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Der neue Tobermory 42 Jahre kostet 3025 Euro

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tobermory

Einen Whisky im dreistelligen Bereich zu erwerben, ist für viele schon eine mehrfach überdachte Entscheidung. Hängt dann allerdings am Preis von diesem oder jenem Single Malt noch eine 0 hinten dran, läuft dies unter ferner liefen. Kaum erreichbar. Genau in diese Riege fällt der neue Tobermory 42 Jahre. Hergestellt in einer Ära wechselnder Qualität.


Der neue Single Malt, den die Tobermory Distillery in Kürze auf den Duty Free-Markt wirft, ist schon eine echte Hausnummer. 2.500 Pfund, umgerechnet rund 3.025 Euro kostet eine Flasche des neuen Tobermory 42 Jahre. Dieser reifte ausschließlich Ex-Sherryfässern und kommt mit 47,7%Vol. in die Flaschen.

Aber auch wenn dies ein Preis ist, der für die meisten von uns für einen neuen Whisky schlicht nicht erreichbar ist, passt dieser Malt dennoch zum Zeitgeist. Grund 1: Er ist limitiert auf 650 Flaschen. Grund 2: Er hat ein biblisches Alter von fast einem halben Jahrhundert. Grund 3: Er landet ausschließlich im generell hochpreisigen Duty Free-Geschäft.

Zudem scheint Tobermory unter der Führung von Burn Stewart Distillery/Distell Group Ltd. in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit 4-stelligem Whisky gemacht zu haben. 2005 erschien eine 32 jährige Version aus dem Jahr 1972 und erst vor rund 8 bis 9 Monaten veröffentlichte das Unternehmen ebenfalls einen Tobermory 42 Jahre zusammen mit dem Ledaig 42 Jahre Dùsgadh. Beide in einem ähnlichen preislichen Rahmen wir der aktuelle Malt Whisky.

Offiziell steht es nicht auf der Flasche, aber rechnest du das Alter zurück, stammt der neue Tobermory aus dem Jahr 1973/74. 1 bis 2 Jahre also nachdem die Destillerie nach Jahren des Stillstands von Stewart Jowett wiedereröffnet wurde. In der Zeitspanne von 1972 bis 1993 firmierte die Brennerei allerdings ausschließlich unter dem Namen „Ledaig“. Zwar gab es hie und da einzelne Abfüllungen unter „Tobermory“, eine konkrete Marke war dies jedoch noch nicht.

Tobermory als Destillerie- und Markennamen wurde erst 1993 durch die Übernahme von Burn Stewart Distillers etabliert. Erschwerend kommt hinzu, dass die Tobermory/Ledaig-Produktion aus der Ära der 70er und 80er häufig lückenhaft war und die Qualität jener Abfüllungen in Fachkreisen meist kritisch betrachtet wird.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

8 Kommentare für Der neue Tobermory 42 Jahre kostet 3025 Euro

  1. 1968superingo 30. Juni 2016 zu 13:13 #

    Neulich brachte Glenfarclas einen 50jährigen für um die 2.000 € auf den Markt. Viel Geld, aber absolut okay für eine so alte Abfüllung. Hier scheint mir das Preis-Leistungsverhältnis nicht zu stimmen. Dazu eine fragwürdige Qualität. Na ja, die allermeisten Flaschen landen eh als Sammelstück im Regal, da spielt der Geschmack des Whiskys auch keine Rolle mehr.

  2. kallaskander 30. Juni 2016 zu 13:26 #

    Hi there,

    seitdem Burn Stewart in die Hände der südafrikanischen Distell Group gefallen ist, dreht die am Rad.

    Anscheinend muß die Kaufsumme in zwei Jahren wieder reingeholt werden.

    Auf solche Preistreiber kann die whisky Welt gut verzichten.

    Greetings
    kallaskander

  3. Holger D. 1. Juli 2016 zu 07:45 #

    >seitdem Burn Stewart in die Hände der südafrikanischen Distell Group gefallen ist, dreht die am Rad<

    Die Südafrikaner gehören zu den ganz wenigen in der Branche, die sich m.E. KEINE Schelte von Seiten der Kunden und Konsumenten verdient haben…

    Seit sich Bunnahabhain, Tobermory/Ledaig und Deanston unter dem Dach der Südafrikaner befinden, machen diese Destillen nämlich plötzlich sehr guten Whisky…

    Die "Basis-Malts" von Bunnahabhain, Tobermory/Ledaig und Deanston kommen mit seriösen 46,3% vol. in die Flasche, ohne Farbstoff, unfiltriert und sogar MIT ALTERSANGABE. Vor diesem Qualitäts-Update waren die Basis-Produkte dieser Destillen qualitative Lachnummern, heute gehören sie mit zum Besten, was man sich für unter 50 EUR in Sachen Single Malt in die Hausbar stellen kann…

    Und wenn die Südafrikaner einen überteuerten, limitierten Prestige-Malt für den Travel-Retail auf den Markt werfen, sei es ihnen vergönnt. Machen ja alle anderen in der Branche auch. Ich muss den ja nicht kaufen…

    VG, HD

    • kallaskander 1. Juli 2016 zu 09:03 #

      Hi there,

      da irrt der Fachmann….

      die Umstellung auf 46,3% war lange vor dem Verkauf an Distell und begann mit dem Tobermory 15 Jahre in der Holzbox mit dem ausgesägten Umriß der Insel Mull von 2009.

      Danach erfolgte die Umstellung aller Burn Stewart Produkte auf 46,3% und ohne Färbung und Kaltfiltrierung.

      Seit Distell kostet der Bunnhabhain 12 Jahre nun 44.- und der 18er über hundert Euro.

      Der Bunni 12 wurde mit der höheren Stärke auch sherrylastiger als die 40% Version je war und ist ein richtig guter whisky.
      Aber mit über 40 Euro für 12 Jahre einfach zu teuer. So ist es auch mit den anderen Burn Stewart whiskies.

      Und das seit Distell.

      Greetings
      kallaskander

      • Holger D. 1. Juli 2016 zu 22:43 #

        Die Fragestellung, WER genau WANN die Qualitätsoffensive bei Bunnahabhain, Tobermory/Ledaig und Deanston initiiert hat, ist letztlich ’ne nerdige Spitzfindigkeit. Wesentlich ist, dass der aktuelle Besitzer der Destillen die Qualität beibehält, was ja augenscheinlich der Fall ist.

        44 EUR für einen profund sherrylastigen Bunnahabhain 12 yo. OB finde ich NICHT zu teuer; genauso wenig wie ca. 40 EUR für den superkomplexen und sehr eigenständig gemachten Tobermory 10 yo. OB. …

        Ca. 25 EUR für einen nahezu untrinkbaren Laphroaig select oder 30 EUR für einen nicht mal mehr mediokren Highland Park 12 yo. OB, DAS finde ich hingegen teuer!

        Aber offensichtlich scheint Dir beim Whisky eh alles zu teuer zu sein… Bei welchem Whisky Du noch einen akzeptablen oder gar guten Preis siehst, würde mich wahrhaftig mal brennend interessieren!

        VG, HD

  4. Jean-Paul L. 4. Juli 2016 zu 13:07 #

    Guten Tag,

    im Teaser-Text steht „Hängt dann allerdings am Preis von diesem oder jenem Single Malt noch eine 0 hinten dran, läuft dies unter ferner liefen.“, ich frage mich ob das gewollt ist, oder sich dort ein Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen hat. Ich verstehe den Sinn des „läuft dies unter ferner liefen“ nicht, hoffentlich kenne ich nur die Redewendung nicht 😛

    Grüße aus Bremen.

    • Holger D. 4. Juli 2016 zu 13:52 #

      Wahrscheinlich kennst Du die Redewendung wirklich nicht… M.E. hat sich da kein semantischer Fehler eingeschlichen…

      Der Autor will sagen: Ein Whisky in dieser Preisklasse liegt außerhalb der finanziellen Möglichkeiten der allermeisten Käufer/Konsumenten… 😉

      VG, HD

      • Philip Reim 4. Juli 2016 zu 15:46 #

        Wohl formuliert 😉

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