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Ardbeg Dark Cove 55%Vol. im Test

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Bildquelle: Moet Hennessy

Der Dark Cove ist der erste Single Malt Whisky, mit dem die Ardbeg Distillery ins Jahr 2016 startet. Dieses beginnt dabei wie das letzte endete: mit viel Rauch, wenig Hintergrundinformationen und einem eingängigen Produktnamen. Obwohl. Etwas ist beim Dark Cove anderes. Ardbeg legt wieder ein Aromenprofil an den Tag, das auch Kritiker überzeugen könnte.


Es ist durchaus schwer ein Produkt zu beschreiben, über das wenig bekannt ist. Sowie zum Beispiel über den Ardbeg Dark Cove. Klar, er hat auch ohne offizielle Angabe eine Mindestreifungsdauer von 3 Jahren. Welcher Teil nun jedoch tatsächlich wie lange in welchem Fass verbrachte, ist unklar.

Offiziell ist die Rede von „Ex-Bourbon- und Ex-Sherry-Fässern“. Eine Aussage, die zwar im Kopf des Konsumenten einzelne Aromen erzeugt. Die hinsichtlich des tatsächlichen Bouquets aber nur wenig Gehalt bietet.

Ardbeg liefert mit dem Dark Cove folglich einen Whisky ab, der astrein in die aktuelle Produktionslinie der Brennerei passt. Und wie auch in den vergangenen Jahren wird selbst dieser Malt den Händlern aus den Händen gerissen. Genauer gesagt einem Händler. Denn seit kurzem übernimmt Ardbeg den Vertrieb seiner limitierten Qualitäten ausschließlich selbst über den hauseigenen Online-Shop.

Und das Prinzip rechnet sich. Innerhalb weniger Minuten war die Committee-Abfüllung des Ardbeg Dark Cove heute früh nach Marktstart vergriffen. Was die Whisky-Fans dabei kauften, war zwar eine Qualität ohne große Hintergrundinformationen dafür aber mit einem fulminanten Wiedererkennungswert.

DEGUSTATION DES ARDBEG DARK COVE

Farblich präsentiert sich der Ardbeg Dark Cove in einem satten Ocker-Ton.

In der Nase zeigt sich dieser Malt ausgesprochen weich. Prägnant ist dabei der für Ardbeg obligatorische Rauch. In diesem Fall aber ein sehr kalter. Neben einem leicht salzigen Ton fällt eine medizinische Note auf, die an Desinfektionsmittel erinnert. Ergänzt wird das Bouquet durch Leder und einen Hauch Vanille. Dies führt dazu, dass der Rauch Ardbeg-typisch dominant ist, er allerdings ordentlich Komplexität zulässt. Getreide, Butter, filigrane Noten im Hintergrund machen einen kleinen aromatischen Schwenk gen Japan. Frischer Tabak, Apfel-Nuancen. Das heißt, der Ardbeg Dark Cove spielt mit grazilen Aromen. Positiv sehe ich auch, dass dieser Ardbeg keine solch dominanten Teer-Noten besitzt wie dies einige Single Malts der Brennerei in jüngster Vergangenheit zeigten.

Einmal auf der Zunge zeigt sich der Ardbeg Dark Cove unheimlich salzig. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen solchen Meerwasser-Malt auf der Zunge hatte. Äußerst spannend und mundfüllend. Auch der kalte Rauch ist präsent, allerdings weniger stark, wie es die Nase vermuten ließ. Hier stößt dann auch erstmal eine leichte Teer-Note durch, die den Malt im Mund nicht unbedingt schadet. Sie hält sich in Grenzen. Spielte der Ardbeg Dark Cove in der Nase noch mit einer Vielzahl an diversen Düften, lebt er im Mund primär von seinem Rauch-Aroma und seinem salzigen Charakter. Der aromatische Einfluss des Fasses beschränkt sich an dieser Stelle darauf, dem Malt einen runden Feinschliff zu geben, ihn runder zu machen. Das heißt, die Fässer beziehungsweise die Reifungszeit sorgten für mich persönlich eher für ein angenehmes Mundgefühl und weniger für eine Fülle an Aromen.

Ähnlich zeigt sich auch der Nachklang, den der Ardbeg Dark Cove am Gaumen hinterlässt. Er ist ein Beispiel für hervorragende Destillationskunst, lebt allerdings primär von den Aromen, die das getorfte Malz liefert. So bleibt er weich und ohne jegliche störende Alkoholnoten zurück, zerrt allerdings nur von seinen Raucharomen. Die wissen allerdings zu begeistern und erinnern an hochwertiges, geräuchertes Rindfleisch mit einem Hauch Karamell.

DETAILS

Art: Single Malt Scotch Whisky

Alter: k.A.

Alkohol: 55 %Vol.

Preis: ~ 80,- Euro à 0,7 l

Region: Islay/Schottland

Bottler: Ardbeg/LVMH

Fazit: 8/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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