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The Real McCoy 5 Jahre Rum im Test

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Bildquelle: spiritofrum.com

Seit wenigen Monaten auf dem deutschen Markt erhältlich, platzt die Rum-Serie The Real McCoy direkt in die Diskussion um Integrität und Authentizität der Rum-Industrie. Den Rum-Fan überzeugen, will die Marke dabei mit 3 Qualitäten. Was dabei der 5-jährige, mehrfach ausgezeichnete Real McCoy tatsächlich unter der Haube hat, konnte ich mir kürzlich selbst ansehen.


Wenn eine Marke direkt oder indirekt mit einer der prägendsten Zeiträume für den US-Alkohol-Konsum verbandelt ist, ist dies ein nettes Marketing-Werkzeug. So auch bei Real McCoy Rum.

In den frühen 20er Jahren des 20. Jahrhunderts – die US-Prohibition hat gerade so richtig Fahrt aufgenommen – machte sich Kapitän Bill McCoy laut Unternehmensangaben einen Namen als erster „Rum Runner“, als Rum-Schmuggler. Er folgte einer Handelsroute von Barbados nach New York City bzw. 3 Seemeilen vor dessen Küste. In den ersten Jahren der US-Prohibition galt das Alkoholverbot bis einschließlich 3 Meilen von der US-Küste entfernt. Darüber hinaus war der Handel mit alkoholischen Produkten wieder legal.

Heute wird der Real McCoy Rum in der Foursquare Distillery auf Barbados sowohl in Column- als auch Pot Stills destilliert. Anschließend reifte er in Ex-Bourbon Fässern zwischen 3 – 12 Jahren.

DEGUSTATION DES REAL MCCOY 5 JAHRE RUM

Hält man den Real McCoy 5 Jahre vor weißen Hintergrund, so zeigt er eine angenehm warme Safran-Farbe.

Bevor man das Glas erstmals zur Nase führt, sollte man diesem Rum ein paar Minuten Zeit geben. Wenige Male schwenken und dann ruhen lassen. Beginnt man ohne die Ruhephase sofort mit dem Nosing, besitzt der Real McCoy 5 Jahre eine leicht störende Alkoholnote. Sobald diese jedoch etwas abgeschwächt ist, haut er einer ordentliche Palette an Aromen aus dem Glas. Vanille, Honig, Popcorn, Karamell, Rum-Aroma und die eine oder andere Frucht. Letzteres erinnert mich etwas an reife Kirschen, Orangen und einen Hauch Mango. Beim Bouquet des Real McCoy 5 Jahre fällt auf, dass es von sehr direkten Aromen lebt. Das heißt, sobald er einmal aus dem Glas steigt, geschieht dies wuchtig. Er wirkt schwer. Und dennoch: Dem Bouquet fehlt es an Komplexität und Raffinesse. Ich hatte das Gefühl, diese Aromen schon unzählige Male im Glas gehabt zu haben.

Im Mund ist die auffälligste Eigenschaft dieses Rums sein „Gewicht“. Er legt sich schwer auf die Zunge. Dies ist nicht zuletzt auch seinem recht niedrigen Alkoholgehalt von 40 %Vol. geschuldet, was ihn äußerst ölig macht. Als ich mit dem Real McCoy 5 Jahre im Mund etwas spielte, einige Male durch die Nase ein- und ausatmete, zeigten sich exakt 2 Aromen: Holz und Vanille. Beides im Überfluss. Hinzukam eine markante Süße, die ihren Teil zur öligen Konsistenz beitrug.

Der Nachklang, den dieser Rum im Mund hinterlässt, kann bildlich gut mit 2 übereinander liegenden Schichten beschrieben werden. Die unterste ist der Alkohol, der gelegentlich durchlugt und in einigem Abstand darüber sind direkte Aromen wie Vanille, Tabak und Holz. Dazwischen gähnende aromatische Leere.

Den Real McCoy 5 Jahre würde ich nicht unbedingt als schlechten Rum bezeichnen. Er hat keine auffallend störenden Alkoholnoten, geschweige denn Fehlnoten. Allerdings ist er in meinen Augen ein austauschbarer Rum, das heißt ein Destillat ohne Wiedererkennungswert. Ein Standard-Rum, der kaschiert, was dieses Genre aromatisch eigentlich drauf hätte.

Details:

Art: Rum (Melasse)

Alter: 5 Jahre

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 40 %Vol.

Preis: ~ 40 Euro à 0,7 Liter

Region: Barbados

Bottler: Foursquare Distillery/The Real McCoy

Fazit: 5/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

3 Kommentare für The Real McCoy 5 Jahre Rum im Test

  1. Maximus 12. Januar 2016 zu 12:13 #

    Naja, wenigstens sind 40€ für einen 5-jährigen Rum günstig… Moment mal…

  2. Maddin 12. Januar 2016 zu 13:52 #

    Die Foursquare Leute werden ne Lohnabfüllung wohl kaum zu Konditionen produzieren, welche es dem Auftraggeber es ermöglichen das Produkt zu einem Preis auf den Markt zu bringen, welcher den Hauseigenen Produkten Konkurrenz machen könnte. (Referenz Doorleys XO für ca. 25€)
    Und bei Rum den Preis auf das Alter zu beziehen ist immer problematisch. 40€ für nen 5 Jahre alten Martinique Rhum (weil hier sicher mindestens 5 Jahre wenn angegeben mit tropischer Reifung) wären z.B. voll in Ordnung.

  3. Dir 13. Januar 2016 zu 11:59 #

    Der Preis liegt bei 35.-€ / 36.-€.

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