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Diese 6 Rum-Cocktails solltest du diesen Sommer probieren

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Er gehört in die Bar wie das Kreuz in die Kirche: Rum. Kaum eine Spirituose versteht es derart gut, uns ein Gefühl von Sommer einzuhauchen wie jene Zuckerrohr-Fraktion, kaum ein Destillat drückt Cocktails einen derart aromatischen Stempel auf wie diese. Wir haben für euch passend zu den sommerlichen Temperaturen 6 spannende Cocktail-Rezepturen zusammengetragen, die vor Rum-Noten nur so strotzen.


Wenn ich so unsere Bar- und Cocktail-Literatur durchgehe, eine gut strukturierte Übersicht bekannter Cocktails vor mir habe, fallen 2 Spirituosen-Kategorien ganz besonders ins Auge. Jene beiden, die mit Abstand am häufigsten die alkoholische Basis diverser Drinks bilden: Gin und Rum. Mit etwas Abstand gefolgt von US Whiskey wie Bourbon und Rye.

Dies hat sowohl historische und ökonomische, vor allem aber sensorische Gründe. Gin und Rum liefern eine breite Vielfalt an Aromen, an die kaum ein anderes Genre heranreicht. Und zwar Aromen, die mit verschiedenen, natürlichen Zutaten ausgesprochen gut harmonieren. Nimm einen Jamaika-Rum und vergleiche ihn mit einem Kubaner, nimm einen Barbados-Rum und einen von der Dominikanischen Republik. Die aromatischen Unterschiede sind gravierend.

Zwar sind es alles Destillate basierend auf Zuckerrohr, spätestens jedoch im High End-Segment wirst du häufig Probleme bekommen, bei verschiedenen Abfüllungen sofort und selbstsicher auszurufen: „Jepp, das ist Rum“. Ab einem bestimmten Qualitätslevel wird der Stoff einfach derart komplex, raffiniert und vielseitig, dass ihm nur wenige andere Spirituosen das Wasser reichen können.

Zwar mittlerweile in vielen Teilen überholt, gibt die 3-Nationen-Gliederung bei Rum immer noch eine brauchbare Übersicht über verschiedene Stilistiken. Darunter fällt zum einen der französische Stil, der in erster Linie auf den französischen Übersee-Départements wie Martinique, La Réunion, Guadeloupe etc. geprägt wird.

Hierunter fallen Aromen und Geschmackszuordnungen wie fruchtig, blumig und komplex. Vor allem der Begriff Terroir hat hier aufgrund der Verwendung von frischem Zuckerrohrsaft häufig einen gewissen Stellenwert. Zumindest mehr als bei den Melasse-Kollegen.

Neben dem spanischen Stil (u. a. auf Kuba, Dominikanische Republik, Guatemala etc.), der geprägt ist durch einen vollmundigen, süßen Charakter, gibt es an dritter Stelle noch jenen aus dem ehemaligen britischen Kolonien. Rum aus unter anderem Barbados, Trinidad und Tobago, Jamaika oder Guayana besitzen Attribute wie kräftig, würzig und dunkel.

Wie bereits geschrieben, sind diese Stile grobe Zuordnungen, deren Grenzen derart schwammig sind, dass sich teilweise die Frage stellt, ob jene Kategorien noch realistisch sind. Dennoch gibt es einzelne Qualitäten verschiedener Hersteller, die nach wie vor das Klischée dieser Stile erfüllt. Smith & Cross aus Jamaika, Botucal aus Venezuela usw.

Habe ich solche Produkte zur Hand finde ich es ausgesprochen spannend, jene Aromenprofile in einem Cocktail miteinander zu kombinieren. Warum nur einen weißen Rum nehmen, wenn ein Blend aus 2 Qualitäten verschiedener Stile dem Drink weitaus mehr Kraft und Komplexität verleiht. In einem klassischen Daiquiri funktioniert dies hervorragend.

Anders als jenen bekannten Sour-Twist gibt es allerdings auch eine Hand voll moderner Cocktails, für die Rum zur Basis auserkoren wurde. 6 dieser Drinks, die wir besonders spannend und als perfekten Sommer-Cocktail sehen, haben wir für euch zusammengetragen.

KOKO B. WARE

adaptiert nach Thomas Waugh, 2009

  • 1,5 cl Gereifter Jamaica Rum
  • 0,75 cl Gereifter Martinique Rhum
  • 1,5 cl Frischer Limettensaft
  • 1,5 cl Orgeat (wenn nicht verfügbar dann Mandelsirup)
  • 1 Barlöffel Vanille-Sirup
  • 1,5 cl Schlagsahne
  • 2 Dashes Angostura Bitters
  • Prise Muskat

Vorab musst du den Vanille-Sirup herstellen. Hierfür nimmst du eine ganze Vanilleschote und schneidest diese der Länge nach auf. Gib anschließend beide Hälften zusammen mit 2 Tassen Wasser und 2 Tassen raffinierten Zucker in einen Kochtopf und erhitze die Suspension bis zum Kochen. Drehe anschließend die Temperatur runter und lasse den Inhalt noch ca. 4 Minuten unter gelegentlichem Rühren eindicken. Damit der Sirup ein kräftiges Vanille-Aroma erhält, solltest du den Sirup über Nach stehen und abkühlen lassen. Seihe anschließend über ein Grobsieb ab.

Für den eigentlichen Cocktail gibst du alle Zutaten in einen Shaker auf Eiswürfel. Schüttle kräftig rund 7 bis 8 Mal. Anschließend seihst du in einen vorgekühlten großen Tumbler auf Crushed Ice ab. On top gibst du anschließend noch etwas geriebenes Muskat hinzu.

CAIPIRISSIMA DE UVA

adaptiert nach Dale DeGroff, 2002

  • 6 cl Jamaika Rum
  • 2 cl Frischer Limettensaft
  • 5 Weintrauben Blau (Kernlos)
  • 2 BL Weißer Rohrzucker

Für diesen Caipirinha-Twist wird zunächst die Limette geachtelt und vom weißen Strunk entfernt. Die Stückchen dann zusammen mit Trauben und Zucker in den Shaker geben. Die Zutaten mit dem Muddler zerdrücken. Anschließend Rum einfüllen, Eiswürfel dazu und ca. 15 Sekunden kräftig shaken. In einen vorgekühlten Tumbler auf Eiswürfel abseihen. Serviert wird ohne Garnitur.

EAST INDIA TRADING CO.

adaptiert nach Brian Miller, 2009

  • 6 cl Gereifter Jamaica Rum
  • 2 cl Palomino Fino, Pedro Ximénez Sherry
  • 1,5 cl Ramazzotti
  • 2 Dashes Chocolate Bitters

Alle Zutaten in einem Rührglas auf Eiswürfeln rund 20 Sekunden verrühren und anschließend in eine vorgekühlte Coupette/Cocktailschale abseihen.

MATCHA RUM FIZZ

  • 3 cl Weißer Rum (Britischer Stil)
  • 3 cl Weißer Rum (Französischer Stil)
  • 1,5 cl Agavensirup
  • 1 EL Cream of Coconut
  • 1 BL Matcha Grüntee Pulver
  • 6 cl Soda

Alle Zutaten bis auf das Soda in einen Shaker auf Eiswürfel geben und kräftig rund 1 Minute (!) schütteln. In ein Highball-Glas abseihen und mit Limettenzeste garnieren.

COMPANY BUCK

adaptiert nach Phil Ward, 2007

  • 6 cl Gereifter Bermuda-Rum
  • 3 cl Frischer Ananassaft
  • 2 cl Frischer Limettensaft
  • 1,5 cl Ingwer-Sirup
  • 1 Dash Angostura Bitters
  • Soda

Außer dem Soda gibst du zunächst alle Zutaten in einen Shaker auf Eiswürfel. Schüttle für rund 15 Sekunden. Anschließend seihst du in ein Highball-Glas ab und gibst das Soda hinzu. Als Dekoration eignet sich eine Limettenzeste.

COOL RUMMING COCKTAIL

adaptiert nach Jonathan Jones, Chicago

  • 3 cl Gereifter weißer (!) Rum (z. B. Denizen oder Banks 5 Islands)
  • 3 cl Madeira
  • 2 cl Frischer Limettensaft
  • 1,5 cl Zimtsirup
  • 1 Dash Angostura Bitters
  • 1 Prise Meersalz
  • 2 Kleine Ananas-Stücke (ca. 2 cm)

Alle Zutaten im Shaker rund 15 Sekunden auf Eiswürfel kräftig schütteln. Anschließend in einen vorgekühlten Tumbler auf Eiswürfel abseihen und mit Zimtstange und kleinem Ananas-Blatt dekorieren.


Bildnachweis:

  • © LiliGraphie/Fotolia
Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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2 Kommentare für Diese 6 Rum-Cocktails solltest du diesen Sommer probieren

  1. Maddin 26. Juni 2016 zu 11:17 #

    Hi Leute. Mal wieder schöne Rezepte. Danke dafür.

    Mal ne Kurze Frage zum „Company Buck“. Wär doch auch ne Idee, anstadt Ingwer Sirup und Soda direkt Ginger Beer als Filer zu nutzen. Oder was meint ihr?

    • Philip Reim 27. Juni 2016 zu 11:19 #

      Guten Morgen Maddin,

      prinzipiell eine gute Idee. Ingwer-Sirup und Soda ist nur etwas eindimensionaler von der Aromatik her, das von dir vorgeschlagene Ginger Beer meist deutlich komplexer. Man muss dabei halt gucken, dass es mit den Säften harmoniert.
      Aber prinzipiell eine gute Idee, die dem Drink vielleicht noch etwas Schub gibt.

      Gruß Philip

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