Brown-Forman kauft BenRiach, kauft Glenglaussaugh, kauft GlenDronach » Eye For Spirits

Werbung

Brown-Forman kauft BenRiach, kauft Glenglaussaugh, kauft GlenDronach

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone

Bildquelle: Jason Costanza/FlickR

Die wilde Party ist vorbei, der Scotch-Boom über seinem Zenith hinaus. Und dennoch: der Single Malt Whisky-Markt floriert wie nie in seiner Geschichte zuvor. Grund genug für den US-amerikanischen Spirituosenkonzern Brown-Forman seinen Hut nun in den Ring zu werfen. Etwas spät, aber dafür mit gleich 3 Destillerien. Geschluckt wurden die Marken GlenDronach, BenRiach und Glenglassaugh.


Die Whisky-Geschichte der vergangenen Jahrzehnte wurde nicht ausschließlich aber zum großen Teil durch die Pläne von Spirituosenkonzernen geprägt. Verschiedene Marken mit verschiedenen Scotch-Destillerien im Angebot.

Eine Großunternehmen tauchte in dieser Szene jedoch so gut wie nie auf: Brown-Forman. Das Ironische daran ist die Tatsache, dass gerade dieser US-amerikanische Konzern, der mit Scotch nicht viel am Hut hatte, eine der größten Whisky-Marken der Welt im Portfolio hat: Jack Daniel’s. Man konzentrierte sich auf den Stoff aus Kentucky und Tennessee.

Wie heute das Online-Portal YAHOO! Finance bekannt gab, ändert sich dies aber. Denn Brown-Forman erwarb offiziell das schottische Unternehmen BenRiach Distillery Co. Neben der gleichnamigen Brennerei selbst gelangen durch diese Übernahme gleich noch 2 weitere in den Besitz des US-amerikanischen Unternehmens: GlenDronach und Glenglaussaugh. Beide Destillerien befanden sich bis dato im Besitz der Benriach Distillery Co. Ab jetzt folglich auch in dem von Brown-Forman.

Der Konzern ist somit nicht nur um 3 vielversprechende Scotch-Marken reicher, sondern gleichzeitig auch um 165 Arbeitskräfte, 55 davon saisonal beschäftigt.

Welche Pläne Brown-Forman mit den 3 Scotch Destillerien in Zukunft verfolgt, wird offiziell noch nicht kommuniziert. Fakt ist jedoch, dass sie mit Scotch kein Neuland betreten. Auch wenn sie selbst nie eigenständige Malt Destillerien besaßen, war Brown-Forman vor nicht all zu langer Zeit Minderheitsaktionär bei Glenmorangie plc. Jene Single Malt Scotch Marke wurde folglich von Brown-Forman in den USA und Kanada von 1992 bis 2005 und in Kontinentaleuropa sowie einigen asiatischen Märkten von 2000 bis 2005 vertrieben. Erst als die Markenrechte von Glenmorangie plc zum Jahreswechsel 2004/05 an Moët Hennessy Louis Vuitton übergingen, kehrte Brown-Forman dem Scotch-Markt den Rücken.

Bis jetzt. Über eine Dekade später. Mit gleich 3 Malt Destillerien. Nun, wenn man schon zu spät zur großen Party kommt, dann macht man eben seine eigene.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Dann erhalte alle zukünftigen Artikel von Eye for Spirits. Kostenfrei. Bequem in dein Postfach.

3 Kommentare für Brown-Forman kauft BenRiach, kauft Glenglaussaugh, kauft GlenDronach

  1. kallaskander 28. April 2016 zu 10:28 #

    Hi there,

    was mich erschreckt hat war, daß der BF CEO gleich von drei super premium Marken sprach, die man hier erworben habe…. klingt erstmal nach Preiserhöhungen.

    Inzwischen gibts auch erste Reaktionen und neue Erkenntnisse.

    Die Walkers verdienen 100 Mio Pfund an dem Deal und sowohl Billy als auch Allistair bleiben in ihren Rollen.

    Den Vetrieb wollen BF allerdings sobald als möglich weltweit selber machen.

    http://whiskycast.com/benriachs-walker-its-an-emotional-day/

    Daß ein so erfolgreiches Unternehmen Begehrlichkeiten weckt war abzusehen. Vom rein finanziellen gesehen, von den ursprünglichen Investitionen zu der heutigen Kaufsumme kann man nur sagen eine Angebot, das können sie nischt ablehnen.

    Allerdings ist damit eines der wenigen Familienunternehmen der schottischen whisky industy nun auch in Konzernhand, auch wenn vorher schon einiges Geld aus Südafrika kam.

    Wir dürfen gespannt sein.

    Greetings
    kallaskander

  2. 1968superingo 28. April 2016 zu 10:34 #

    Jetzt bin ich doch etwas geschockt! In den letzten Jahren fielen Benriach, Glendronach und Glenglassaugh durch tolle Abfüllungen auf, die nicht immer dem Mainstream entsprachen. Ob das unter der Führung der neuen Besitzer auch so sein wird? Ich habe da kein gutes Gefühl im Bauch. Schade, wieder wurde ein „kleines“ unabhängiges Unternehmen durch einen der großen Fische im Teich geschluckt. Welcher Preis wohl für den Deal gezahlt wurde?

    • 1968superingo 28. April 2016 zu 10:38 #

      Ah, kalleskander Kommentar hat sich mit meinem zeitmässig überschnitten. Da haben die bisherigen Besitzer einen guten Schnitt gemacht. Wahrlich ein nicht ablehnbares Angebot.

Schreibe einen Kommentar