Don Ruffin Rum im Test » Eye For Spirits

Werbung

Don Ruffin Rum im Test

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone

Bildquelle: Feingeisterei

Hamburg ist eine der Bar- und Genusshochburgen Deutschlands, dessen Aura einige Spirituosen-Hersteller mit Kusshand auf ihre eigene Marke übertragen. Mondän, weltoffen, mit einer satten Portion Lifestyle. Rund 35 Kilometer östlich der Elbmetropole wird seit kurzem ein weiteres Destillat hergestellt: Don Ruffin. Ein Rum, der vielleicht keinen Hauch Großstadt versprüht, dessen Qualität aber Weltniveau hat.


Es ist ein schickes, altes Backstein-Landhaus. Das Gut Basthorst liegt eine gute halbe Autostunde von Hamburg entfernt. Sehr kosmopolitisch wirkt es nicht, dafür aber ungeheuer gemütlich.

Seit kurzem macht sich das norddeutsche Gut als Produktionsstätte eines neuen „deutschen“ Rums einen Namen beziehungsweise versucht auf dem Markt Fuß zu fassen. Der Destillateur: Fabian Rohrwasser. Das Produkt: Don Ruffin Rum. Ein Melasse-Destillat, dessen Rohstoff aus Paraguay stammt und der einen Feinschliff in 3 verschiedenen Fässern erhielt. Zunächst gab es etwas Ruhe in Fässern aus amerikanischer Weiss-Eiche. Anschließend kam französische Limousin-Eiche hinzu und am Ende noch ein kurzes Intermezzo in Ex-Sherry-Fässern. Alles in allem 2 Jahre.

DEGUSTATION DES DON RUFFIN RUM

Einmal im Glas besitzt der Don Ruffin Rum eine satte und ansehnliche Bernsteinfarbe. Auffallend ölig ist er nicht, dennoch bildet sich eine ordentliche Portion Schlieren an der Glasinnenseite.

Hätte ich diesen Tropfen in einer Blindverkostung vor mir gehabt, hätte ich Probleme gehabt ihn sofort als Rum zu klassifizieren. Zum einen zeigt er Fruchtnoten, die vielmehr an einen Grappa oder Obstbrand wie Johannisbeere oder Birne erinnern. Auf der anderen Seite sticht gelegentlich eine Getreide-Note durch. Hast du diese Breitseite an Aromen allerdings einmal beiseite geräumt, dann knallt der Don Ruffin Rum einem ordentlich Melasse-Eigenschaften vor den Latz. Das Bouquet dieses Rums spielt sehr stark mit Fruchtnoten, die sehr an diverse Ester-Verbindungen erinnern. Der Duft wirkt auf mich wie eine Art Melange aus Jamaica- und Guadeloupe-Rum. Da ich zudem keinerlei störende Alkoholnoten feststellen kann, empfinde ich das Bouquet des Don Ruffin Rums schlicht als Gedicht.

Auch im Mund keinerlei störender Alkohol. Wie bereits in der Nase übernimmt auch hier im Mund die Melasse das aromatische Zepter. Diese und die Aromastoffe, die während der Gärung entstanden. Fruchtester en masse. Der Einfluss der Fässer auf das Aroma und den Geschmack ist im Vergleich eher marginal. Sie scheinen mir eher die Aufgabe gehabt zu haben, das Destillat weicher und runder zu machen und weniger mit satten Aromen zu versorgen. Zwar hätte der Don Ruffin Rum in Hinblick auf Komplexität und weniger Wässrigkeit noch 1 Jahr im Fass bleiben können. Dennoch macht er auch im Mund eine Menge Spaß.

Im Nachklang überreicht der Don Ruffin Rum schließlich einen prall gefüllten Obstkorb. Honigmelone, saftige Orange, Apfel und Birne satt. Zum Abschluss zeigt sicher allerdings auch das Fass nochmal von seiner aromatischen Seite und steuert einen Hauch Vanille bei. Alles zusammen aber eine staub-trockene Angelegenheit.

Dieser Rum ist definitiv ein Destillat, das du als Rum-Fan probieren solltest. Und sei es nur aus dem Grund, um einen weiteren Beweis zu bekommen, dass Rum in Deutschland auf ganz hohem Niveau hergestellt werden kann.

 Details:

Art: Rum (Melasse)

Alter: 2 Jahre

Jahrgang: k.A.

Alkohol: 43 %Vol.

Preis: 59,90,- Euro à 0,7 l

     Region: Schleswig-Holstein

              Bottler: Fabian Rohrwasser/Feingeisterei

                              Fazit: 9/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Dann erhalte alle zukünftigen Artikel von Eye for Spirits. Kostenfrei. Bequem in dein Postfach.

Ein Kommentar für Don Ruffin Rum im Test

  1. 1968superingo 29. April 2016 zu 19:07 #

    Heute endlich verkostet, echt lecker Zeug. Definitiv ein Rum, der aus der Masse positiv raus sticht. Trage Deine Bewertung voll mit, Philip! Mal keine Zuckerplöre, sondern Rum mit sehr eigenständigen Charakter.

Schreibe einen Kommentar