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Glenmorangie Tarlogan – 3-stellig für einen Virgin Oak-Whisky?

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Bildquelle: Moet Hennessy Louis Vuitton

6 Millionen Liter ist ein ansehnliches Volumen. Vor allem dann, wenn es sich um Rohbrand handelt, der wie im Falle der Highlands-Destillerie Glenmorangie jährlich aus den Brennblasen läuft. Ein Teil dieses New Makes wird in Kürze in Form des neuen Glenmorangie Tarlogan abgefüllt. Kurz noch in Ex-Bourbon und Virgin Oak-Fässern vorbeigeschaut und ab in den Duty Free-Handel.


Mit knapp unter 6 Prozent Marktanteil ist Glenmorangie unter dem Dachkonzern Moët Hennessy Louis Vuitton derzeit der viertgrößte Single Malt Scotch-Produzent. Die Markt-Reichweite entsprechend groß, die Fan-Gemeinde solide. Für die Reiselustigen unter euch erscheint bald eine neue Abfüllung: der Glenmorangie Tarlogan.

Seit einigen Jahren bereits legt die Destillerie aus den nördlichen Highlands vermehrt den Fokus auf den globalen Reisehandel. Das Duty-Free-Geschäft scheint gewissermaßen das neue Steckenpferd der Jungs und Mädels aus Tain zu sein. Vielleicht auch deswegen, da sich dort das Klientel über No-Age-Statements im 100-Euro-Bereich nicht derart mokiert wie im regulären Einzelhandel.

Der neue Glenmorangie Tarlogan ist dabei die Portfolio-Erweiterung zu den bestehenden Qualitäten Duthac und Dornoch. Tarlogan bildet dabei den Abschluss der so genannten Legends Collection von Glenmorangie. Eine Single Malt Whisky-Reihe, deren gälische Bezeichnungen an historische Persönlichkeiten erinnern soll, die mehr oder minder mit der Brennerei in Kontakt standen.

Kamen bei den beiden Vorgängern noch Ex-Sherryfässern zur Nachreifung zum Einsatz, verzichtet das Unternehmen bei der neuen Qualität auf dieses aromatische i-Tüpfelchen. Der Tarlogan stammt ausschließlich aus Ex-Bourbon- und Virgin Oak-Fässern, also Fässer aus neuen, ausgebrannten Holzdauben.

Warum jedoch gerade der Glenmorangie Tarlogan, der ohne spezielle Fassauswahl und ohne Altersangabe auf den Markt kommt, der mit Abstand teuerste Malt der Serie ist, erschließt sich mir nicht. Umgerechnet rund 100,- Euro (£79.99) muss der Kunde für 700ml Whisky auf den Tisch legen.

Ein aus meiner Sicht heikles Thema. Ich möchte nicht der Verkäufer sein, der einem Whisky-Fan erklären soll, warum er einen 3-stelligen Betrag für einen in Teilen Virgin Oak-gereiften Single Malt bezahlen soll. Zumal diese Fässer einen Malt zwar recht schnell mit direkten Aromen wie Vanille, Holz und Karamell versorgen, ihm häufig jedoch Komplexität schuldig bleiben. Dies alles dann noch ohne Altersangabe…ein Schelm wer Böses denkt.

Nichtsdestotrotz, der Glenmorangie Tarlogan wird mit 43%Vol. abgefüllt. Ab sofort ist er auf diversen britischen Flughäfen erhältlich. Gegen Ende des Jahres erfolgt eine weltweite Zustellung.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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6 Kommentare für Glenmorangie Tarlogan – 3-stellig für einen Virgin Oak-Whisky?

  1. 1968superingo 11. Mai 2016 zu 17:15 #

    Philip, ich schließe mich Deiner kritischen Sichtweise an. Und trotzdem wird auch diese Abfüllung mehr als genügend Käufer finden. Scheinbar leiden zu viele Menschen unter akuten Reichtum.

    • Philip Reim 12. Mai 2016 zu 18:12 #

      Es kann durchaus sein, dass die Käufer dann auch gute Qualität für ihr Geld bekommen. Nur zweifle ich an der Relation.

      Gruß Philip

  2. Dirk 13. Mai 2016 zu 12:08 #

    Hallo Philip,
    zur Legends Collection gehört der Duthac und der Tayne, aber nicht der Dornoch. Zudem sind die Flaschen der Legends Collection in der Regel alles Literflaschen.
    Gruß Dirk

    • Philip Reim 13. Mai 2016 zu 14:47 #

      Hallo Dirk,

      das dachte ich auch zuerst, weil es an vielen Stellen so geschrieben steht.
      Gehe aber mal auf die offizielle Website von Glenmorangie.
      Als Teil der Legends Collection werden dort nur Duthac und Dornoch gelistet.

      Gruß Philip

  3. Dirk 13. Mai 2016 zu 12:14 #

    Sorry, die kommt tatsächlich in der 700 ml Version. Unglaublich.

  4. kallaskander 13. Mai 2016 zu 14:48 #

    Hi there,

    die Strategie geht auch nicht auf.

    Die Konzerne oder Destillerien – aber auch andere in dem Geschäft – behaupten immer, der travel retail oder duty free Markt sei inzwischen eines der Standbeine. Dann füllen sie aber solchen Ramsch in die Flaschen daß die Kunden da nur einmal kaufen.

    Merken tun sie das erst zu Hause oder schlimmer, wenn sie die Flasche verschenken.

    Dieser Report hier müßte die „Premiumisierer“ alarmieren.

    Obwohl die Zahl der Fluggäste z. B. steigt, geht der Umsatz im Reisegeschäft zurück.

    http://www.thespiritsbusiness.com/2016/05/global-travel-retail-sales-fall-2-3/

    Das Qualitäts / Leistungsverhältnis vieler travel retail exclusives schreit zum Himmel und die Preise die verlangt werden kann man nur als Abzocke bezeichnen. Dahin bewegt sich imo der ganze Spirituosen Mark gerade hin. Preise und Leistungen vieler whiskies sind nicht mehr in Einklang zu bringen.

    Greetings

    kallaskander

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