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4 innovative Pisco-Cocktails, die du kennen solltest

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Bildquelle: © fortyforks/Fotolia

Ich hatte Pisco lange Zeit nicht auf dem Schirm. Gut, vielleicht mal 3 – 4 getrunken, aber als High End-Destillat hatte ich es nie wahrgenommen. Erst als ich 2012 bei einer Veranstaltung im peruanischen Konsulat in München die Gelegenheit hatte, ein paar von den feinen Tropfen zu probieren, wandelte sich mein Verständnis über jenes Trauben-Destillat. Und zwar um 180 Grad. Hier kommen 4 Gründe dafür.


Heute ist es eines der wenigen farblosen Spirituosen, die ich mir zum Purgenuss gelegentlich abends eingieße. Liefert ein hochwertiger Pisco nämlich genau das, was man bei manch anderer Kategorie heute meist schmerzlich vermisst. Authentizität, Raffinesse und aromatisches Neuland.

Auf den Pisco-Trichter bin ich vor Jahren allerdings nicht alleine gekommen. Ich bin nicht der Einzige in Deutschland und erst recht nicht in den USA, dem internationalen Sprungbrett diverser Spirituosen-Kategorien. Der Durst nach dem peruanischen Nationalgetränk steigt weltweit.

Lag der Exportwert von peruanischem Pisco im Jahr 2002 noch bei niedlichen 40.000 US-Dollar, stieg er bis 2012 auf satte 4 Millionen an. Ein Anstieg, der zum Teil auch durch engagierte Marketing-Arbeit der peruanischen Regierung zustande kam. Letztlich führt steigender Export zu mehr Arbeitsplätzen im Inland.

Für uns bedeutet dies, dass wir eine verborgene Perle der Spirituosen-Industrie allmählich in die Regale gestellt bekommen. Auch wenn es sich nach wie vor schleppend langsam anfühlt.

Dennoch bieten auch hierzulande kleine und mittelständige Importeure wie Inka House, Perola oder Pisco de Oro Produkte an, die vor allem Fans filigraner Destillate ansprechen werden. Allen Produkten gemein ist, dass sie unter gewissen staatlichen Auflagen produziert werden. Die Reglements, nach denen peruanischer Pisco produziert werden darf, sind ähnlich strikt wie jene von Scotch Whisky oder Cognac. Vielleicht sogar noch strenger. Alles genau festgelegt, alles genau vorgeschrieben.

Im Vergleich zu den beiden genannten Spirituosen-Genres sind Pisco-Destillerien allerdings deutlich begrenzter, was die Aromenquellen angeht. Damit du eine grobe Vorstellung davon bekommst, was Pisco-Produzenten dürfen und was nicht, hier eine kompakte Übersicht:

  • Destillation nur einmal
  • Keine Rektifizierung, um das Destillat milder und reiner zu machen
  • Keine Farb- und Aromastoffe
  • Keine Fassreifung. Die Aromen eines Piscos dürfen ausschließlich aus den verwendeten Trauben und Hefen stammen.
  • Keine Verdünnung mit Wasser. Es muss auf den Alkoholgehalt destilliert werden, der auch abgefüllt wird.
  • Nur 8 mögliche Traubensorten (Quebranta, Negra Criolla, Mollar, Uvina, Italia, Torontel, Muskateller, Albilla)

Klingt im ersten Moment nach Einheitsbrei. Keine Fässer, keine Wasserzugabe etc. Dennoch kreieren peruanische Pisco-Hersteller eine Vielzahl an verschiedenen Aromenprofilen. In erster Linie, weil sie an 3 konkreten Stellschrauben drehen: der Traubenauswahl, der Hefe-Auswahl und der Fermentationszeit.

Ein weiterer Faktor, der den wirtschaftlichen Erfolg von peruanischem Pisco in den vergangen Jahren beträchtlich anschob, waren seine hervorragenden Mixeigenschaften. Ein Großteil der in Peru produzierten Piscos werden, zum einen aus aromatischen Gründen als auch kulturellen, in Form von Cocktails konsumiert. In erster Linie Pisco Punch und Pisco Sour.

Abgesehen von diesen beiden Klassikern ist Pisco aufgrund seines trocken-fruchtigen Charakters eine wahre Granate als Basis-Spirituose. Um dir dies zu beweisen, haben wir 4 High End-Cocktails zusammengetragen, die alle auf dem Aromenprofil jenes Weinbrands basieren.

MUCHO PICCHU

adaptiert nach Joaquín Símo, 2008

  • 5 cl Pisco
  • 1 cl Maraschino
  • 2 cl Frischer Grapefruitsaft
  • 2 cl Zuckersirup
  • Champagner trocken (Brut)

Außer dem Champagner werden alle Zutaten in einem Shaker rund 15 Sekunden auf Eis geschüttelt. Anschließen in eine Champagner-Flöte abseihen und mit Champagner auffüllen. Vor dem Servieren mit einer Grapefruit-Zeste garnieren.

THE LAST DAYS OF PISCO

adaptiert nach Nico Vera, 2015

  • 3 cl Acholado Pisco (infundiert mit Rosmarin)
  • 1,5 cl Zuckersirup
  • 1,5 cl Frischer Limettensaft
  • 1,5 cl Chartreuse grün
  • 1,5 cl Maraschino Likör

Im Vorfeld der Zubereitung muss die Pisco-Rosmarin-Infusion angelegt werden. Hierfür eine Teetasse mit Pisco füllen, einen großen Rosmarin-Zweig hinzu und luftdicht verschließen. Die Infusion rund 4 Stunden bei Raumtemperatur ziehen lassen.

Für den Cocktail selbst werden alle Zutaten auf Eis in einen Shaker gegeben und anschließend 10 bis 15 Sekunden kräftig geschüttelt. Danach in einen Tumbler auf Eiswürfel abseihen und mit Thymian-Zweig garnieren.

 

SOUL CLENCH

adaptiert nach Jillian Vose, 2013

  • 6 cl Pisco
  • 2,5 cl Dry Vermouth (z. B. Belsazar Vermouth Dry)
  • 1,5 cl Crème de Pamplemousse Rose (Pink Grapefruit) (z. B. Giffard)
  • 1,5 cl Holunderblütenlikör (z. B. St. Germain)
  • 1 cl Velvet Falernum

Diesen Trink von Jillian Vose haben wir dahingehend abgeändert, dass die verwendeten Zutaten nun auch auf dem deutschen Markt erhältlich sind. Auch wenn diese meist nur in 0,7 Liter Flaschen erhältlich sind, ein einzelner Drink aber nur nach wenigen Zentilitern verlangt, lohnt sich die Zubereitung dieses Drinks dennoch ohne Frage.

Hierfür werden alle Ingredienzen auf Eis in einem Shaker ca. 15 Sekunden kräftig geschüttelt. Anschließend in einen Tumbler auf einen großen Eiswürfel abseihen und mit Grapefruit-Zeste garnieren.

SAKURA SOUR

adaptiert nach Nico Vera, 2015

  • 6 cl Quebranta Pisco
  • 3 cl Frischer Limettensaft
  • 3 cl Sakura Tee-Sirup
  • 3 cl Eiweiß
  • Dashes Peychaud Bitters

Bei Sakura handelt es sich um Kirschblütentee, den es in jedem besser sortierten Supermarkt in handlichen Teebeuteln gibt. Zur Herstellung des Sirups werden eine halbe Tasse Wasser mit einer halben Tasse Zucker in einem kleinen Kochtopf auf mittlerer Hitze zusammen mit 2 Beuteln Sakura Tee erwärmt. Damit sich der Zucker besser auflöst, kannst du einige Male umrühren. Sobald sich der gesamte Zucker aufgelöst hast, den Topf vom Herd nehmen und noch rund 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend Teebeutel entfernen und den Sirup abkühlen lassen.

Zur Zubereitung des Sakura Sours werden alle Zutaten bis auf die Bitters in einen Shaker auf Eis gegeben. Rund 1 Minute sehr kräftig schütteln, damit sich das Eiweiß ausreichend mit den anderen Zutaten verbindet und anschließend eine optisch ansehnliche Schaumkrone auf dem Drink ergibt. Den Drink in eine Coupette/Cocktailschale abseihen, 3 Tropfen Bitters hinzu und mit essbarer Blüte garnieren.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

13 Kommentare für 4 innovative Pisco-Cocktails, die du kennen solltest

  1. Jonathan Müller 11. Februar 2016 zu 16:50 #

    Hallo,
    wisst ihr ob es das Lagerverbot bei Pisco nur in Peru oder auch in Chile gibt ? Denn soweit ich weiß wäre der Pisco alto del carmen reservado im Eichenfass gewesen. Ist allerdings eben ein chilenischer…
    Liebe grüße
    Jonathan

    • Philip Reim 11. Februar 2016 zu 16:52 #

      Hallo Jonathan,

      die genannten Auflagen gelten so nur für peruanischen Pisco. In Chile wird dies etwas lockerer gehalten, wodurch chilenischer Pisco auch fassgelagert sein darf.

      Gruß Philip

  2. Martin 15. Februar 2016 zu 09:31 #

    Hallo Philip,

    der Artikel hat in mir doch eine gewisse Neugier geweckt. Hast du eventuell eine konkrete Empfehlung für einen guten Pisco?

    Gruß
    Martin

  3. Philip Reim 15. Februar 2016 zu 14:45 #

    Hallo Martin,

    Barsol, Pisco de Oro sind beides Top-Produkte.
    Mein haushoher Favorit ist allerdings das Portfolio von Cascajal.

    Viele Grüße
    Philip

    • Martin 25. Februar 2016 zu 13:32 #

      Hallo Philip,

      danke für die Empfehlungen. Da werde ich mich definitiv mal durchprobieren.

      Ich habe mir vor ein paar Tagen im örtlichen Fachgeschäft erstmal eine Miniatur „Capel 35% Doble Distilled Pisco“ zum Probieren mitgenommen. Und obwohl dieser, mit knapp 13 Euro pro Flasche, eher zur günstigen Kategorie gehört, war ich begeistert! Mild, fruchtig, würzig, komplex. Das hätte ich bei dem Preis nie erwartet. Rum aus der gleichen Preiskategorie landet bei mir sonst maximal in Mixgetränken.

      Danke für den tollen Tipp! Pisco könnte sich zu einem meiner Lieblinge entwickeln.

      Viele Grüße
      Martin

  4. Adele 24. Februar 2016 zu 10:11 #

    Also ich bin mega begeistert von Pisco Cascajal. Sei es pur oder als Cocktail. Einfach nur der hammer!! Mehr kann ich dazu nicht sagen. Was fehlt ist mehr Werbung im Fernsehr. 😉

  5. Christian 24. Februar 2016 zu 14:02 #

    Ich benutze für meine Cocktails Pisco Cascajal und kann den nur empfehlen. Auch pur nach dem Essen ist das für mich der Beste. Mein Tipp: Pisco Cascajal mosto verde.

  6. Chris W. 24. Februar 2016 zu 15:13 #

    Ich habe so viel gutes über Pisco gehört und dann auch endlich probieren können. ich bin total begeistert! Besonders von Pisco Cascajal. Pur oder im Cocktail, beides grandios, ein starkes Produkt!
    Grüße Chris

  7. Robin 27. Februar 2016 zu 19:56 #

    Tolle Auswahl, Philip! Der Mucho Picchu schmeckt hervorragend und ich freue mich auf ein Vielzahl milder Sommernächte mit diesem Drink. Ich habe diesen mit dem mosto verde Pisco von Cascajal probiert.

  8. Kay 29. Februar 2016 zu 00:56 #

    Toller Post. Ich kann auch Pisco Cascajal empfehlen, da es eines der besten Piscos war, die ich bisher getrunken hatte. Und ich habe so einige probiert. ;). Insbesondere als Geschenk macht das tolle Flaschendesign was her.

  9. Peter 29. Februar 2016 zu 01:19 #

    Ich muss sagen, ich habe noch nie über Pisco was gehört, bis ich mal auf einem coolen Pisco Night Event gewesen bin. Pisco Mule hat es mir angetan….

    Ich glaube wir werden von Pisco Cascajal noch einiges erleben dürfen.

  10. Mathias 25. Juli 2016 zu 15:11 #

    Hallo Philip,

    ich habe mir den Pisco Cascajal Mosto Verde besorgt. Kann ich damit auch

    MUCHO PICCHU
    SOUL CLENCH

    und evtl den SAKURA SOUR

    mixen ?

    Gruß

    Mathias

  11. Philip Reim 26. Juli 2016 zu 09:40 #

    Definitiv, ist eine sehr gute Wahl. Falls du die Gelegenheit dazu hast, kannst du auch einmal den Cascajal Quebranta probieren.

    Gruß Philip

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