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4 Gin-Cocktails, die du diesen Sommer deinen Gästen servieren solltest

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Bildquelle: © Natasha Breen/Fotolia

Mit Gin & Tonic ist es so eine Sache. Ohne Frage ist es ein genialer Zweiteiler, ein Drink mit viel aromatischem Spielraum. Und: Er ist ein gewaltiger Umsatzbringer. Mit bzw. durch ihn entstand aber auch der moderne Snob-Trinker. „Dieses Tonic passt nur zu diesem Gin…mein Lieblings-Gin….tötötö.“ Höchste Zeit also die Slipper auszuziehen, das Flanell-Hemd überzustülpen und ein paar bodenständige Gin-Drinks diesen Sommer zu mixen.


Als Bartender oder stolzer Besitzer einer stattlichen Heimbar könntest du auf viele Spirituosen verzichten. Da du als Grundlage diverser Cocktails, darunter auch viele Klassiker, nur eine Hand voll verschiedener Spirituosen-Kategorien brauchst. Definitiv und unter keinen Umständen darf jedoch Gin fehlen. Das Parfüm der Bar.

Eine Metapher, die in mehreren Punkten wie die Faust aufs Auge passt. Eine Metapher, die geradezu danach schreit, mit Gin-Cocktails zu experimentieren.

Nicht nur wird Gin ähnlich wie Parfüm hergestellt – lässt man einmal die synthetische Gewinnung von Duftstoffen außen vor -, sondern auch ähnliche Ingredienzen können sowohl beim einen als auch beim anderen verwendet werden. Orangenschalen, Wacholder, Blüten etc.

Hinzukommt, dass beide enorm mit Nuancen spielen bzw. darauf basieren. Gin basiert meist anders als andere Spirituosen wie Rum, Whisky oder Weinbrand auf Neutralalkohol. Einem Schnaps, der schon per definitionem kaum bis keinen Eigengeschmack hat. Jegliche Aromen entstehen daher aus der Extraktion verwendeter Drogen. Mittlerweile scheint es dabei nichts mehr zu geben, was nicht in irgendeiner Weise schon mal im Mazerationstopf landete.

Vor allem in Zeiten, in denen Vertreter der New Western Dry-Kategorie zu Massenlieblingen avancierten, Hersteller fruchtige Aromen in den Vordergrund rückten, erhalten Gin-Cocktails ein gänzlich neues Level an Vielfalt.

Aus diesem Grund haben wir 4 recht unbekannte Gin-Cocktails für dich ausgegraben, die vor Komplexität nur so strotzen. Drinks, die dem Gin & Tonic in Sachen einfacher Zubereitung vielleicht nicht das Wasser reichen können, dafür jedoch in Sachen Raffinesse.

STRANGE BREW

adaptiert nach Thomas Waugh

  • 6 cl New Western Dry Gin (dominante Zitrusnote; Bsp: Tanqueray No. 10)
  • 2 cl Falernum
  • 3 cl Frischer Ananassaft
  • 1,5 cl Frischer Zitronensaft
  • Indian Pale Ale

Bis auf das Bier gibst du zunächst alle Zutaten in einen Shaker auf lediglich 3 Eiswürfel. Schüttle kurz aber kräftig. 5 Sekunden genügen. Seihe anschließend in eine vorgekühlte Biertulpe gefüllt mit Crushed Ice ab. Gib das IPA anschließend on top hinzu, garniere mit einem kleinen Minzzweig und serviere mit Strohhalm.

THE REGULARS

adaptiert nach Amador Acosta

  • 4,5 cl Dry Gin
  • 2 cl Vermouth Blanc
  • 2 cl Enzian-Likör (Bsp.: Suze Saveurs d’autrefois Aperitif)

Verrühre alle Zutaten im Rührglas auf Eiswürfel. Seihe den Drink anschließend in einen vorgekühlten großen Tumbler auf einen großen Eiswürfel ab. Parfürmiere Glas und Drink mit einer Zitronenzeste, aromatisiere zusätzlich damit den Glasrand und gebe die Zeste dem Cocktail bei.

HONEY BASIL ALE GIN FIZZ

– adaptiert nach Ashley V. Routson

  • 4,5 cl Dry Gin
  • 1,5 cl Frischer Zitronensaft
  • 1 cl Frischer Limettensaft
  • 1 cl Klee-Honig
  • 1 Eiweiß
  • 6 cl Indian Pale Ale
  • 2 Basilikumzweige

Zunächst die Basilikumblätter vom Zwei rupfen und im Shaker mit dem Muddler andrücken. Kräftig, aber nicht derart, dass die Blätter reissen. Anschließend Eiswürfel, Gin, Säfte, Eiweiß und abschließend Honig hinzu. Die Zutaten sehr kraftvoll rund 20 Sekunden schütteln.

Zum Schluss in einen vorgekühlten großen Tumbler auf Eiswürfel abseihen und mit Zitronenzeste und Basilikumblatt garnieren.

ANJOU MAMA

adaptiert nach Jillian Vose

  • 3 Scheiben einer reinen Kultur-Birne (Pyrus communis)
  • 3 cl Kräuter-Tee (Bsp.: Pennyroyal Tea) infundierter Old Tom Gin
  • 3 cl New Western Dry Gin (dominante Zitrusnote; Bsp: Tanqueray No. 10)
  • 2 cl Frischer Zitronensaft
  • 0,5 cl Orgeat
  • 0,5 cl Zimtsirup
  • 0,5 cl Akazienhonig-Sirup

Setze zunächst die Tee-Infusion an, indem du 2 gehäufte Teelöffel in 0,7 Liter Old Tom Gin gibst. Lasse die Suspension rund 5 Minuten ziehen. Seihe sie anschließend über ein Feinsieb ab.

Währenddessen setzt du den Zimtsirup an. Gebe rund 30 Gramm Zimtstangen in einen Topf und zerstoße sie auf kleine Bruchstücke. Gebe 2 Tassen Wasser und 2 Tassen raffinierten Zucker hinzu, bringe die Suspension kurz zum kochen und lasse sie anschließend für ca. 4 Minuten bei niedriger Hitze köcheln. Anschließend über Nacht abkühlen lassen und mittels Feinsieb abseihen.

Der Honig-Sirup ist letztlich nichts weiter als verdünnter Honig. Hierfür gibst du 2 Tassen des Honigs mit 1 Tasse warmes Wasser zusammen in ein wiederverschließbares Gefäß. Lange und kräftig schütteln, bis sich Wasser und Honig homogen verbunden haben.

Zur Zubereitung des eigentlichen Cocktails gibst du zunächst die 3 Birnen-Scheiben in den Shaker. Muddle diese, bis du den maximalen Saft herausgedrückt hast. Gib anschließend die restlichen Zutaten einschließlich Eiswürfel hinzu und schüttle kräftig 15 Sekunden lang.

Seihe den Drink über einer vorgekühlten Coupette ab und garniere mit einer Zitronenzeste.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

9 Kommentare für 4 Gin-Cocktails, die du diesen Sommer deinen Gästen servieren solltest

  1. Maddin 9. Juni 2016 zu 19:46 #

    Na da werd ich doch glatt mal die Craftbeer Abteilung meines Supermarktes nach einem schönen IPA konsultieren müssen. Danke für die schönen Rezepte.

  2. Matthias 9. Juni 2016 zu 21:48 #

    Dann viel Glück,
    bei uns gibts in den Supermärkten weder ne Craft Beer ABteilung noch Craft Beer.

    Vor nem halben Jahr hat sich eine lokale Brauerei auch mal dran versucht, aber wer 3 Craft Beer im 3er Pack a 0,33l für 5,5€ verkaufen will, das funktioniert einfach nicht.

    Da hätte man für die Landbevölkerung doch einen Einstiegspreis machen müssen damit man überhaupt mal probieren tut

    • Holger D. 10. Juni 2016 zu 08:38 #

      Craftbeer erfordert halt ein anderes „Bierverständnis“ und eine andere Bierkultur als beim Maßkrugsaufen… Das Konsumverhalten ist da ja auch eher wie beim Weintrinken…

      Hier in Stuttgart hat vor ca. 3 Monaten eine reine Craftbeer-Bar eröffnet: Der Laden brennt und die Leute rennen der Kneipe die Tür ein – und das, obwohl 0,3 Liter Bier dort im Ausschank zwischen 4,00 EUR – 6,50 EUR kosten…

      Und dass das auch bei der „Landbevölkerung“ ganz prima funktionieren kann, zeigen z.B. die erfolgreichen deutschen Craft-Brauereien Camba Bavaria (Truchtlaching) und Schönramer (Schönram/Petting). Beide im schönen Chiemgau/Bayern gelegen.

      Ein hochwertiges Craftbeer ist nun mal nicht zum Preis ’ner Pulle Oettinger herstellbar… Erst recht nicht bei Importbieren. Die kalifornischen Klassiker (Sierra Nevada, Firestone Walker, Lagunitas, Anchor Brewing) müssen ja auch erstmal von Kalifornien nach Deutschland gelangen… 😉

      • sawgf 10. Juni 2016 zu 11:25 #

        Das ist mir zu stark verallgemeinert. Letztlich muss sich auch Craft-Beer mit den „gewöhnlichen“ Sorten messen. Es wird sich zeigen, ob das hohe Preisniveau auch in Zukunft gehalten werden kann. Momentan ist es halt noch so, dass Craftbrauer entweder ihre neu gekaufte Anlage finanzieren müssen oder sich irgendwo einmieten. Außerdem sind diese Anlagen deutlich kleiner. Dadurch sind die Preise zwangsläufig höher, als in einer Großbrauerei, die seit Jahrzehnten auf Wirtschaftlichkeit und Produktivität ausgerichtet ist. Per se muss ein Craft-Beer nicht viel teurer sein, sofern man auf Nelson-Hopfen verzichten kann.

        Und ob die Camba so erfolgreich ist, ist auch so eine Frage. Ich habe gerade mal in den Bundesanzeiger geguckt. Zugegeben, ich bein kein Experte im Rechnungswesen aber besonders gut sieht das für mich nicht aus.

  3. Maddin 9. Juni 2016 zu 23:15 #

    Da hab ich zum Gück Glück. Ich wohn zwar im Nirgentwo, aber in der nächsten Kleinstadt (ca 10min) gibts nen hervorraged sortieten REWE Markt, der eine kleine Craft Beer Ecke hat und z.B. auch die Produkte von Fever Tree führt. Ich persönlich halte besagt Kette zwar grundsätzlich für eine Apotheke, aber jeh nachdem wer der „Franchiser“ der einzelnen Märkte ist sind die schon mal für ne Überraschung gut.

    • Holger D. 10. Juni 2016 zu 08:41 #

      Der berühmt-berüchtigte Bierkühlschrank von „Braufactum” – oder?

      VG, HD

      • Maddin 10. Juni 2016 zu 13:49 #

        Jepp, genau der^^. Ist jetzt nicht die Welt, aber für Kleinstadtniveau nicht alltäglich. War heute leider nur halb gefüllt ohne IPA (Preisschild drin, aber keine Flasche da), aber dann hab ich halt ein Fläschchen Fever Tree Indian Tonich und Ginger Beer (je 1,49€, ist glaub ich OK) mitgenommen.

  4. Holger D. 10. Juni 2016 zu 12:09 #

    @sawgf: Natürlich ist es ganz klar, dass eine kleine Brauerei nicht wirtschaftlich arbeiten kann, wenn sie ihr Bier zu Preisen wie Warsteiner und Konsorten auf den Markt bringen würde. Das ist allerdings nicht nur bei den Craft-Brauereien so, sondern auch bei kleinen und mittelständischen regionalen Brauern, die kein Craft-Bier, sondern traditionelle deutsche Bierstile produzieren…

    Beim Gin ist das übrigens genauso: Ein Liter Windspiel-Gin kostet ca. das vierfache wie ein Liter Tanqueray… Viermal besser und wertiger ist er aber nicht… Allerdings könnten die Jung-Entrepreneure von Windspiel und Konsorten wohl kaum wirtschaftlich überleben, wenn sie die Mini-Kontingente ihrer Gins zum Literpreis von ca. 20 EUR auf den Markt schmeißen würden…

    Der höhere Preis von Craft-Bier ist aber nicht ausschließlich durch die vergleichsweise winzigen Produktionsmengen bedingt: Beispielsweise enthält ein Crew Foundation 11 Pale Ale (gebraut in Unterschleißheim bei München) drei verschiedene Malzsorten und vier verschiedene Hopfensorten, von denen manche höchstwahrscheinlich derzeit noch importiert werden müssen. Wahrscheinlich könnte auch eine „Industrie-Brauerei“, bei gleichzeitig sehr großen Produktionsmengen, so ein Bier NICHT zum selben Preis anbieten wie z.B. ein „normales“ Export oder Pils…

    VG, HD

  5. sawgf 10. Juni 2016 zu 12:28 #

    Mir ging es eigentlich nur darum, dass Craftbeer nicht teurer ist, weil es hochwertiger oder besser ist, sondern wegen der anlagenspezifischen Gegebenheiten in einer Craftbrauerei. Aber da scheinen wir ja auf einer Linie zu sein.

    Ich bin auch bereit, ein wenig mehr zu bezahlen und damit einen kleinen Brauer zu unterstützen. Aber auch diese Leute müssen sich bewusst sein, dass irgendwann der Preiskampf unter den Craftbrauern losgehen wird und Großbrauereien einsteigen. Das ist mit Bitburger, Becks und Co. ja auch schon im Gange. Die Zukunft verspricht also auf jeden Fall spannend zu sein.

    Und nur zum Abschluss: Dass verschiedene Malz- und Hopfensorten verwendet werden, ist ganz normal. Auch ein normales Helles wird mit 3-4 Sorten Malz eingebraut. Je nach Rezept hat man dann halt eine Mischung aus Münchner Malz und Pilsener Malz. Die Farbe wird mit Cara Red eingestellt und dann kommt noch Sauermalz dazu. Das ist wirklich absoluter Standard.
    Beim Hopfen sieht es ähnlich aus, da ist es eben entscheidend, welchen man verwendet. Die derzeitige Nachfrage nach Aromahopfen hat eben zu einem deutlichen Preisanstieg geführt, der aber eigentlich auch nur theoretisch ist.

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