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Compagnie des Indes Martinique 13 Jahre Rhum im Test

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martinique

Es ist ein Teil Frankreichs, wenn auch knapp 7000 Kilometer entfernt von dessen Hauptstadt Paris. Die Rede ist von Martinique. Eine kleine Insel, aber ein großes Ding, wenn es um guten Rum geht. Um Rum mit Terroir, um Rum mit ordentlich Wumms. Von eben dieser kleinen Antillen-Insel kommt auch der neue Martinique 13 Jahre der Compagnie des Indes. Wir konnten für euch einen Blick in die Flasche werfen.


Mit 385.000 Einwohnern leben auf Martinique gerade einmal eine Handvoll Personen mehr als in Bochum. Dennoch zählt das kleine französische Übersee-Département zu einer der etabliertesten „Rum-Nationen“, erhält in jeglicher Literatur eigene Kapitel.

Als Rum-Produzent ist es eine echte Hausnummer. Nicht zuletzt, da es ähnlich wie Guadeloupe in erster Linie auf frischen Zuckerrohrsaft als Rohstoff für ihren Rum setzt. Auch so beim Compagnie des Indes Martinique 13 Jahre.

Für diesen Rum schmeisst die Dillon Destillerie ihre Brennblasen an. Zwar besitzt die Brennerei auch unter eigenem Namen ein gut bestücktes Portfolio, im Fall des hier getesteten Rums bzw. Rhums konnte Compagnie des Indes allerdings ein Fass abzweigen. Aus diesem wurden insgesamt 298 Flaschen des Martinique 13 Jahre gezogen.

Dillon benutzt für ihre Destillate 10 verschiedene Sorten Zuckerrohr. Allerdings stammen diese alle aus Martinique. Bedenkt man, dass die Insel gerade mal eine Fläche knapp über 1000 Quadratkilometern hat, würde ich fast behaupten, das süße Gras stammt aus regionalem Anbau.

Direkt nach der Ernte wird dies bei Dillon in eine Corliss Dampfmaschine von 1922 verfrachtet und ausgepresst. Der frische Zuckerrohrsaft wird anschließend mit Hefe versetzt und zum Gären gebracht. Die ersten Schritte für einen Rhum mit ordentlich Terroir.

DEGUSTATION DES COMPAGNIE DES INDES MARTINIQUE 13 JAHRE

Die Farbe des Compagnie des Indes Martinique 13 Jahre würde ich als Strohgelb bezeichnen. Er ist also für 13 Jahre Fassreifung recht blass um die Nase.

Lässt du diesen Rum eine Weile stehen, wirkt er staubtrocken. Du riechst förmlich, was dich gleich im Mund erwartet. Die Aromen des Bouquets würde ich dabei als eine große Sammlung von dezenten Nuancen beschreiben. Allem voran stechen Kokos und Banane heraus. Hinzukommt eine leicht holzige und medizinische Note. Letztere erinnert mich etwas an Desinfektionsmittel. Erstaunlicherweise rückt der Compagnie des Indes Martinique 13 Jahre noch einige Fruchtnoten heraus, wenn du ihn während des Riechens kräftig schwenkst. Dann gibt es noch ein paar Äpfel, Birnen, Zitronenzesten und auch Vanille oben drauf.

Der erste Eindruck, den dieser Rhum vermittelt, ist: Milde. Er liegt angenehm weich auf der Zunge. Ganz so aromatisch wie noch zuvor in der Nase ist er hier allerdings nicht mehr, nicht ganz so verspielt. Er ist im Mund eher einer der ganz grazilen Sorte. Zwar liefert er etwas Birnen und Vanille-Aroma, allerdings nur sehr schwach. Die markanteste Eigenschaft im Mund: pure Trockenheit.

Im Nachklang heftet er sich lange und ebenfalls staubtrocken an den Gaumen. Er bleibt mit dem Aroma von feuchtem Gras, Papier und altem Leder lange Zeit am Gaumen haften.

Zweifelsohne ist dieser Rum ein hochwertiges Produkt, macht sehr viel Spass. Allerdings hat er seine Schwachstellen, vor allem im Mund. Hätte ich die Wahl, und die knapp 80,- Euro locker, die dieser Rhum kostet, dann würde ich zu einem anderen Produkt aus dem Portfolio der Compagnie des Indes greifen. Zu einem ähnlichen Preis sind dort wahre Perlen versteckt.

Details:

Art: Rhum

Alter: 13 Jahre

Jahrgang: 2002

Alkohol: 44 %Vol.

Preis: ~ 79,90 Euro à 0,7 Liter

Region: Martinique

Bottler: Dillon/ Compagnie des Indes

Fazit: 7/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

4 Kommentare für Compagnie des Indes Martinique 13 Jahre Rhum im Test

  1. Maddin 10. April 2016 zu 23:10 #

    Vor allem bekommt man zu diesem Preis bereits eine ganze Menge verdammt hochwertiger Originalabfüllungen von der Insel. Bei einer der üblichen unabhängigen Abfüllungen (z.B. Jamaika, Barbados, Trinidad, Guyana) ziet ja wenigstens noch das Argument, dass man sonst nur schwer den „unverfälschten“ Stil zu schmecken bekommt. Bei Martinique Rums wird der aber nun mal selbst von den Originalabfüllern abgefüllt.

    • Philip Reim 11. April 2016 zu 14:23 #

      Guter Punkt

  2. Arno Schmid-Egger 11. April 2016 zu 22:33 #

    Einer der interessanten Punkte an diesem Rum ist, dass das Alter von 13 Jahren das der am längsten gereiften Originalabfüllung von Dillon übersteigt… bei Dillon in Frankreich war man nicht allzu erfreut hierüber. Von dem her passt die Abfüllung schon zum Konzept von Compagnie des Indes, Rums anzubieten die sich vom Standard-Angebot abheben. Wobei nicht das „Übertrumpfen“ von Dillon in punkto Reifezeit die Motivation für die Abfüllung war, sondern weil die tolle Aromatik von einem sehr lange gereiften Rhum Agricole aufgezeigt werden soll.

  3. Maddin 12. April 2016 zu 20:14 #

    Naja, diese Argumentation impliziert eine Vergleichbarkeit zwischen der Dauer einer Reifung im kontinentalen (dieser Rhum hier) und tropischen (die standard Dillon Range) Klima. Bestenfalls wäre eben genau diese nicht-Vergleichbarkeit ein Reiz dieser Abfüllung.

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