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Uncle Val’s Botanical Gin im Test

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uncle vals

Vor rund 3 Jahren schrieb ich die erste Meldung über den Uncle Val’s Botanical. Ein Gin, der zur damaligen Zeit jedoch ausschließlich dem US-Markt vorbehalten war. Zwar wurde jene Lücke hierzulande mit ausreichend heimischen Produkten gefüllt, Uncle Val’s schaffte kürzlich dennoch den Sprung über den Atlantik. In einem ausgiebigen Test konnten wir ihn kürzlich unter die Lupe nehmen.


Mediterran soll er sein. So zumindest beschreibt der Hersteller das Aromenprofil des Uncle Val’s Botanical Gins. Ein Gin, inspiriert von der toskanischen Küche und der Lust am Gärtnern. So steht es auf der offiziellen Website von 3 Badge Mixology, dem Unternehmen hinter Uncle Val’s.

Als ich da erste Mal von jenen Informationen zu diesem Gin las, dachte ich zunächst er käme aus Spanien, dann aus der Toskana, definitiv aber irgendwo aus einer Region in unmittelbarer Nähe zum Mittelmeer. Schließlich soll es ja mediterran zugehen in der kantigen, dunkelgrünen Flasche.

Tatsache ist jedoch, dass Uncle Val’s Botanical Gin aus Kalifornien stammt. Also ein paar Tausend Kilometer westlich. Der Kopf hinter der Marke, August Sebastiani, ließ sich laut eigener Angabe jedoch von seinem Großvater, dem Italiener Valerio Cecchetti, und dessen Liebe zum heimischen Garten inspirieren. Er führte zur Auswahl der Botanicals, er führte zum Corporate Design.

Zur Herstellung des Uncle Val’s Botanical Gins verwendet Sebastiani eine Handvoll verschiedener Zutaten. Darunter der obligatorische Wacholder, Gurke, Zitrone, Salbei und Lavendel. Was sonst noch so im Kessel landete, wird nicht verraten.

DEGUSTATION DES UNCLE VAL’S BOTANICAL GIN

Auch wenn der Hersteller für seinen Uncle Val’s Botanical Gin nicht jede einzelne Zutat auflistet, hat er bei der Wahl, derer, die er nennt, gut ausgesucht. Jede einzelne Zutat, von Zitrone bis Lavendel, ist deutlich im Bouquet erkennbar. Allem voran ein markantes Zitrus-Aroma. Allerdings tendiert die Zitrone derart deutlich in Richtung Limette, dass ich gelegentlich den Eindruck hatte, eine Premium-Version des Tanqueray Rangpur vor der Nase zu haben. Sehr individuell und angenehm ist auch das Zusammenspiel zwischen Salbei und Lavendel. Beiden Kräutern ist gemein, dass sie in zu hoher Konzentration schnell über die Maßen dominant und „erdrückend“ wirken. Im Falle des Uncle Val’s Botanical Gin hat Sebastiani hier allerdings eine angenehm dezente Balance gefunden.

Wie auch in der Nase zeigt sich im Mund keinerlei störender Alkohol. Dieser Tropfen ist äußerst weich. Der Wacholder liefert hier einen positiv harzigen Grundton mit einer dezenten Süße. Während der Lavendel allerdings in der Nase noch eher diskret daherkam, wirkt er im Mund schon dominanter. Das führt zu einem leicht seifigen Geschmack, den man mögen muss.

Vom Gaumen verabschiedet sich Uncle Val’s Botanical Gin mit einem kurzen alkoholischen Brennen, das ich allerdings nicht als unangenehm beschreiben würde. Zurück bleibt ein dezentes Wacholder-Aroma, etwas Lavendel und ein Haufen Limettenschalen.

Was die Kalifornier mit diesem Gin abliefern, ist mehr als solide. Ein spannender Tropfen, der vor allem in der Nase den ein oder anderen Aha-Effekt abliefert. Zwar fällt im Mund etwas die seifige Note aus dem Rahmen und stört das Gesamtbild. Dennoch sehe ich den Uncle Val’s Botanical Gin durchaus als Bereicherung in einem schwer übersättigten Markt wie dem deutschen. Ein Gin, den man als Fan von wacholderlastigen Tropfen probiert haben sollte.

Details:

Art: Gin

Alter: k.A.

Alkohol: 45 %Vol.

Preis: ~ 49,- Euro à 0,7 l

Region: Kalifornien

Bottler: Sebastiani/3 Badge Mixology

                             Fazit: 8/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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