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Ardbeg 21 – Der neue Zeitgeist-Whisky?

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Bildquelle: Moet Hennessy

21 Jahre sind immer ein stolzes Alter für einen Scotch Whisky. Vor allem dann, wenn es sich um eine Brennerei wie Ardbeg handelt, die sich in den letzten Jahren zum Inbegriff des No-Age-Statement-Produzenten entwickelte. Mit dem neuen Ardbeg 21 scheinen die Schotten allerdings völlig gegen ihren eigenen Trend zu laufen. Nur nicht in einem Punkt, da wird man voll den Zeitgeist treffen.


Was wurde die Ardbeg Distillery für ihre aktuelle Whisky-Politik kritisiert. Fehlende Herstellungsangaben, kurze Reifungszeiten, verkürzte Fermentationsdauer, Whisky-Drift und nicht zuletzt eine horrende Preis-Strategie. Und genau diese Brennerei ist es nun, die einen „alten“ Malt mit einer Fülle an Hintergrundinformationen abliefern will. Fein säuberlich auf das Flaschenlabel gedruckt. Der neue Ardbeg 21 Jahre scheint alles zu haben, was sich Fans der Marke in den vergangen Jahren gewünscht haben.

Wie so oft liefert auch dieses Mal nicht die Brennerei oder dessen Dachkonzern Moët Hennessy die Information. Denn noch läuft hier nichts offiziell. Wie in jüngster Vergangenheit des Öfteren stammt die Information zum neuen Ardbeg 21 Jahre vom US-amerikanischen Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau.

Das dort eingereichte Label des neuen Single Malt Scotch Whiskys schreibt von einer 21 jährigen Reifung in Ex-Bourbonfässern. Fassvolumen: 200 Liter. Das heißt? Ardbeg hat die Fässer für seine neue Qualität direkt so übernommen wie sie aus den USA angeliefert wurden. Denn 200 Liter fasst das herkömmliche ASB, das American Standard Barrel, der US-amerikanischen Whiskey-Industrie. Ein Fass-Typ rund 50 Liter kleiner als das in Schottland übliche Hogshead.

Das Rückenetikette des Ardbeg 21 Jahre sagt über den Whisky, er sei eine „[…] momentous bottling containing whisky distilled during some of the most precarious days of Ardbeg’s past […]“. Dieser Single Malt ist also eine Abfüllung aus einer Zeit, bei der es bei Ardbeg drunter und drüber ging. Schaut man sich die Geschichte der bekannten Islay-Brennerei an, liegt das Label auch gar nicht mal so falsch.

Vor rund 21 Jahren, also um das Jahr 1995 herum, befüllte Ardbeg seine letzten Fässer, bevor die Destillerie 1996 stillgelegt wurde. Circa ein Dreiviertel Jahr bevor die Brennerei von McDonald & Muir bzw. Glenmorangie wiederbelebt wurde und schließlich 2004 ins Portfolio von Moët Hennessy Louis Vuitton überging. Wer sich also eine Flasche des wahrscheinlich in Kürze erscheinenden Ardbeg 21 Jahre gönnt, bekommt einen Malt aus einer vergangenen Ära.

Vorausgesetzt derjenige hat das nötige Kleingeld. Denn auch wenn das Unternehmen in diesem Fall großzügig mit Herstellungsangaben verfährt, beim Preis wird man höchstwahrscheinlich wieder den Zeitgeist treffen. Müsste ich raten, würde ich sagen, dass ein Preis über 250,- Euro realistisch ist.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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9 Kommentare für Ardbeg 21 – Der neue Zeitgeist-Whisky?

  1. Andy 21. März 2016 zu 01:49 #

    Wow, damit könnte man wirklich eher nicht rechnen. Die geschätzten 250 Euro halte ich sogar für tief angesetzt oder sie werden auf dem Zweitmarkt zumindest schnell getoppt werden 😉

  2. Stefan 21. März 2016 zu 10:20 #

    250,- wäre (zur Zeit) wünschenswert und fast ein Schnäppchen. Ich tippe auf 300,- +X.

  3. HighlandSepp 21. März 2016 zu 10:34 #

    Nach den ganzen NAS der letzten Jahre eine durchaus positive Nachricht.

    Interessant wird sein, wo sich der Whisky (falls er denn kommt) preislich einordnet. Über 250 Euro wird er leider sicherlich liegen. Die Frage ist nur, wieviel drüber… 😉

  4. 1968superingo 21. März 2016 zu 11:43 #

    Je nach Flaschenanzahl wird der Preis sicherlich deutlich im dreistelligen Bereich liegen. Anschließend wird dann der große Wahnsinn ausbrechen und die Flaschen wieder mit einer 1 vorweg verkauft werden. Nichts für mein Portemonnaie! Trotzdem schön, dass Ardbeg mal wieder eine Altersangabe auf die Flasche schreibt.

  5. ThomasRS 23. März 2016 zu 11:05 #

    Ich denke, der Preis wird wohl weit über 250€ liegen. Wenn ich sehe, dass Glencadam für einen 25jährigen gern 350€ haben möchte und Highland Park gar für einen 17jährigen ebenfalls, dann wird eine derart gehypte Destillerie wie Ardbeg ihren 21jährigen eher jenseits der 500€ ansiedeln. Bei 250€ wär ich – fast – angenehm überrascht. Fast!

  6. ThomasRS 23. März 2016 zu 11:14 #

    Ergänzend:
    Natürlich sind solche Zahlenspiele reine Spekulation und letztlich unnütz. Aber in Zeiten in denen NAS Whiskies für bis zu 900€ (Macallan und Bowmore) UVP an den Kunden gebracht werden sollen, wird der Ardbeg mit solidem AS für mich – und sicher viele andere Geniesser – leider nicht im finanzierbaren Rahmen liegen. Egal ob 300,400 oder meinetwegen 900€. Letztlich machts dann auch keinen Unterschied mehr. Und denkt mal an den Kildalton. Dafür möchte Ardbeg ja schon 150€. Age Statement? Fehlanzeige.

  7. Joe 14. April 2016 zu 18:40 #

    500 Euro für so eine Flasche sind doch ok. Wer sich das nicht leisten kann sollte halt Wasser trinken.

    • Der Graf 12. August 2016 zu 18:26 #

      bei 500 euro würde ich gleich 2 kisten kaufen, gutes preis/leistung verhältniss.

  8. Robert Zander 19. September 2016 zu 15:14 #

    Gibt es eine Angabe, wieviele Flaschen abgefüllt wurden?

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