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5 Julep-Twists, die besser sind als das Original

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Bildquelle: © egorka87/Fotolia.de

Einen Julep zuzubereiten, einen guten Julep zuzubereiten, ist eine Kunst. Hier gibt es keine Zutat, die verzeiht. Hast du den Drink versaut, hast du den Drink versaut. Ganz simpel. Verlangt die Original-Rezeptur des Mint Julep letztlich auch nur nach Whiskey, Zucker und frischen Minzeblättern. Hie und da jedoch eine weitere/andere Zutat hebt den Julep aromatisch auf ein ganz neues Level.


Das Eis zu wässrig, die Minze nicht ausreichend geöffnet, der Zucker nicht aufgelöst. Zwar stecken in einem Julep nur sehr wenige Zutaten, dafür aber umso mehr Varianten ihn gegen die Wand zu fahren. Und Kritiker dieses bekannten Minze-Drinks gibt es viele. Denn neben dem Mojito hat es unter den Cocktails mit frischen Gewürzen und Kräutern kaum mehr als eine Handvoll geschafft, sich zu Klassikern zu mausern. Trotz oder vielleicht gerade, weil der Julep ein Drink der breiten Bevölkerung war.

Ein Crowd-Pleaser im warmen Süden der USA. Damals im 19. Jahrhundert. Bourbon Whiskey aus Tradition, Zucker für die Bekömmlichkeit und Minze für einen Hauch Frische. Im Bundesstaat Kentucky wurde er de facto zum National-Cocktail und wichtiger Bestandteil des renommierten Kentucky Derbys. Er wurde und wird dort in Massen serviert.

Wem Lob und Dank für diese Kreation gebührt, ist heute nicht mehr bekannt. Ebenso wenig wie der- oder diejenige auf die Idee kam, seinen Drink „Julep“ zu nennen. Denn auch wenn er in den südlichen USA teils in Massen konsumiert wird, seinen ursprünglichen Namen erhielt er dort nicht. Seine Anglisierung vielleicht, aber nicht seine historische Bezeichnung. Die entstand über 11.000 Kilometer weiter östlich. In Persien, im heutigen Iran.

Golâb bezeichnete dort eine Mixtur aus Tee, aromatisiert mit Rosenwasser. Ein Zusammenhang mit der modernen Version eines Juleps bestünde hier nur noch in der tee-ähnlichen Aromatisierung durch Minze-Blätter. Ob dies letztlich jedoch das schlagende Argument für die Namensanlehnung ist, ist reine Spekulation ist. Fakt ist hingegen, dass für die Basis des Juleps seit er das erste Mal im Glas beziehungsweise Becher landete, jegliche Spirituose verwendet wurde. Selbst Rum. Vor allem Rum, wenn man bedenkt, dass es in den USA die Spirituose #1 war, bevor Whiskey auf den Plan trat.

Wenn ich nun seine Geschichte einmal zusammenfasse, gibt es de facto keinen Mint Julep. Es gibt lediglich ein Sammelsurium an Twists, bei dem sich die Kentucky-Version als bekannteste herauskristallisierte. Twists, wie die folgenden 5.

SMOKED JULEP

– adaptiert nach Phil Ward, 2008, New York

  • 3 cl Laphroaig Islay Single Malt Scotch 10 Jahre
  • 3 cl Apfelbrand/Calvados
  • 0,5 cl Ahornsirup

Gib alle Zutaten in einen klassischen Julep-Becher aus Zinn. Fülle diesen anschließend zur Hälfte mit Crushed Ice. Mit dem Barlöffel verrührst du die Zutaten rund 10 bis 15 Sekunden lang. Halte dabei den Becher am oberen Rand, sodass das gesamte Gefäß gleichmäßig gefrieren kann. Nach jenen Sekunden sollte sich das Crushed Ice merklich verringert haben und geschmolzen sein. Fülle den Becher nun zu circa 2/3 mit Eis und verrühre einige Sekunden bis der Becher gefroren ist. Häufe nun weiteres Crushed Ice zu einem Kegel auf. Dekoriere anschließend mit einer hauchdünnen Apfelscheibe und 2 bis 3 Minze-Zweigen.

MINT JULEP 1862

– adaptiert nach Jerry Thomas, 1862

  • 4 cl Brandy/Cognac
  • 1,5 cl Pfirsichlikör/Pfirsichbrand
  • 15 Minzeblätter
  • 2 Dashes Brauner Jamaica Rum

Die Minze in einen Julep Becher oder Highball-Glas geben. Mit einem Stößel/Muddler die Minze trocken verrühren und dabei vorsichtig an der Gefäßwand andrücken. Sobald das Gefäß frischen und intensiven Minzduft versprüht, gibst du den Weinbrand und den Likör hinzu. Lasse die Suspension nun circa 5 Minuten ziehen. Anschließend nimmst du die Minze aus dem Glas und füllst es mit Crushed Ice auf. Verrühre nun so lange, bis das Glas von außen beschlägt beziehungsweise der Metallbecher gefriert. Fülle ein weiteres mal Crushed Ice zu einem Kegel auf. Dekoriere mit Minze und Pfirsichstückchen. Abschließend gibst du den Rum on top dazu.

RACKETEER JULEP

– adaptiert nach Jessica Gonzales, 2009, New York

  • 6 cl Genever
  • 1,5 cl Smith & Cross Jamaica Rum
  • 1 BL Demerara Zucker-Sirup (2:1)
  • 1 BL Vanille-Sirup
  • 1 Dash The Bitter Truth Aromatic Bitters
  • 10 bis 15 Minzeblätter

Gebe zunächst die Minzeblätter in den Julep Becher und verrühre diese trocken mit Muddler bzw. Stößel. Die Minze sollte dabei leicht angedrückt werden. Verwerfe anschließend die Minze wieder und gebe alle Zutaten bis auf die Bitters in den Becher. Fülle diesen nun zu rund der Hälfte mit Crushed Ice. Nach 10 bis 15 Sekunden Verrühren sollte die Gefäßwand beschlagen sein. Fülle nun weiteres Crushed Ice hinzu und verrühre dieses bis die Außenseite des Metallbechers angefroren ist. Befülle den Julep Becher bzw. das Highball-Glas nun mit weiterem Crushed Ice zu einem Kegel, der sich nach oben hin auftürmt. Gebe die Bitters oben auf und garniere mit etwas Minze.

STAGGER LEE JULEP

– adaptiert nach Bastian Heuser & Jakob Etzold, Berlin

  • 6 cl Straight Kentucky Bourbon Whiskey
  • 1,5 BL Kirschmarmelade
  • 1 BL Kirschlikör
  • 10 bis 15 Minzeblätter

Den Becher bzw. das Glas mit den ätherischen Ölen der Minze, wie bei den anderen Rezepturen, aromatisieren. Anschließend Bourbon, Marmelade und Likör hinzugeben und verrühren bis sich die Marmelade aufgelöst hat. Geduld! Flüssigkeit und Minze circa 5 Minuten ziehen lassen. Anschließend die Minze verwerfen und das Gefäß zur Hälfte mit Crushed Ice auffüllen. Rund 10 bis 15 Sekunden verrühren, mindestens jedoch so lange bis die Außenseite des Glases beschlägt bzw. die des Bechers gefriert. Anschließend mit Crushed Ice kegelförmig auffüllen und mit Minze und Maraschino-Kirsche garnieren.

ZIHUATANEJO JULEP

– adaptiert nach Brian Miller, 2009, New York

  • 6 cl Reposado Tequila
  • 1 BL Demerara Zucker-Sirup (2:1)
  • 1,5 cl Mezcal
  • 8 – 10 Minzeblätter

Aromatisiere zunächst den Julep Becher mit der Minze. Fülle diesen anschließend mit Crushed Ice, Tequila und Sirup. Mit dem Swizzle-Stick verrührst du die 4 Komponenten für rund 5 Sekunden. Fülle den Becher anschließend wieder mit Crushed Ice auf und gieße den Mezcal on top dazu. Öffne die Längsseite einer Zimtstange kurz an einer Reibe. Dies allerdings nicht direkt über dem Drink. Die leicht geöffnete Zimtstange wird zusammen mit etwas Minze in die Mitte des Crushed Ice gegeben. Strohhalm dazu. Das leichte Anreiben der Zimtstange sorgt für einen dezenten Zimtduft, wenn der Gast seinen Kopf zum Strohhalm neigt.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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