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Dieser neue Calvados-Gin aus Frankreich hat Potential

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le gin

Gin mit Äpfeln aufzuhübschen, ist an sich keine schlechte Sache. Nicht unbedingt neu, aber interessant. Seinen Gin dann aber gänzlich aromatisch auf jenen Rosengewächsen aufzubauen, ist dann schon eine ganz andere Hausnummer. Vor allem dann, wenn das Wacholder-Destillat wie im Falle des neuen Le Gin de Christian Drouin rein auf Calvados basiert. Vielleicht ja nochmal ein Tropfen mit Potential.


Anders als zum Beispiel Scotch, Mezcal oder Cognac ist Gin einer recht überschaubaren Menge an Produktionsvorschriften unterworfen. So sieht es die EU-Spirituosenverordnung beispielsweise recht liberal, was den Ausgangsalkohol angeht. Wird auf biologische Weise hergestellt und nicht synthetisch, haben Gin-Produzenten relativ freie Auswahl.

Meist wird aus ökonomischen Gründen auf aromaschwachen Neutralalkohol zurückgegriffen. Aus ökonomischen aber auch aromatischen. Denn Hersteller haben dadurch die Möglichkeit den Aromen der verwendeten Botanicals die aromatische Bühne voll und ganz zu überlassen.

In die andere Nische, die bei der Hersteller bereits auf einen hocharomatischen Ausgangsbrand setzen, kommt nun Nachschub aus Frankreich. Genauer gesagt aus der Normandie.

Der Calvados-Produzent Christian Drouin kreierte auf Basis seinen Apfelbrands einen Gin, der in Kürze auf dem deutschen Markt Gläser füllen soll. Le Gin de Christian Drouin, wie der Tropfen mit korrekten Namen lautet, basiert insgesamt auf 7 Botanicals. Unter anderem Ingwer, Zitrone, Mandeln, Kardamom, Zimt, Vanille und Rosenblüten.

Das eigentlich Spannende und in gewisser Weise auch Erfrischende an diesem Gin finde ich die Herangehensweise des Herstellers. Das familiengeführte Calvados-Unternehmen aus Coudray-Rabut hat die Botanicals entsprechend des Aromenprofils ihres verwendeten Apfelbrands ausgewählt.

Anders ausgedrückt: Für den Le Gin de Christian Drouin wurden Botanicals ausgesucht, um bereits vorhandene Aromen stärker zur Geltung zu bringen. Durch „Aromenverstärkung“ wurde das Destillat der einen Kategorie in eine andere gerückt. Spannender Ansatz.

Brennmeister Guillaume Drouin wählte nach eigener Aussage jene Destillate aus, die „Apfel“ und „Wacholder“ bereits als primäre Leitaromen besaßen. Der Rest sollte Balance und Komplexität bringen.

Zur Herstellung des Le Gin de Christian Drouin verwendet die Destillerie 3 kleine Kupferbrennblasen. Jedes Botanical wird hierin einzeln destilliert und anschließend mit den anderen Destillaten vermählt. 2.850 Flaschen enstehen so bei jeder Charge.

Der neue Le Gin erscheint diesen Juni im deutschen Fachhandel. Ähnlich spannend wie den aromatischen Ansatz sehe ich allerdings auch den preislichen. Für eine 0,7 Liter Flasche und 42%Vol. prangt auf dem Verkaufsschild eine unverbindliche Preisempfehlung von 35,90 Euro. In Anbetracht seiner Exklusivität doch moderat.

Hält nun noch der Inhalt, was die Beschreibung verspricht, könnten der Le Gin de Christian Drouin am Ende vielleicht doch noch ein Tropfen werden, der aus der Gin-Masse hervorlugt.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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