Kirk & Sweeney Dominican Rum 18 Jahre im Test » Eye For Spirits

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Kirk & Sweeney Dominican Rum 18 Jahre im Test

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Bildquelle: Bremer Spirituosen Contor

Ein Rum, wie er im Buche steht. Dieser Kirk & Sweeney. Intensive Farbe, bauchige Flasche und die nötige historisch-kriminelle Vergangenheit für eine einprägsame Verkaufsgeschichte. Weniger ausführlicher sind hingegen die Herstellungsinformationen und -hintergründe. Entscheidend ist aber der Inhalt, und der wird der Masse gefallen. In Teilen.


Gehen wir einmal von folgender Situation aus: Du hast beim Thema Rum das Wissen eines durchschnittlichen Laien. Kurzum also nicht viel. Wenn du unter dieser Voraussetzung aufzählen müsstest, welche Eigenschaften, egal ob optisch oder gustatorisch, Rum hätte; welche wären dies?

Egal, was jetzt kommt, der Kirk & Sweeney 18 Jahre hat sie. In jeglicher Hinsicht. Zum Beispiel geographisch: So stammt dieser Rum aus dem Herzen der Karibik, der dominikanischen Republik. Dort wird er als Auftragsabfüllung des kalifornischen Unternehmens 35 Maple Street produziert. Die federführende Destillerie wird offiziell allerdings nicht kommuniziert.

Deutlich mehr Informationen erhält der Kunde allerdings über die Namensherkunft von „Kirk & Sweeney“. In Anlehnung an ein altes Schmugglerboot, das während der Prohibition Rum aus der Karibik in den Nordosten der USA transportierte, erhielt die Rum-Marke ihren Namen. Prohibition, karibisches Lebensgefühl und ein Hauch Illegalität schwingt also mit. Fakten, auf denen man eine effektive Marketing-Strategie aufbauen kann.

In Sachen Klischees belässt es der Kirk & Sweeney 18 Jahre aber nicht bei Äußerlichkeiten. In der Flasche knallt er einem das um die Ohren, was per definitionem Rum landläufig ausmacht.

DEGUSTATION DES KIRK & SWEENEY 18 JAHRE

Mit kräftiger Bronze-Farbe liegt der Kirk & Sweeney 18 Jahre im Glas.

Egal, ob ich diesen Rum sofort nach dem Einschenken verkoste, oder ihm eine Weile Ruhe gönne, das Bouquet bleibt dasselbe. Sofort ist es mit 4 deutlich erkennbaren Noten am Start: Vanille, Rum, Karamell und Alkohol. Letzteres steigt nicht brennend oder scharf aus dem Glas, stört allerdings das Gesamtbild durch Nuancen, die an Neutralalkohol erinnern. Überdeckt wird dies allerdings meistens durch eine Flut an Vanille und Karamell. Du musst also noch gar keinen Schluck im Mund haben, deine Sinneszellen für „süß“ springen dennoch schon an. Im Hintergrund zeigt das Bouquet des Kirk & Sweeney 18 Jahre noch dezente florale Anklänge, das aromatische Zepter halten aber definitiv die zuvor genannten Aromen.

Seiner aromatisch-geschmacklichen Linie bleibt dieser Rum auch im Mund treu. Lediglich der Alkohol stellt sich vor die anderen auf die Bühne und schreit „Hier bin ich!“. War dieser zuvor in der Nase in erster Linie nur aromatisch erkennbar, zeigt er sich im Mund durch eine gewisse Schärfe. Eine Schärfe, die ohne Frage das Gesamtbild stört. Neben die Vanille gesellt sich hier noch ein Hauch Kokos, der zuvor in der Nase noch nicht vorhanden war. Leider sorgt dies nicht für die nötige Komplexität und Raffinesse, die dem Kirk & Sweeney 18 Jahre fehlt. Zwar wirkt er durch seine Süße und Öligkeit mundfüllend, aromatisch kommt er aber eher flach daher.

Im Nachklang lässt es auch der Alkohol etwas ruhiger angehen. Den Vortritt haben dieses Mal karamellisierter Zucker und ein Hauch Tabak.

Der Kirk & Sweeney 18 Jahre ist ein Rum mit Potential. Dennoch habe ich den Eindruck, dass die primäre Zielgruppe Fans für direkte Aromen sind. Einmal Nase drauf und alle Aromen aufgesaugt. Zudem liefert das schicke Flaschendesign und die passende Sales Story die Legitimation für einen Preis zwischen 50 und 60,- Euro. Der Inhalt tut dies nur begrenzt.

Details:

Art: Rum (Melasse)

Alter: 18 Jahre

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 40 %Vol.

Preis: > 50 Euro à 0,7 Liter

Region: Dominikanische Republik

Bottler: k. A. /35 Maple Street

Fazit: 5/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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3 Kommentare für Kirk & Sweeney Dominican Rum 18 Jahre im Test

  1. kallaskander 4. April 2016 zu 16:53 #

    Hi there,

    wer würde denn den Design Preis gewinnen – die Flasche oder der Rum?

    Greetings
    kallaskander

    • Philip Reim 4. April 2016 zu 17:58 #

      Da mir die Flasche recht gut gefällt, ist das eine einfache Frage… 😉

  2. kallaskander 5. April 2016 zu 10:04 #

    Hi there,

    du bist halt ein Ästhet…. oder doch nur ein Realist? 😎

    Greetings
    kallaskander

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