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Kann der Reel Gin der Shetlandinseln Gin-Fans nochmal begeistern?

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reel

Gibt es eigentlich eine Gin-Marke von den Shetlands? Jener nordeuropäischen Inselgruppe? Gut, aus Schottland, zu denen die Inseln gehören, schon, aber eben genau von den Shetlands? Bekannt ist mir keine. Nun, bis vor wenigen Stunden, als die erste Pressemitteilung zum neuen Sheetland Reel Gin in meinem Postfach landete. Ein bodenständiger Wacholder-Tropfen ohne Tütü scheint hier heranzurollen.


Es las sich für mich im ersten Moment wie ein Tippfehler. „Reel Gin“? Nicht „Real Gin“? Einer, der in einer mehrfach verschickten Pressemitteilung schon eine recht peinliche Form der Aufmerksamkeit gewesen wäre.

Ich lag falsch. Das „a“ durch ein „e“ zu ersetzen, war Absicht der Destillerie. Damit wollten sie den Leser mit einem kleinen Wortspiel nicht nur kurz zum Stutzen bringen, sondern auch die Wellen vor den Küsten Shetlands als Markenzeichen einsetzen. „Reel“ liegt da nicht unbedingt fern, heißt es übersetzt schlicht „Spule“, „Rolle“oder „Spirale“.

Der Shetland Reel Gin, den es seit kurzem mit offiziellem Importeur auf dem deutschen Markt gibt, kommt mit einer Hand voll Zutaten, die dem geneigten Gin-Trinker nicht gerade die Socken ausziehen. Wacholderbeeren, Coriandersamen, Schwertlilienwurzel, Zimtrinde, Apfelminze und Zitronenschale sind die 6 Botanicals, die offiziell angegeben werden. Wie viele es insgesamt sind, ist mir nicht bekannt. Es wurden allerdings schon aus weniger und ebenso profanen Zutaten hervorragende Gins destilliert.

Für ihr Destillat schnappt sich die Saxa Vord Distillery auf der Insel Unst eine kleine Brennblase, aus der sie je Charge 1.200 Flaschen zieht. Ob nachträglich filtriert wurde, d. h. ätherische Öle und andere langkettige Moleküle abgezogen wurden, wird offiziell nicht kommuniziert.

Ob der neue Gin aus dem hohen Norden Schottlands im Glas brilliert oder in der Masse durchschnittlicher Gins untergeht, werden wir in einigen Wochen und Monaten sehen. Fakt ist allerdings, dass ihn derzeit bereits so mancher deutscher Online-Shop führt. Der Shetland Reel Gin steht dort mit 43%Vol. und einer unverbindlichen Preisempfehlung von 34,90 Euro für eine 0,7 Liter-Flasche im Regal.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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6 Kommentare für Kann der Reel Gin der Shetlandinseln Gin-Fans nochmal begeistern?

  1. Maddin 9. Juli 2016 zu 12:33 #

    „Blackwoods“ kommt von den Shetlands. Bin überrascht, dass ihr noch nie davon gehört habt. Die haben schon lange vor dem großen Hype eine ausgeprägte marketing Schiene gefahren.

    -Jährlich von Hand frisch gesammelte lokale Wildkräuter
    -Einmal jährlich so viele Flasche produziert, wie die Shetlands zu dem Zeitpunkt Einwohner haben
    – Jahrgangsgin mit von Jahr zu Jahr individuellen Botanicalzusammensetzungen

    Meine Flasche war Jahrgang 2007 und da gabs glaub ich auch schon vorher Abfüllungen. Hochmodernens Merketingkonzept vorweggenommen. Nur der Preis ist noch pre-Hype. Untere 20€ für 40%, obere 20€ für 60%. Und die Qualität hab ich auch ziemlich positiv in Erinnerung.

  2. kallaskander 11. Juli 2016 zu 09:19 #

    Hi there,

    na da ist einiges was einen verwirren könnte.

    Blackwood war ein Projekt von Caroline Whitfield um auf den Shetlands eine Destillerie für whisky zu errichten. Zuerst auf einer anderen Insel, dann in Saxa Vord auf Unst in einem ehemaligen Fliegerhorst.
    In der Zwischenzeit hat man Vodka und Gin eingekauft und als Blackwood verkauft und auch whisky, der wenigstens auf den Shetlands gelagert wurde. Eine Destillerie wurde nicht gebaut.

    Das Whitfield Projekt ist gescheitert, die Marke Blackwood wurde an Blavod Extreme Spirits verkauft. Das sind die mit dem Black Vodka.

    Nach dem Verkauf von Glanglassaugh an Billy Walker ging Stewart Nickerson nach Shettland. Zuerst baute er eine Abfüllerfirma für whisky auf und er verfolgt mit einigen Einheimischen die Destilleriepläne für Unst weiter.
    Der Reel, den es schon seit einigen Jahren in Deutschland gibt seit 2014 meine ich, wird wohl tatsächlich auf Shetland in der neuen Brennerei gemacht. Vom whisky hat man noch nichts gehört.

    Reel ist übrigens auch ein schottischer Tanz. Sehr passend.

    Greetings
    kallaskander

    • Philip Reim 11. Juli 2016 zu 09:31 #

      Ja, du hast recht, verfügbar ist er bei uns schon eine Weile. Allerdings mehr schlecht als recht. Mir sind auch nur 1 bis 2 Online-Händler bekannt, die ihn führen. Seit diesem Monat hat er allerdings einen Importeur in Deutschland, somit der erste offizielle Markteintritt.

      Gruß Philip

  3. kallaskander 11. Juli 2016 zu 12:04 #

    Hi there,

    wer ist der Importeur?

    Greetings
    kallaskander

    • Philip Reim 11. Juli 2016 zu 12:13 #

      Caminneci – Wine & Spirit Partner

  4. Matthias 11. Juli 2016 zu 18:42 #

    Auch wenn der tropfen noch so bodenständig ist, haben wir nicht schon genug „bodenständige Wacholder Tropfen“ ? (genauso wie wir schon genug new western Xy Gin haben)

    Verstehe nicht, wieso man als Shop überhaupt noch neue Gins ins Portofolio nimmt, dadurch hat man doch immer höhere Lagerhaltungskosten und immer schlechteren Turnover da sich die Bestellungen auf immer mehr Produkte verteilen.

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