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5 Continents Hamburg Dry Gin im Test

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Gin aus Hamburg ist kein Novum mehr, die Stadt allerdings nach wie vor zu verlockend, als sie sich nicht auf das Label zu schreiben. So auch beim 5 Continents Hamburg Dry. Ein Gin, der sich bei seinen Botanicals in der ganzen Welt bedient. Was hier aus Zutaten wie Ingwer, Mate und Kaktus mazeriert wurde, konnten wir uns kürzlich selbst anschauen. 


Die Regionalitätskarte ist gespielt. Den Coup den Duke vor rund 6 Jahren mit Munich Dry oder Monkey 47 zur selben Zeit mit Schwarzwald Dry landeten, ist heute nichts besonderes mehr. Zumal es in der Stadt Hamburg, aus deren Nähe der 5 Continents Dry Gin stammt, schon eine Hand voll „Region-Gins“ gibt. Nun kann man dies sehen, wie man möchte. Vielleicht fährt die Brennerei ja auch ganz gut damit. Aus meiner Sicht ist dieser Drops allerdings gelutscht.

Der Gin selbst basiert auf einem Mazerat diverser Zutaten, die – der Name lässt es vermuten – von 5 verschiedenen Kontinenten stammt. Darunter Ingwer, Kardamomsamen, Paradieskörner, Koriander, Eukalyptus, Mate, Kaktus, Lavendelblüten und Schwertlilienwurzeln.

All diese Drogen werden nicht einzeln, sondern zusammen mazeriert und anschließend destilliert.

DEGUSTATION DES 5 CONTINENTS HAMBURG DRY GIN

Schwenkst du diesen Gin einige Male, bildet er auffallend wenig ölige Tropfen an der Glasinnenseite.

Dafür platzt in die Nase umgehend eine spannende Mischung aus Zitronenschalen, Grapefruit und Wacholder. Wobei letztere nur eine untergeordnete Rolle spielt, zumindest im ersten Moment. Trotz der Fruchtnoten, die er großzügig verteilt, wirkt der 5 Continents Hamburg Dry Gins ausgesprochen trocken. Gibst du ihm eine Weile Zeit, zeigt das Bouquet noch diverse Nuancen wie Pfeffer, Enzian und Fenchel. Die kurze Ruhephase braucht er auch, um noch ein paar harzige Töne des Wacholders rauszuhauen. Dies ist der Punkt, an dem er erstmals deutlich zeigt, dass er zur Kategorie Gin gehört und nicht einfach ein aromatisierter Vodka ist. Allerdings – egal wie lange du ihn stehen lässt – der 5 Continents Gins besitzt einen etwas beißend Alkoholton, den er nicht loswird. Etwas zu deutlich, so dass dieser hin und wieder kräftig in das sonst feine Bouquet grätscht.

Im Mund ist die aromatische Waage auffallend ausgeglichen. Auf der einen Seite frisch-fruchtige Zitrusnoten, die sowohl an Zitrone als auch an herb-saure Grapefruit erinnern. Dem gegenüber stehen die harzig-trockenen Wacholder-Noten. Ein Zusammenspiel, das zu gefallen weiß, in der Gin-Szene allerdings kein Novum ist. Das heißt, das Aromenprofil des 5 Continents Hamburg Dry Gins ist durchaus angenehm, mittlerweile aber nichts Individuelles mehr. Was an dieser Stelle erschwerend hinzukommt, ist die Tatsache, dass er auch im Mund sein Alkoholproblem nicht unter Kontrolle bekommt. Der scharf-spritige Charakter ist ohne Frage erkennbar.

Was bleibt, ist ein trocken-würziger, vor allem aber weicher Nachklang. Eine hervorragende Basis für ein fruchtiges Tonic.

Das Steckenpferd des 5 Continents Hamburg Dry Gins ist zweifelsohne seine perfekte Balance zwischen komplexen Zitrusnoten und den harzigen Aromen des Wacholders. Andere Noten begleiten und verfeinern dieses Zusammenspiel noch, stechen aber sonst nicht groß hervor. Allerdings fehlt es diesem Gin dadurch aber auch etwas an aromatischer Komplexität und Individualität. Dies und eine etwas zu dominante alkoholische Schärfe machen den 5 Continents Hamburg Dry zu einem soliden, aber nicht überdurchschnittlichen Gin.

Details:

Art: London Dry Gin

Alter: k. A.

Jahrgang: k. A.

Alkohol: 47 %Vol.

Preis: ~ 33 Euro à 0,7 Liter

Region: Gut Basthorst/Hamburg

Bottler: Feingeisterei

Fazit: 6/10 Punkten


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

Ein Kommentar für 5 Continents Hamburg Dry Gin im Test

  1. kallaskander 28. Juni 2016 zu 16:39 #

    Hi there,

    tja, bei solchen Verkostungsnotizen fragt man sich dann wirklich,
    was solls denn noch, wenn mir ein Tanquery bei 18.- € für 0,7 ltr. all das und mehr liefert.
    Vor allem Reife und Ausgewogenheit.

    Oder ein Sapphire, oder ein Gordons, oder ein Plymouth oder ein Beefeater…..

    Greetings
    kallaskander

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