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5 Tiki-Cocktails, mit denen du deine Gäste begeistern wirst

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Hier ein Tropfen, da ein Löffelchen. Die Bar-Szene ist in den vergangenen 15 Jahren erwachsen geworden, gar elitär. Hässliche Cocktail-Schirmchen wurden aus der Bar geworfen und Zurückhaltung ist Mode geworden. Außer bei Tiki-Drinks. Hier drehen plötzlich alle am Rad. Quietschig, schrill und bunt gehört hier zum Wesen der ganzen Kategorie. Wir haben 5 spannende Tiki-Cocktail für dich.


Es gibt kaum eine Cocktail-Kategorie über die wir uns derart intensiv auslassen können, ohne dabei einen einzelnen Drink zu erwähnen. Sind die überlieferten Details, der Ursprung und die Protagonisten ja auch relativ üppig.

Gut, um 2 bis 3 Cocktails kommt man nicht umhin, man muss sie erwähnen. Sie sind einfach zu bekannt und zu prägend für jenes Cocktail-Genre. So gesehen die flüssigen Gründungsväter der westlichen Tiki-Kultur: Mai Tai und Zombie. Die Dinger sind süß, fruchtig, verspielt und haben auch bei moderater Rezeptur ordentlich Wumms.

Und müsste ich mich auf einen Drink der beiden festlegen, von dem ich der Meinung bin, er prägte die Tiki-Kultur am Meisten, es wäre der Zombie. Denn bevor 2 geopolitische Ereignisse den USA die Tiki-Kultur förmlich ins Land drückte, war der Zombie bereits da. Und zwar erfolgreich.

Ernest Raymond Beaumont Gantt alias Donn Beach war ein Macher. Anfang der 1930er, noch bevor die USA in den 2. Weltkrieg zogen, stellte er seine erste Bar in Hollywood auf die Beine. Das Konzept: Tiki-Style. Jenen Teil der polynesische Kultur gastronomisch zu adaptieren war Neuland. In Don the Beachcomber, jener 1934 eröffneten Bar, wurde in eben jenem Jahr der erste Zombie serviert. Ein Twist auf einen Planter’s Punch. Die Basis: Rum, Limette, Zucker.

Zwar war Don the Beachcomber ein Erfolgsrezept, das schnell Nachahmer fand, ein richtig großes Ding wurde Tiki erst rund 10 bis 20 Jahre später. Eine wahre Kultur-Welle, die nicht nur die Gastronomie, sondern auch die Kunst und den Lifestyle-Bereich erfasste.

Aus 2 Gründen. In der Südsee stationierte US-Soldaten brachten sukzessive das Interesse an jener Kultur mit in die Heimat. Vor allem an die Westküste der USA. Das war Punkt 1 der Tiki-Welle. Punkt 2 war der Beitritt von Hawaii 1959 als 50. Bundesstaat der USA. Das Interesse an der Tiki-Kultur war enorm.

Aber nur kurz. Denn bereits Anfang der 1960er ließ die Euphorie nach. Götter-Skulpturen, Tiki-Drinks etc. gerieten aus der Mode. In den 80ern war es kaum mehr eine Randnotiz.

Dass Tiki-Cocktails heute wieder eine feste Größe in der Bar-Szene sind, haben wir einer „Revival“-Welle in der Mitte der 90er zu verdanken. Wieder waren es Bartender aus Kalifornien, die die verspielten Drinks in ihren Tiki Mugs auf die Barkarten der Welt brachten.

RUM RANGOON

– adaptiert nach Jim Meehan

  • 6 cl Weißer Rum
  • 2,5 cl Frischer Limettensaft
  • 1,5 cl Rum-Orangenlikör
  • 1 cl Zuckersirup (1:1)
  • 2 Dashes Angostura Bitters
  • 1 Dash Orange Bitters

Alle Zutaten auf Eiswürfel rund 15 Sekunden kräftig shaken. Anschließend in ein vorgekühlte Coupette/Cocktailschale abseihen. Mit Limettenzeste garnieren.

KON-TIKI TROPICAL ITCH

– adaptiert nach Cocktailian & Jeff Berry, 2007

  • 3 cl Gin
  • 3 cl Weißer Rum
  • 2 Tropfen Mandelaroma
  • 5 Frische Mangowürfel
  • 1 cl Zimtsirup
  • 1,5 cl Frischer Limettensaft

Alle Zutaten mit Crushed Ice in einen elektrischen Mixer geben und mindestens eine halbe Minute blenden. In einen Tiki-Becher umfüllen und mit hölzernem Rückenkratzer (!) dekorieren.

SEA OF CORTEZ

adaptiert nach Jeff Berry

  • 4,5 cl Weißer Tequila
  • 1 cl Grand Marnier
  • 2,5 cl Crème de Cassis
  • 3 cl Frischer Limettensaft

Alle Zutaten auf Eiswürfel ca. 15 Sekunden schütteln. Anschließend in einen Tiki-Becher auf Eiswürfel abseihen und mit weißer Orchidee oder anderer duftfreier Blüte dekorieren.

WILSON’S SMASH

adaptiert nach Brandon Josie

  • 6 cl Dominikanischer Rum (gereift)
  • 3 cl Limettensaft
  • 1 cl Karamellisierte Ananas-Sirup
  • 1 Dash Angostura Bitters
  • 2 Dashes Absinth
  • 1 Zweig Minze
  • Soda

Im Vorfeld musst du den Ananas-Sirup herstellen. Hierfür schmilzt du 3 Teelöffel Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze. Gebe nun eine ganze Ananas in portionierten, rund 2 cm-kleinen Stückchen dazu. Nach rund 10 bis 15 Minuten sollten die Ananas-Stückchen leicht braungebrannt sein. Gelegentlich wenden. Übergieße die Ananas nun mit 4 cl Sailor Jerry Spiced Rum. Gib 12,5 Tassen Zucker hinzu und verrühre bis es leicht aufschäumt. Schütte nun langsam 1,25 Liter Ananassaft hinzu und verrühre. Von der Herdplatte nehmen und abkühlen lassen. Abseihen, die Ananas pürieren und den ausgepressten Saft in das Filtrat gießen.

Für die Zubereitung des Cocktails alle Zutaten bis auf das Soda in einen Shaker auf Eiswürfel geben und rund 15 Sekunden kräftig schütteln. Anschließend in einen vorgekühlten Tumbler auf Eiswürfel abseihen, Spritzer Soda on top dazu und mit Zitronenzeste dekorieren.

SUNDOWNER

adaptiert nach Jeff Berry

  • 4 cl Cognac
  • 1,5 cl Cointreau
  • 1,5 cl Galliano
  • 3 cl Frischer Limettensaft

Alle Zutaten auf Eis shaken und in einen vorgekühlten Tumbler auf Eiswürfel abseihen. Mit Limettenrad dekorieren.


Bildquelle: Tiki Mask – © snapgalleria/Fotolia.de

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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4 Kommentare für 5 Tiki-Cocktails, mit denen du deine Gäste begeistern wirst

  1. Matthias 20. Juli 2016 zu 06:15 #

    wird beim sundowner mit Galliano nun der alte Galliano gemeint, der in Richtung Vanille geht,
    oder die neue Ausgabe von Galliano (die ja eigentlich eine Wiedereinführung des ursprünglichen Gallianos ist) die eher wieder ins kräuterige geht?

    • Philip Reim 20. Juli 2016 zu 16:58 #

      Hallo Matthias,

      das ist schwierig zu sagen, da das Datum des Originalrezepts unbekannt ist. Wenn man allerdings bedenkt, dass es schriftlich erstmals Ende der 2000er von Beachbum Berry veröffentlicht wurde, gehe ich von der Vanille-Version auch. Außerdem spricht in meinen Augen auch das Aromenprofil des Drinks dafür.

      Gruß Philip

      • Maddin 20. Juli 2016 zu 18:35 #

        Hi ihr beiden,
        Ich persönlich finde, dass Cognac eigentlich sehr gut mit kräutrig-herbem harmoniert. Die Kombination mit Likören wie Benedictine oder Chartreuse sieht man, meiner Meinung nach zurecht, nicht selten. Da würde bestimmt auch der neue-alte passen.

  2. Roland 4. August 2016 zu 19:17 #

    Der Wilsons Smash hört sich zwar ganz gut an, aber für ein cl karamellisierten Ananassirup muss ich fast 2 Liter herstellen? Das reicht ein ganzes Leben. Und wieviel ist 12,5 Tassen Zucker? Geht das auch in Gramm? Ich glaube, ich lass das lieber und nehme normalen Ananassirup.

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