Glenmorangie Milsean Scotch Whisky im Test » Eye For Spirits

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Glenmorangie Milsean Scotch Whisky im Test

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Glenmorangie Milsean

Es war im vergangenen August als das Label zu Glenmorangies neuestem Sprössling im Web kursierte. Der als Glenmorangie Milsean bezeichnete Single Malt Scotch sollte die siebte Qualität in der hauseigenen Private Edition-Serie werden. Nun steht er offiziell kurz vor seinem Marktstart. Wir konnten ihn vorab unter die Lupe nehmen und schauen, ob sich der Kauf lohnt.


Als Teil der jährlich erscheinenden Private Edition zeigt sich die Highlands-Brennerei Glenmorangie individuell. Manchmal durch ein wirkliches Whisky-Kuriosum, manchmal durch ein altbekanntes Finishing-Experiment. In den letzten Jahren aber meist immer ohne konkrete Reifungsangaben.

Im Falle des neuen Glenmorangie Milsean, der am 28. Januar erscheinen wird, verlässt sich das Unternehmen auf Altbekanntes. Auf Altbekanntes, mit dem man in der Vergangenheit bereits hervorragende Whiskys produzierte. Die Rede ist vom Nachreifen in ehemaligen Weinfässern.

Zu Herstellung des Glenmorangie Milsean kommen zunächst Ex-Bourbon-Fässer zum Einsatz. Anschließend bekommt der Malt Whisky noch einen aromatischen Anstrich aus ehemaligen portugiesischen, stark getoasteten Rotweinfässern. Um welche Rebsorte es sich dabei im Detail handelt, erfuhren wir ebenso wenig wie die exakte Reifungsdauer.

DEGUSTATION DES GLENMORANGIE MILSEAN

Die Farbe des Glenmorangie Milsean besitzt einen ansehnlichen Senf-Ton.

Egal, ob man diesem Scotch Zeit zum Atmen gibt oder unmittelbar mit dem Nosing beginnt, auf das Bouquet hat dies keine Auswirkungen. Zumindest war dies mein Eindruck als ich beide Varianten miteinander verglich. So sind die Aromen, die der Glenmorangie Milsean in die Nase bringt, äußerst grazil. Es ist definitiv kein Whisky, der einem sofort eins auf die Zwölf gibt, kein Whisky für ein kurzes Vergnügen. Er hält sein Bouquet deutlich zurück und man muss aktiv danach suchen. Aus diesem Grund sollte man den Glenmorangie Milsean nicht unterhalb Raumtemperatur verkosten. Zu niedrige Temperatur bügelt die feinen Nuancen völlig nieder. Macht man es ihm allerdings warm und gemütlich, dann wird die Nase mit der Glenmorangie typischen Milde belohnt, gespickt mit verschiedensten Früchten, Karamell und Honig. Wenn man aktiv danach sucht, findet man zudem Rotwein-Nuancen aus den verwendeten Fässern. Alles in allem also ein widerborstiges aber raffiniertes Bouquet.

Eine echte Hausnummer ist der Glenmorangie Milsean im Mund. Nicht unbedingt, weil er mit Aromen wild um sich schmeißt, sondern aufgrund seines Mundgefühls. Es fühlt sich an, als würde sich etwas Seide auf die Zunge legen. Im Hintergrund bekommst du zwar noch etwas Vollmilchschokolade, Honig und Karamell, für eine Private Edition von Glenmorangie, die sich aromatisch auf die Fahnen schreibt „[…](in) Erinnerung an einen traditionellen Süßwarenladen[…], hätte ich hier aber schon etwas mehr aromatische Komplexität erwartet.

Wie von Glenmorangie nicht anders zu erwarten, verabschiedet sich auch der Milsean äußerst weich vom Gaumen. Ein wahres Vergnügen. Allerdings hätte es hier neben der dezenten Süße noch ein oder zwei Aromen geben dürfen. Dies hätte ihm etwas mehr Individualität verliehen.

Zusammenfassend ist der Glenmorangie Milsean ein durchaus spannender Single Malt Scotch. Es gibt keinen großen Minuspunkt, für einen Vertreter von Glenmorangies limitierter Private Edition allerdings auch zu wenige Pluspunkte. Es ist ein Whisky, den man sich abends zur Erholung gönnt, ohne dabei auf große Aromen-Jagd gehen zu wollen.

Details:

Art: Single Malt Scotch Whisky

Alter: k. A.

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 46 %Vol.

Preis: 83,- Euro à 0,7 Liter

Region: Highlands/Schweden

Bottler: Glenmorangie/Moet Hennessy

Fazit: 7/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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Ein Kommentar für Glenmorangie Milsean Scotch Whisky im Test

  1. kallaskander 4. Februar 2016 zu 14:22 #

    Hi there,

    http://malt-review.com/2016/02/04/glenmorangie-milsean/

    ein schöner Beitrag über die schöne neue whisky Welt, storytelling und hohle Produkte ohne Seele und Inhalt.

    Lesenswert.

    Greetings
    kallaskander

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