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Akashi 5 Jahre Japanese Single Malt im Test

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Bildquelle: Bremer Spirituosen Contor

Es war in jüngster Vergangenheit einer der japanischen Whiskys, die den deutschen Markt betraten: der Akashi 5 Jahre. Dabei sind japanische Whiskys an sich keine Seltenheit mehr. Im Falle der White Oak Distillery jedoch schon. Zu klein, zu unbekannt. Bis vor rund 12 Monaten. Was deren 5 jähriger Ex-Sherry-Single Malt im Glas so leistet, konnten wir für euch kürzlich unter die Lupe nehmen.


Du kennst White Oak nicht? Kein großer Akt, denn bis vor kurzem, kannte jene japanische Whisky-Brennerei hierzulande überhaupt nur ein kleine Zahl eingefleischter Japan-Fans. Selbst als die Big Player der fernasiatischen Insel ihr Whisky-Portfolio vor Jahren begannen zu uns schickten, kam der Begriff White Oak nicht im Entferntesten vor.

Unter anderem, da die Brennerei in der Nähe des Hafens Kobe erst 1984 mit der Produktion von Whisky begann. Vorher hieß deren Steckenpferd Shochu und Sake. Whiskys, die ab Mitte der 80er in der White Oak Distillery gebrannt wurden, landeten meistens als Bestandteil in Blended Whiskys. Single Malts waren da eher die Ausnahme.

Dennoch gibt es ein paar davon. Wobei der 5 jährige einer der wenigen ist, die es seit rund 1 Jahr auch im deutschen Handel gibt. Dieser Whisky reifte ausschließlich in Ex-Sherryfässern und wurde nicht kaltfiltriert.

DEGUSTATION DES AKASHI 5 JAHRE

Einmal im Glas besitzt der Akashi 5 Jahre eine satte goldgelbe Farbe.

In meinen Augen ist dieser Single Malt ein Spätzünder. Das Bouquet braucht ein paar Minuten, drückt nicht gleich mit voller Kraft aus dem Glas. Gibst du ihm allerdings eine Weile, dann versprüht er förmlich fruchtige Aromen. Die Sherryfässer leisten hier ganze Arbeit. Neben frischen roten Früchten wie Kirsche und Erdbeere ist es vor allem Dörrobst, das dem Bouquet seinen Stempel aufdrückt. Getrocknete Pflaumen und Aprikosen en masse. Zudem ist der Duft des Akashi 5 Jahre angenehm trocken. Vanille und Milchreis ergänzen dabei die Aromenpalette ohne dominant oder zu süßlich zu wirken. Aus dem Hintergrund lurkt eine deutliche Schwefel-Note hervor, die an Gummi und abgelaufene Eier erinnert. Schwefelwasserstoff scheint hier seinen Beitrag zu leisten. Diese verzieht sich allerdings nach einer gewissen Zeit und nach rund 5 Minuten bleibt ein angenehmer Blütenduft zurück. Nur zu oft schwenken solltest du den Akashi 5 Jahre nicht. Denn gibst du ihm ein paar kräftige Schwünge, macht sich der Alkohol mit seinen 50%Vol. bemerkbar und überlagert positivere Nuancen.

Den ersten Eindruck, den mir der Akashi 5 Jahre im Mund verschaffte, war ein angenehm, leicht süßlicher Geschmack. Fruchtige Aromen sind auch hier wieder sein Steckenpferd. Im Gegensatz zur Nase werden Kirsche und Vanille dieses Mal jedoch von einer Handvoll Nüssen begleitet. Zudem spielt der leicht schweflige Unterton im Mund keine Rolle mehr.

Im Nachklang lässt sich dieser Single Malt mit genau 3 Attributen beschreiben: alkoholisch, trocken und fruchtig. Ersteres zeigt sich in einer nur kurzanhaltenden Schärfe. Zweiteres entsteht vor allem durch herbe Holztöne. Und das Letzte pickt sich noch einmal Kirsche und Pflaume in trockener Form heraus und heftet es langanhaltend an den Gaumen.

Nachdem ich den Akashi 5 Jahre mehrmals verkostete, hatte ich am Ende immer wieder denselben Eindruck. Er ist ein spannender, hochwertiger Single Malt mit ein paar Schwachstellen. Ein Single Malt, der zeigt, dass 5 Jahre Fassreifung schon ordentlich Aroma liefern, aber häufig noch Schwachstellen besitzen.

Details:

Art: Single Malt Whisky

Alter: 5 Jahre

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 50 %Vol.

Preis: ~ 72 Euro à 0,7 Liter

Region: Kobe/Japan

   Bottler: White Oak Distillery

 Fazit: 6/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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Ein Kommentar für Akashi 5 Jahre Japanese Single Malt im Test

  1. Freddy Mueller 14. April 2016 zu 14:32 #

    Wow, 72 Euro die Flasche ist aber natürlich ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, dass man für den gleichen Preis z.B. fast schon einen Hibiki 12 bekommt (vor einem halben Jahr hätte man noch einen bekommen, aber momentan braucht ja nur Japan auf der Flasche stehen und der Preis schießt nach oben 😉

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