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Voll-Korn im Test

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vollkorn

Ich würde es jetzt nicht unterschreiben, allerdings war es so vor rund 3 Jahren. Als die ersten Stimmen begannen, gelangweilt von Gin zu reden. Um diese Zeit herum begannen deutsche Brenner und Start Ups vereinzelt neue Bereiche hochprozentiger Tropfen zu erkunden und zu entdecken. Eines der jüngsten – Voll-Korn – bedient sich dabei einer urdeutschen Tradition. Und mit was für einer Qualität!


„Den Duft von frisch gebackenem Brot in die Flasche bringen“. Das war das Ziel, das sich die beiden Brüder Sebastian und Maximilian Schmidt vom Bodensee setzten. Mehr als dieses ambitionierte Vorhaben erfährt man allerdings auch nicht über die Herstellung des Voll-Korn.

Unabhängig vom mauen Informationsgehalt, scheinen die beiden Jungunternehmer allerdings Wert aufs Detail zu legen. Zumindest legt diesen Schluss das stilvolle Äußere des Voll-Korn nahe. Verwachster Kork-Verschluss, verplombte Kordel, alte Apothekerflasche und schlicht-elegantes Label. Das Ding macht sich ziemlich gut als Hingucker.

Wie gut, dass der Inhalt dem in nichts nachsteht.

DEGUSTATION DES VOLL-KORN

Einmal eingegossen, hatte ich den Voll-Korn rund 5 Minuten im Glas stehen. Nicht angefasst, nicht bewegt. Es dauerte allerdings nicht lange, bis sich ein markantes Röstaroma in der Nähe des Glases breitmachte. Das Teil hat Kraft. Als ich den Voll-Korn dann zur Nase führte, war ich verblüfft, wie viele Einzelaromen die Jungs vom Bodensee hier herausholen. Das Bouquet ist ausgesprochen malzig, im Hintergrund gibt es eine ordentliche Portion Hefe. Sucht man etwas danach, dann bekommt man in die Nase noch vereinzelt filigrane Noten von Schokolade und Birne geliefert. Allerdings nur sehr dezent und weit im Hintergrund. Positiv ist zudem am Bouquet des Voll-Korn, dass er zu keinem Zeitpunkt irgendwelche negativen Alkoholnoten zeigt. Sauber gebrannt.

Auch im Mund bleibt er ausgesprochen weich. Selbst als ich danach suchte, ich konnte schlicht kein unangenehmes alkoholisches Brennen erkennen. Wie zuvor schon in der Nase bleibt der Voll-Korn auch im Mund das, was der Name vorgibt: ein Getreide-Destillat. Die malzig-würzigen Röstaromen sind ohne Frage der dominante Part. Allerdings sticht hier ein gewisses Birnen-Aroma hervor. Deutlicher als zuvor in der Nase.

Hat sich der Voll-Korn schließlich verabschiedet, bleibt ein würzig-trockenes Röstaroma zurück. Im Gepäck: etwas Bitterschokolade.

Ist der Voll-Korn ein komplexer Tropfen? Nein. Ist es ein Potpourri an diversen Aromen? Nö. Dennoch liefert er im Glas exakt das, was man von einem Destillat erwartet, das sich Voll-Korn nennt. Es strotzt von würzigen Röstaromen und liefert mit dezenten, filigranen Aromen eine Raffinesse, die viele andere Destillate so nicht hinbekommen. Und all dies auf ganz hohem Destillations-Niveau.

                                        Details:

Art: Getreide-Destillat

Alter: k. A.

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 40 %Vol.

Preis: ~ 34,- Euro à 0,5 l

Region: Baden-Württemberg

                  Bottler: Schmidt am Bodensee GbR

                            Fazit: 10/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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