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4 moderne Old Fashioned Twists, die du getrunken haben solltest

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Bildquelle: © fesenko/Fotolia

Was unterscheidet einen Old Fashioned von anderen Drinks-Kategorien? Nun, vielleicht ist es sein hoher Alkoholgehalt, vielleicht aber auch seine überschaubare Zutatenliste. Vielleicht. Tatsache ist jedoch, dass kaum ein Drink derart von der Qualität einer Spirituose lebt, wie ein Old Fashioned. 5 moderne Interpretationen dieses Klassikers haben wir für euch zusammengesucht und angepasst.


Ein Twist ist eine Neuinterpretation eines Klassikers. Fragt man mit diesem Hintergrundwissen bei so manchem Bartender nach, recherchiert in Literatur und Online-Medien dann stellt sich häufig die Frage: Ist dieser oder jener Cocktail noch ein Twist oder gehört der Drink schon in eine andere Kategorie? Ist ein Old Fashioned noch ein Old Fashioned, wenn er durch Zitrusfrüchte plötzlich säuerlich schmeckt? Ist es dann ein Old Fashioned Twist oder doch vielleicht eher ein Sour Twist?

Die Antwort ist in meinen Augen recht simpel: Es ist das, als was der Bartender bzw. Urheber es sieht. Bricht man einen Old Fashioned allerdings auf das Elementarste herunter, auf seine historischen Grundzutaten, dann benötigt er folgende 3 Komponenten:

  • Spirituose
  • Zucker/Sirup
  • Bitters

Alles darüber hinaus macht ihn zu einem Twist. Die Basis-Spirituose sollte aber immer eines der dominanten Aromengeber sein, egal wie viele Bitters oder Zusätze man verwendet. Man hat also ein Grundgerüst, an dem man sich entlang hangeln kann und zudem jede erdenkliche kreative Freiheit. Auf dieser Basis werden nicht nur seit Jahrzehnten neue Cocktail-Klassiker wie der Sazerac geschaffen (Whiskey/Cognac, Bitters, Absinth), sondern darauf basieren auch ganze Reputationen berühmter Bartender.

Wenn ich es genau nehme, dann sogar des ersten tatsächlich berühmten Bartenders: Jerry Thomas. Dieser altehrwürdige Tresen-Kollege machte sich in der Gastronomie nicht nur durch sein Werk Bartender’s Guide: How To Mix Drinks 1862 unsterblich, sondern auch durch seine gelegentliche Feuershow hinter der Bar. Wie? Durch einen Old Fashioned Twist.

Thomas gab für seinen Blue Blazer 6 cl Scotch Whisky mit mindestens 50% Vol. in eine Tasse mit Henkel, einen Teelöffel Zucker untermischen und anzünden. Der brennende Whisky wurde nun in entsprechender Show-Manier in hohem Bogen in eine zweite Tasse gegossen, in der sich 6 cl kochendes Wasser befand. Das brennende Whisky-Wasser-Gemisch wurde nun so lange von Tasse zu Tasse gegossen, bis das Feuer ausging…oder der Gast sich langweilte.

Darauffolgende Twists des Old Fashioneds waren zwar weniger spektakulär und effekthascherisch, dafür konnten viele von ihnen ihrem Vorbild aromatisch das Wasser reichen. Mehr noch. Viele davon hätten das Potential zu modernen Klassikern.

TOASTED PECAN OLD FASHIONED

  • 6 cl Geröstete Pekannuss-Whiskey
  • 1 Zuckerwürfel
  • 4 Dashes Angostura Bitters

Einige Tage vor der eigentlichen Zubereitung dieses Old Fashioned Twists muss die Whiskey-Infusion angesetzt werden. Hierfür werden zunächst 200g Pecannüsse mit 200g Butter und 4 Teelöffel braunen Zucker in einer Pfanne angeröstet. Es sollte so lange verrührt werden, bis die Butter gleichmäßig dezent braun anläuft. Den Pfanneninhalt anschließend in ein Behälter gießen, der sich luftdicht verschließen lässt. Eine 0,7 Liter Flasche Bourbon Whiskey hinzu und anschließend 24 Stunden ziehen lassen. Nach diesem Tag sollte man die Infusion noch für rund 7 Stunden ins Gefrierfach legen. Hierdurch härtet das Fett aus und kann anschließend abgeschöpft werden. Fertig ist der Fat-Washed-Pecan-Bourbon.

Zur Zubereitung des Drinks wird zunächst der Zuckerwürfel in einen Tumbler gegeben. Angostura Bitters hinzu und mit einem Muddler/Stößel fein zerreiben. Anschließend mit Eiswürfeln auffüllen und Whiskey hinzu. So lange verrühren bis sich der Zucker restlos aufgelöst hat. Mit einem kleinen Zweig schwarzer Johannisbeeren dekorieren.

BLACK HOLE SUN COCKTAIL

adaptiert nach Bryan Hutchinson; Black Hole Coffee House 2015

  • 5 cl Bourbon
  • 1,5 cl Zuckersirup ( 1:1 )
  • 1,5 cl Cold Brew-Kaffee
  • 2 Dashes Orange Bitters
  • 1 Dash Angostura Bitters
  • 1 Dash Chocolate Bitters

Der Kaffee muss vor dem eigentlich Drink angesetzt werden. Dabei gelten die folgenden Mengenangaben für insgesamt 10 Drinks.

Was man braucht: 150 Milliliter Wasser, 60 Gramm grob gemahlener Kaffee. Die Bohnen sollten à la minute, also unmittelbar vor dem Aufguss, gemahlen werden, um ein möglichst kräftiges Aroma zu liefern. Den Kaffee nun mit dem Wasser in ein weithalsiges Gefäß geben und gleichmäßig verrühren. Danach luftdicht abdecken und ca. einen halben Tag ziehen lassen. Anschließend durch ein Feinsieb sowie einen Kaffeefilter abseihen.

Hast du den Kaffee zubereitet, kannst du alle Zutaten in ein Rührglas geben und den Drink ca. 15 Sekunden auf Eiswürfeln verrühren. Serviert wird in einem vorgekühlten Tumbler oder Einweckglas auf Eiswürfeln und Zitronenzesten-Dekoration.

NEW FASHIONED

adaptiert nach Adam, Heuser, Hasenbein, 2013

  • 6 cl Bourbon Whiskey
  • 1 BL Feigensirup
  • 1 Rosmarinzweig
  • 2 Dashes Angostura Bitters

Zur Zubereitung dieses mediterranen Old Fashioned Twists wird zunächst der Rosmarinzweig mit einem Stößel in einem Tumbler mehrfach angedrückt. Anschließend werden die restlichen Zutaten samt Eiswürfel hinzugegeben und ca. 30 Sekunden verrührt. Zum Schluss noch den Rosmarinzweig entnehmen und mit Orangenzeste garnieren.

OAXACA OLD FASHIONED

adaptiert nach Phil Ward, 2008

  • 4,5 cl Reposado Tequila
  • 1,5 cl Mezcal
  • 1 BL Agavendicksaft/-sirup
  • 2 Dashes Angostura Bitters

Alle Zutaten im Rührglas auf Eiswürfel rund 30 Sekunden verrühren. Anschließend in eine vorgekühlte Coupette/Cocktailschale abseihen. Als Dekoration eine Orangenzeste über dem Drink flambieren und dem Drink beigeben.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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