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Ledaig 1996: Neuer Single Malt liefert hohes Alter für „wenig“ Geld

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ledaig1996

Tobermory und Ledaig sind nicht die einzigen beiden Scotch-Marken, die beide unter demselben Dach hergestellt werden. Die Scotch-Industrie hat da noch ein paar Andere, die eine ähnliche Schiene fahren. Bei kaum einer war der Werdegang hin zu dieser Teilung aber derart konfus wie bei jener Destillerie der Isle of Mull. Diese liefert nun mit dem Ledaig 1996 einen neuen Vintage-Malt ab.


Sowohl Tobermory als auch Ledaig können ein kleines, aber solides Standardportfolio an Single Malts vorweisen. Tobermory mit dem 10- und dem 15-jährigen, Ledaig mit dem 10- und 18-jährigen. Alle hergestellt in der Tobermory Distillery unter der Führung der Burn Stewart Distillers.

Ähnlich wie bei Bruichladdich fährt auch Tobermory zweigleisig. Getorft und nicht getorft. Während Tobermory selbst den nicht rauchigen Part übernimmt, bekommt das Malz für das Ledaig-Portfolio rauchige Phenolderivate in einer Konzentration von 30 bis 40 ppm mit auf den Weg.

In diese Schublade kommt nun der neue Ledaig 1996. Dieser Single Malt reifte laut Unternehmensangaben ausschließlich in Ex-Oloroso-Sherryfässern. Ein offizielles Alter gibt Tobermory zwar nicht an, mit ein bißchen Subtraktion kommt man allerdings auf 19 bis 20 Jahre. 1996 in Fässer gefüllt, 2015 auf Flaschen gezogen. Folglich stammt dieser Malt aus eben jenen Jahren Mitte der 1990er als die Destillerie erstmals beschloss mit 2 Marken gleichzeitig auf den Markt zu gehen. 2 Single Malt-Marken mit 2 verschiedenen charakteristischen Aromenprofilen.

Wenn ich es genau nehme, dann war es das auch schon mit Hintergrundinformationen zum Ledaig 1996 Vintage Single Malt. Ok, er besitzt 46,3%Vol. und kommt nicht kühlfiltriert in die Flaschen, aber dies ist mittlerweile eher Standard als eine bahnbrechende Neuigkeit.

Dennoch dürfte das, was dieser Malt zu bieten hat – oder scheinbar zu bieten hat – den ein oder anderen Whisky-Enthusiasten ansprechen. Vorausgesetzt der- oder diejenige hat rund 150,- € übrig. Traurig aber war: Einen 20-jährigen Single Malt Scotch bekommst du heute nur noch selten für 150,- €.

Offiziell nennt der deutsche Importeur zwar noch keine unverbindliche Preisempfehlung. In Großbritannien erschien der Ledaig 1996 jedoch kürzlich für einen Preis von 120 Pfund Sterling. Umgerechnet also in etwa 150,- Euro.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

2 Kommentare für Ledaig 1996: Neuer Single Malt liefert hohes Alter für „wenig“ Geld

  1. kallaskander 24. Mai 2016 zu 13:42 #

    Hi there,

    Traurig aber war: Einen 20-jährigen Single Malt Scotch bekommst du heute nur noch selten für 150,- €.

    Fehlt da ein „unter“?

    Seitdem Burn Stewart den Südafrikanern von Distell Group gehört, sind deren Preise explodiert. Der 18 jährige Bunnahabhain liegt bei über 100.- € und der 12er bei über 40.- € ! Das ist doch nicht normal.

    Wenn man im Vergleich zum Ledaig 1996 sieht, daß Glenfarclas seinen 21er bei um die 70 .- € hält, dann wird klar, wie sehr hier andere Eigentümer aber auch die unabhängigen Abfüller mittlerweile hinlangen, weil es zu viele Leute gibt mit mehr Geld als Verstand.

    Die Grants von Glenfarclas haben ihre range auch nicht geklaut und rechnen können die auch.
    Signatory hat – noch – einige Abfüllungen in der The Un-Chillfiltered Collection zwischen 18-23 Jahren, die im Verhältnis von Leistung und Preis und im Verhältnis von Alter und Preis im Rahmen sind.

    Sonst wird be whisky nur noch hingelangt … etwa Murray McDavid, Douglas Laing, Hunter Laing, The Maltman… usw. usf.

    Von A. D. Rattray gibt es grade einen Arran für um die 60.- €. Der ist 5, in Worten FÜNF Jahre alt. Ich sehe da überhaupt kein Verhältnis zu irgendwas mehr.

    Greetings
    kallaskander

    • 1968superingo 24. Mai 2016 zu 16:08 #

      Da hast Du leider völlig recht, KALLASKANDER! Ich fürchte, dass nach dem Besitzerwechsel auch für BenRiach und GlenDronach deutliche Preissteigerungen zu erwarten sind. Inzwischen ist es wirklich nicht leicht, Abfüllungen mit Altersangabe für angemessene und bezahlbare Preise zu kaufen. Über die teilweise irrwitzigen Preise bei NAS-Abfüllungen kann man nur noch den Kopf schütteln. Dafür gibt es dann ja eine tolle Story für das Geld! Ich könnte einfach nur noch heulen …. Schön, dass mit den Glenfarclas-Grants und anderen noch einige wenige Besitzer gegen den Strom schwimmen.

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