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Ist der neue Jack Daniel’s Fire noch Whiskey?

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Langsam. Äußerst langsam. Wäre Jack Daniel’s nicht die weltweit größte Whiskey-Marke, könnte ich fast meinen, sie hätten den aktuellen Trend verschlafen. Denn die Jungs und Mädels aus Tennessee schienen das Feld der Flavored Whiskeys fast ausnahmslos der Konkurrenz zu überlassen. Nun legen sie allerdings nach Jahren der Ruhe mit dem Jack Daniel’s Fire nach.


Ich bekomme wöchentlich Dutzende Pressemitteilungen ins Postfach. Manche völlig am Thema vorbei, manche interessant. Und dann gibt es noch solche wie zum neuen Jack Daniel’s Fire. Der neueste aromatisierte Whiskey von Tennessees bekanntester Destillerie.

Jedes Mal, wenn ich eine solche Mail mit aromatisierten Whiskeys, Rums etc. bekomme, stelle ich mir die immer selbe Frage? Geht das nicht eigentlich völlig am Thema von EYE FOR SPIRITS vorbei? Ist das die Zielgruppe, die wir ansprechen wollen? Ist das Genuss? Ich komme zu dem Schluss: Nein.

Allein dies in einem Artikel zu thematisieren, ist schon ein Paradoxon. Aber dennoch schreibe ich über den neuen Jack Daniel’s Fire. Nicht etwa weil ich ein so großer Fan dieses Genres bin. Im Gegenteil. Aromatisierte Whiskeys gieße ich mir lediglich aus Degustationsgründen, also beruflich ein.

Und dennoch sind sie Teil unserer Premium-Spirituosenwelt. Nicht primär, weil deren Preis per definitionem schon „Premium“ ist, sondern weil sie schlicht und ergreifend ein Kind der Whiskey-Szene sind. Vielleicht ein ungeliebtes, mit dem keiner der Erwachsenen spielen möchte, aber mit dem wir halt irgendwie klarkommen müssen.

Überblicken wir die Whiskey-Szene einmal völlig vorurteilsfrei, müssen wir den ganzen Jack Daniel’s Fires da draußen auch ein Stück weit dankbar sein.

Als Jim Beam um das Jahr 2010 herum mit seiner Red Stag-Serie begann, Flavored Whiskeys salonfähig zu machen, bescherte es dem Unternehmen ordentlich Umsatzzuwachs. Einen solch lukrativen, dass sie a) Anreize für andere Destillerien schufen und b) weil sie in wenigen Jahren viele neue Whiskey-Fans rekrutierten.

Auch wenn „Nachtschwärmer im Alter von 18 bis 29 Jahren, [die] abends und nachts […] tanzen und feiern mit Freunden. Das Getränk ihrer Wahl unterstreicht ihren Wunsch nach Party & Action.“ nicht gerade die stereotypen Genießer von High End-Destillaten sind, schielen einige von Ihnen dennoch über den Tellerrand.

Flavored Whiskeys wie den Jack Daniel’s Fire aus der Whiskey-Szene mit gerümpfter Nase zu verbannen, wäre daher nicht besonders weitsichtig.

Nun ja, vielleicht ist am Ende das Zimt-Aroma auch gar nicht so schlecht eingebunden. Harmoniert vielleicht gar mit dem verwendeten Jack Daniel’s Old No. 7. Wer dies von euch ausprobieren möchte, kann dies ab sofort zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 19,99 € je 0,7 Liter Flasche.


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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4 Kommentare für Ist der neue Jack Daniel’s Fire noch Whiskey?

  1. Maddin 15. Juli 2016 zu 17:29 #

    Also die Grundidee ist vieleicht garnicht mal übel. Whiskey-Zimt Likör? Warum nicht, wenns gut gemacht wäre. Aber mir drängt sich da ne andere Frage auf. Wer schmeist diese Kombination im Sommer auf den Markt? Whiskey + Zimt + Süß = Winter. Find zumindest ich….

  2. Philip Reim 15. Juli 2016 zu 19:56 #

    Hey Maddin,

    Zimt im Winter zu veröffentlichten, würde Sinn machen. Allerdings ist der Winter-Trinker nicht die Zielgruppe des JD Fire. Das sind in erster Linie Party- und Club-Gänger. Für die Winter- und Weihnachts-Fans haben sie denn Winter Jack.

    Gruß Philip

  3. sawgf 16. Juli 2016 zu 11:55 #

    Naja, der Jack Daniels Fire ist ja nun schon seit einiger Zeit zu haben. Der war schon im April in einigen Shops zu finden. Da war es noch kalt. Grundsätzlich sind diese Zimt-Liköre zur Zeit einfach sehr gefragt. Man braucht nur mal in die USA gucken. Auf jeder Party gibts dort den Fireball. Auf den Zug springt JD jetzt auf. Warum auch nicht? Die werden ordentlich verdienen.

  4. Dunveggan 18. Juli 2016 zu 15:00 #

    Puhh… Ich wüsste jetzt eigentlich nicht, warum man flavored Whiskeys oder „spiced whiskeys“ kategorisch ablehnen sollte. Bei Rum gibt es ja auch leckere Spiced Rums.
    Dass das hier keine Premium-Spiritouse für den Genießer vorliegt, liegt denke ich primär an der Basis – ein Standard Jack Daniels black label richtet sich sich ja auch nicht unbedingt an Genießer. Nur weil man Zimt hineinschüttet, ändert sich daran nichts.
    Aber ein gut gemachter Zimt Bourbon (Kategorie Beam Small Badge o.ä.) – warum nicht?

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