nicht der aromatische Schlusspunkt.

Details:

Art: Vodka

Alter: k. A.

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 40 %Vol.

Preis: 41,90 Euro à 0,5 Liter

Region: Berlin

Bottler: Wood n Wodka

Fazit: 5/10 Punkten


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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Ein Kommentar für Wood n Wodka im Test

  1. robert köcke 30. Dezember 2015 zu 16:17 #

    Guten Tag,

    das Problem mit dem Wachs am Flaschenhals ist uns auch ein Dorn im Auge gewesen.

    Nun wird ab Januar nur noch Softwachs zum Einsatz kommen.

    Wir schauen zwar auch mit einem weinenden Auge dem alten Wachs hinterher, aber müssen auch recht geben, ohne Besen und Schaufel geht sonst nichts.

    Hat uns aber spass gemacht das seltene Siegel mit einem amtlichen Schlag am Kopf gegen die Tischkante, zum öffnen zu zwingen. Gruss WOOD N WODKA TEAM

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