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Beim neuen Glenlivet Cipher wird NAS zum Alleinstellungsmerkmal

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cipher

Einen Single Malt Whisky ohne Hintergrundinformationen auszuliefern, ist heutzutage kein Novum mehr. Weder bei Glenlivet noch beim der Gros der anderen Scotch-Brennereien. Im Falle des neuen Cipher schmeißt die Brennerei diesen allerdings nicht nur kommentarlos auf den Markt. Diesen Mangel an Informationen versucht Glenlivet als Alleinstellungsmerkmal zu nutzen.


Die kritischen Stimmen über No-Age-Statements, fehlende Hintergrundinformationen etc. sind laut, teils sehr laut. Eine Tatsache, die wir hier auf EYE FOR SPIRITS meistens auch mittragen, verschleiern NAS und Verschwiegenheit häufig einen kontinuierlichen, aber nicht kommunizierten Qualitätsverlust einzelner Abfüllungen. Zusammengepackt in den Begriff „Whisky-Drift“.

Beim neuen Single Malt Cipher versucht Glenlivet den Spieß umzudrehen. Der Mangel an Informationen soll zum Alleinstellungsmerkmal werden, bedeutet „cipher“ letztlich nichts anderes als „chiffrieren“ oder „verschlüsseln“.

Kurzum: Du kaufst den Glenlivet Cipher, notierst deine Verkostungsnotizen, trägst sie unter cipher.theglenlivet.com ein und erhältst eine Auswertung darüber, wie nah du an den offiziellen Tasting-Notes von Master Distiller Allan Winchester dran warst.

Dieser Vergleichstest, den Pernod Ricard für den Glenlivet Cipher programmierte, ist durchaus eine kreative Möglichkeit einen NAS-Whisky zu vermarkten. Auch wenn dies vielleicht ein, zwei-mal funktioniert, wird dies allerdings kein Thema für ein Standardportfolio. Erst recht nicht, wenn das Preisschild umgerechnet rund 130,- Euro zeigt.

Dennoch ist Glenlivet eine der wenigen Brennereien, die in meinen Augen den Diskurs der Whisky-Szene über alterlose Whiskys, fehlende Angaben etc. zumindest aufnimmt. Bis auf wenige Ausnahmen werden deren NAS-Whiskys nicht kommentarlos auf den Markt geworfen. Egal, ob Nádurra, Alpha oder eben Cipher. Mag es Beschönigung oder Verschleierung sein, zumindest bei den ersten beiden war und ist die Qualität ein Meilenstein, mit oder ohne Altersangabe.

Wer überprüfen will, ob dies beim neuen Glenlivet Cipher ebenso der Fall ist, kann dies in Kürze für 130,- à 0,7 Liter und 48%Vol. tun. Durchaus eine beachtliche Stange Geld für einen Single Malt Scotch mit Online-Erweiterung. Aber sehen wir es einmal realistisch: Dieser Malt wird, wie auch bei den anderen Big Playern der Scotch-Industrie, in Kürze von Fans aus den Regalen gerissen. Mit oder ohne eine Duell gegen Alan Winchester.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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4 Kommentare für Beim neuen Glenlivet Cipher wird NAS zum Alleinstellungsmerkmal

  1. 1968superingo 4. Juni 2016 zu 13:14 #

    Deine Aussagen kann ich nur voll unterstützen. Zumindest bemüht sich Glenlivet aber, ordentliches Zeug in die Flasche zu füllen (siehe Nádurra und Alpha). Bei einigen Mitbewerber ist das weniger oft der Fall. Die Preisgestaltung für den Cipher ist aber in der Tat mutig.

  2. Holger D. 5. Juni 2016 zu 12:05 #

    Ist der Inhalt auch kohlrabenschwarz gefärbt, um für die Blindverkostung seine fassmäßige Herkunft visuell zu „ciphern“? 🙂

  3. Matthias Hartinger 7. Juni 2016 zu 21:09 #

    Die ganze (Whisky)sache nimmt immer groteskere Züge an:
    Destillerien die Whiskys herausbringen, zu denen Sie nichts kommunizieren wollen oder können,
    Händler die (teure) Whiskys verkaufen, zu denen Sie nichts sagen können, weil Sie selbst nie ein Glas dieser Abfüllung probiert haben, oder, falls sie welchen getrunken haben, nicht fähig sind Ihre Eindrücke in Worte zu fassen,
    und Verbraucher, die alles an Whisky kaufen was irgendwie als „Premium“ oder „Sonder“ Edition, selbstverständlich limitiert, bezeichnet wird.
    Meine Alternative sind deshalb immer wieder die unabhängigen Abfüller, bei denen gibt es Infos satt, und meistens auch eine Altersangabe und das ziemlich oft für „bezahlbare“ Preise.

    Viele Grüße,
    Matthias Hartinger

    P.S. Ich nenn hier meinen Nachnamen nicht aus Eitelkeit, sondern weil es hier noch einen Matthias gibt, der regelmässig schreibt, und ich nicht möchte, das man Ihm meine mittelmässigen Kommentare andichtet.

  4. Matthias 7. Juni 2016 zu 23:02 #

    deine kommentare sind doch nicht mittelmässig 😉

    Ausserdem kann ich dir da nur 100% zustimmen,
    wobei heutzutage eh kaum ein Händler, wenn er nicht Lüning heisst, wirklich noch probieren kann bei der Menge an Einzelfass, Spezial etc editionen.

    Wenn man bedenkt, vor ein paar Jahren nocht, hat Whisky.de einen jährlichen Katalog rausgebracht und der großteil der Ware war zu Jahresende meist noch lieferbar.

    Heute?

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