Ardbeg Dark Cove 46,5 %Vol. im Test » Eye For Spirits

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Ardbeg Dark Cove 46,5 %Vol. im Test

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Ardbeg Dark Cove. Der Inbegriff eines Whiskys, der am Puls der Zeit hängt. Dafür musst du ihn gar nicht probiert haben, der Name spricht bereits Bände. Eine Bezeichnung, die nach Hollywood klingt. Mystisch, gefährlich und rau. Trotz aller Eigenschaft eines B-Movies befindet sich unter dem Label solides Handwerk. Ein Single Malt Scotch für den Ardbeg Lorbeeren verdienen könnte.


Die Debatte um Altersangabe bei Whisky ist mühselig, findet sie am Ende ja doch kein Ende. Auch Ardbegs Dark Cove hat hier sein Fett schon wegbekommen. Der status quo ist aber nun einmal, dass viele Destillerien unter der Führung von Großkonzernen schlicht nicht genug alten Whisky haben, um attraktive Jahreszahlen auf die Flaschen zu drucken. Nicht alle aber viele. Ardbeg gehört jedoch seit Jahren dazu.

Dennoch hauen sie mindestens eine neue limitierte Qualität pro Jahr auf den Markt, manchmal sogar mehr. Eine Aktion, die aus qualitativer Sicht Schelte verdient. Käme dann nicht ab und zu ein Produkt wie der Dark Cove dabei heraus. Ein Single Malt, der zeigt, dass diese Destillerie an sich zu den ganz großen ihrer Zunft gehört.

Aber weder die Committee-Abfüllung des Ardbeg Dark Cove mit 55 %Vol. noch die reguläre Version mit 46,5 %Vol. kann verschleiern, dass zu einem qualitativ hochwertigen Scotch nun mal langjährige Fassreifung gehört. Torfrauch ist da nur die halbe Miete.

So erfährt der Kunde lediglich, dass bei diesem Malt Ex-Bourbon- und Ex-Sherryfässer zum Einsatz kamen. Nicht mehr und nicht weniger.

DEGUSTATION DES ARDBEG DARK COVE 46,5%VOL.

Optisch besitzt der Ardbeg Dark Cove eine satte Bernsteinfarbe. Wenige Male geschwenkt und es zeigen sich auffallend viele schmale ölige Tropfen, die nach unten fließen.

In der Nase ist dieser Malt zunächst salzig. Kurz warten……und…..du bekommst eine Rolle Mullbinden ins Gesicht. Die Desinfektionsmittel-Note ist deutlich erkennbar. Zudem – wie erwartet- liegt Torfrauch über allem. Er erinnert an erloschene Grillkohlen. Hinzukommt etwas Waldhonig. Nach etwas Ruhe bekommt er einen interessanten Tiefgang. Der Rauch weicht etwas zur Seite und das Holz darf mal kurz ran. So punktet der Ardbeg Dark Cove an dieser Stelle durch Aromen wie Heidekraut, Wacholder, Zitrone und Süßholz. Die letzteren beiden sorgen zudem dafür, dass er eine leicht spritzige Note bekommt. Raffinesse also, die bei vielen Ardbeg Whiskys jüngeren Datums selten vorkam.

Auch im Mund beginnt er zunächst sehr salzig mit dominantem Rauch. Nur wenige Sekunden später aber schlägt dies völlig in eine markante Süße um. Durchgehend spürte ich allerdings eine deutliche alkoholische Schärfe auf der Zunge. Nicht unangenehm, aber markant. Das Interessante finde ich an dieser Stelle, dass die Committee-Abfüllung hier deutlich milder daherkommt. Trotz mehr Volumenprozent, insgesamt 55%Vol. Durch den niedrigeren Alkoholgehalt verliert der Ardbeg Dark Cove an dieser Stelle auch merklich an Komplexität. Der Torfrauch wird hier, meiner Ansicht nach, zum einzig wirklich erkennbaren Aromalieferanten. Anders bei seinem „stärkeren“ Bruder. Dieser wirkt ausbalancierter mit einem Hauch mehr Nuancen. Nuancen von Vanille, Karamell und roten Früchten wie Him- und Preiselbeeren.

Übrig bleibt zum Abschluss kalter Zigarrenrauch, Teer sowie Karamell und ein Hauch Enzian. Zudem macht sich an den Zungenrändern und im Rachenbereich etwas Adstringenz bemerkbar.

Insgesamt sehe ich den Ardbeg Dark Cove als einen Malt, der zeigt, dass die Jungs und Mädels der Brennerei Meister ihres Fachs sind. Die Lagerhäuser nur leider viel zu früh gemolken werden.

DETAILS

Art: Single Malt Scotch Whisky

Alter: k.A.

Alkohol: 46,5 %Vol.

Preis: ~ 80,- Euro à 0,7 l (bei Verkaufsbeginn)

Region: Islay/Schottland

Bottler: Ardbeg/LVMH

Fazit: 7/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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Ein Kommentar für Ardbeg Dark Cove 46,5 %Vol. im Test

  1. Joe 13. Juni 2016 zu 16:07 #

    gute passende Beschreibung,
    hat bei der Ardbeg-Night auf der „Cap San Diego“ in
    Hamburg kürzlich aber noch besser geschmeckt,
    das „Schmuggler-Ambiente“ passte

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