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Ethanolski: Münchens nicht ganz so seriöser Vodka

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ethanolski

Hast du schon einmal eine Pressemitteilung gelesen? Zu 98% sind diese äußerst langweilig. Häufig eine reine Auflistung von Details, die das Produkt beschreiben. Bei einigen Marken fehlt aber selbst das. Beim neuesten deutschen Crowdfunding-Projekt aus der flüssigen Ecke, Ethanolski, musste ich sie allerdings zweimal lesen. Das Teil hatte Authentizität, Humor und das alles ohne konkrete Fakten.


Philipp Windgassen, der Kopf hinter PW Spirits und Münchens neuestem Vodka Ethanolski, dreht den Spieß einfach um. In der Pressemitteilung zu seinem Start Up-Projekt zählt er nicht auf, was sein Tropfen alles hat und kann, er listet auf, was es nicht hat.

Super-special filter method, no fancy bling bottle and no fucking celebrity endorsement„. Keine künstliche Filtrationsmethode, kein schickes Flaschendesign und kein „nettes“ Promi-Sponsoring. Wenn du dich fragst, wie man aus Nichts eine Kunstform machen kann, so sähe es aus.

Und tatsächlich. Die Flasche des Ethanolski wird definitiv keinen Red Dot Award für innovatives Produktdesign bekommen. Das Konzept dahinter ist allerdings erfrischend. Auch wenn offiziell nicht kommuniziert wird, welche Destillerie das eigentliche Destillat zur Verfügung stellt.

Bekannt ist lediglich, dass der Brand selbst von PW Spirits noch auf Trinkstärke reduziert wird. In Bezug auf Herstellungsdetails lässt sich vermuten (!), dass als Rohstoff Getreide zum Einsatz kam. Das war es dann auch schon.

Lediglich auf die Frage, ob Ethanolski vegan sei, gibt der Hersteller eine konkrete und allessagende Antwort: „The product yes, the label sticker not. So if you are vegan, don’t lick the label!

Dass sich Philipp Windgassen mit hochwertigen Tropfen auskennt, bewies er in den vergangenen Jahren als unabhängiger Importeur. Neben der costa-ricanischen Marke Ron Centenario führt Windgassen die exklusiven Vertriebsrechte in Deutschland an den Marken Ron Aldea von den Kanaren und Thompson’s Finest Spirits aus Frankreich. Ohne dieses Hintergrundwissen hätte ich den ein oder anderen Moment an der Seriosität des Ethanolski gezweifelt.

Um das Ziel dieser neuen Vodka-Marke zu realisieren, läuft seit kurzem eine Crowdfunding-Kampagne. Das heißt, durch freiwillige Spenden soll das Projekt jene finanzielle Spritze erhalten, die es für einen ernsthaften Marktstart benötigt. Wirklich ernsthaft.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

6 Kommentare für Ethanolski: Münchens nicht ganz so seriöser Vodka

  1. kallaskander 29. April 2016 zu 10:09 #

    Hi there,

    einen reinen marketing Vodka – zu der Zeit?

    Nur story keine Substanz? Mag ja eine originelle story sein, die andere marketing Ansätze aufs Korn nimmt.

    Die Frage ist, ob solche April-Scherz Produkte der Spirituosen Kategorie wirklich einen Gefallen tun.

    Greetings
    kallaskander

  2. Holger D. 29. April 2016 zu 12:57 #

    >einen reinen marketing Vodka – zu der Zeit? Nur story keine Substanz?<

    Ist Wodka nicht schon immer zu 80% Marketing-Storytelling??? 😉

    Der Name "Ethanolski" ist auf jeden Fall sensationell!

    VG, HD

    • Martha Kuhnle 30. April 2016 zu 20:28 #

      Richtig!!

  3. kallaskander 29. April 2016 zu 13:16 #

    Hi there,

    jau, stimmt natürlich auch wieder. Und wer ist dieser Ethanolski? 😎

    Greetings
    kallaskander

  4. Holger D. 29. April 2016 zu 13:28 #

    Ethanolski ist der verträgliche Bruder vom fiesen Methanolski… 🙂

    VG, HD

    • Philip Reim 29. April 2016 zu 14:42 #

      Klasse Beitrag. Genial 🙂

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