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5 hochwertige Mojito-Alternativen, die du probieren solltest

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Bildquelle: © Artem Shadrin/Fotolia

Der Mojito hat als Cocktail das geschafft, was dem Gros an Mixgetränken verwehrt bleibt. Er hat sich ins Bewusstsein ganzer Bevölkerungsschichten als Inbegriff eines Sommer-Drinks gebrannt. Dabei ist es durchaus ein spannender Drink, dessen Popularität letztlich aber viel mit Emotionen und Fantasie zu tun hat. Unbekannter aber teils raffinierter sind hingegen folgende 5 Mojito-Alternativen.


Einen Sommer-Drink zu kreieren ist nicht schwierig. Ein Sommer-Drink zu kreieren, der sich über Jahrzehnte in der Cocktail-Literatur festbeißt wie ein Parasit in seinem Wirt, ist hingegen eine Meisterleistung. Das Dumme daran: der Urheber bekommt dies nur selten mit.

Denn anders als bei modernen Erscheinungen wie dem Aperol Spritz stecken hinter den meisten sommerlichen Drinks keine durchorganisierte Marketing-Abteilung. Auch steckt kein einzelnes Produkt dahinter, dem ein entsprechender Signature-Drink zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen soll.

Die Erfolgsgeschichte des bekanntesten Minz-Highballs, dem Mojito, basiert nicht auf einer einzelnen profanen Aktion. Es ist vielmehr die Summe verschiedener Ursachen, deren wichtigste das Fernweh nach karibischem Strandgefühl ist. Der unterbewusste Wunsch nicht vielleicht doch lieber unter kubanischer Sonne zu sitzen, von Zigarrenduft umnebelt zu werden und den alten Caddys beim Vorbeifahren zu zusehen.

Genau diese unterbewusste Sehnsucht ist eines der Gründe, für den immensen und langanhaltenden Erfolg des Drinks. Ist der Mojito immerhin Kubas National-Cocktail. Nun gut, Unterstützung von berühmten Persönlichkeiten ist aber auch für die Popularität eines Cocktails nicht schlecht.

Im Falle des Mojitos war dies einer der bedeutendsten Literaten des 20. Jahrhunderts: Ernest Hemingway. Kurz nach dem der kubanische Bartender Angel Martinez den Mojito in seiner heute noch gültigen Rezeptur in La Bodeguita de Medio erstmals zubereitete, wanderte der Drink in Hemingways Favoriten-Portfolio. Von ihm stammt daher der Ausspruch „My Mojito in La Bodeguita, my Daiquiri in El Floridita“ (zu deutsch: Meinen Mojito in La Bodeguita, meinen Daiquiri in El Floridita“). Dieser Schriftzug hängt heute noch, für alle Gäste sichtbar, in eben jener Bar.

Aber auch wenn Martinez als der Urvater der heute gängigen Mojito-Rezeptur gilt, bediente auch er sich dennoch eines alten kubanischen Rezepts des 16. Jahrhunderts. Benannt als el draque wurde ein Mischgetränk aus Zucker, Limette, Zuckerrohrbrand und grüner Minze zu eben jener Zeit dem britischen Freibeuter Sir Francis Drake verabreicht. Dieses sollte seine chronischen Magenbeschwerden lindern. So zumindest die Legende.

Während sich sowohl für Drakes Kaperfahrten als auch für Martinez Mojito handfeste Beweise liefern lassen, ist eine andere bedeutende Tatsache zu diesem Drink in den Wirren der Geschichte untergegangen. Der Name.

Heute kann nicht mehr zweifelsfrei belegt werden, woher der Begriff „Mojito“ tatsächlich stammt. Höchstwahrscheinlich kam dieser jedoch zusammen mit afrikanischen Sklaven in Richtung des amerikanischen Kontinents einschließlich der karibischen Inseln. Die Basis bildet dabei der Begriff „mojo“. Hierunter verstand man einen kleinen Stoffbeutel, der mit Gewürzen und diversen Gegenständen gefüllt war und unter der Kleidung getragen wurde. Der Sinn? Er diente als Glücksbringer.

Der Weg von „mojo“ zu „mojito“ war dann nicht mehr weit. Wie Stein und Steinchen oder Katze und Kätzchen ist „mojito“ der Diminutiv von „mojo“, eben die Verniedlichung bzw. Verkleinerung. Übersetzt heißt dies dann „Kleiner Zauber“.

Um nun hochwertige Alternativen für einen der bekanntesten Drinks der Cocktail-Geschichte zu liefern, müssen wir den Drink selbst erst einmal in seine Bestandteile zerlegen, ihn verstehen.

So basiert der Mojito grundsätzlich auf 4 verschiedenen Ingredienzen. Die Basis-Spirituose, einer Süßungskomponente, einer Säurekomponente, Kräutern bzw. Gewürzen und einem erfrischenden, kohlensäurehaltigen Filler. Im Falle des Mojito sind dies Rum, Zucker, Limetten, Minze und Soda-Wasser.

Bei den folgenden Rezepten wirst du nicht bei jedem einzelnen alle oben erwähnten Komponenten wiederfinden. Wichtiger war mir bei der Auswahl vielmehr, dass der Drink genau das abliefert, was auch der Mojito leistet: einen erfrischenden Sommer-Drink mit einer perfekten Balance zwischen Süße und Säure.

CRIMEAN CUP À LA MARMORA

adaptiert nach Jerry Thomas (1862)

  • 2,5 cl Brandy
  • 2,5 cl Dunklen Jamaica Rum
  • 1,5 cl Maraschino
  • 2 cl Orgeat Sirup bzw. Mandelsirup
  • 2 cl Frischer Zitronensaft
  • 6 cl Soda Wasser
  • 4 cl Champagner

Alle Zutaten bis auf den Champagner und das Soda in einen Shaker auf Eis geben und ca. 15 Sekunden kräftig schütteln. Anschließend in ein vorgekühltes Highball-Glas auf Eiswürfel geben und mit Soda und Champagner auffüllen. Kurz verrühren und mit Zitronenscheibe dekorieren.

CHAO PRAYA

adaptiert nach Heuser, Adam, Hasenbein

  • 6 cl Gin
  • 3 cl Frischer Limettensaft
  • 2 cl Zuckersirup (2 : 1)
  • 2 gestückelte Ingwer-Scheiben
  • 2 Korianderzweige
  • 2 Minzzweige
  • Soda

Zunächst werden die Ingwerstücke mit Highball-Glas mit dem Muddler zerstoßen. Anschließend Koriander und Minze hinzugeben und mit dem Muddler ebenfalls, aber leicht (!) andrücken. Die Blätter sollten nicht zerreissen. Gin, Zuckersirup und Limettensaft hinzugeben, mit Crushed Ice auffüllen, und rund 10 Sekunden verrühren. Anschließend mit 2 – 3 cl Soda Wasser aufgießen und mit Zitronengrashalm dekorieren.

THE FRED COLLINS FIZ (sic!)

adaptiert nach Bacchus & Cordon Bleu (1885)

  • 6 cl Rye Whiskey
  • 1,5 cl Zuckersirup
  • 4 cl Frischer Zitronensaft
  • 1 BL Curacao
  • 12 cl Bitter Lemon

Alle Zutaten bis auf das Bitter Lemon in einem Shaker auf Eiswürfel ca. 15 Sekunden shaken. Anschließend in ein vorgekühltes Highball-Glas auf Crushed Ice abseihen und Bitter Lemon hinzugeben. Zum Schluss noch mit Crushed Ice auffüllen und mit Zitronenzeste dekorieren.

GALLIAJITO

adaptiert nach Agostino Perrone, London

  • 2,5 cl Goldener Rum
  • 2,5 cl Galliano L’Autentico
  • 1,5 cl Frischer Limettensaft
  • 2 BL Zuckersirup (2:1)
  • 1 Stück Ingwer (klein)
  • 7 Minze-Blätter
  • Soda

Ingwer im Highball-Glas kräftig andrücken. Anschließend Minze hinzu und mit dem Muddler ebenfalls, aber leicht andrücken. Die restlichen Zutaten außer Soda hinzugeben und und mit Crushed Ice auffüllen. Rund 10 Sekunden verrühren. Zum Schluss Soda hinzugeben, mit Crushed Ice auffüllen und mit Minze dekorieren.

BASEQUITO

adaptiert nach Davide Demarchi, Frankfurt

  • 6 cl Vodka
  • 3 cl Frischer Limettensaft
  • 2 cl Zuckersirup (2:1)
  • 5 Basilikumblätter
  • Soda

Die Glasinnenseite und den Glasrand mit den Basilikumblättern aromatisieren. Vodka, Zuckersirup und Limettensaft ins Highball-Glas geben und mit Eiswürfeln auffüllen. Ca. 15 Sekunden verrühren, mit 3 cl Soda aufgießen und mit Cocktailtomate garnieren.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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