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Padre Azul Blanco Tequila im Test

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padreazul

Dieser Totenkopf ist schon irgendwie ein cooles Ding. Er wirkt wertig, wiegt schwer in der Hand. Und: Er ist ein absoluter Hingucker. Zusammen mit dem weißen Lederüberzug sorgt der Schädel für einen Blickfang, den man in der Spirituosenwelt so nur selten bekommt. Durchaus ein Grund den Padre Azul Tequila Blanco zu kaufen. Wichtiger ist allerdings der Inhalt, und den haben wir kürzlich für euch getestet.


Padre Azul berauscht die Geschmacksnerven mit seinem feinen, milden Aroma und unterscheidet sich damit komplett von der Vorstellung, die die meisten von Tequila haben.

Das ist doch mal eine Ansage. Eine, die so im offiziellen Flyer zum Padre Azul-Portfolio steht. Eine, an der sich jene Tequilas bewerten lassen müssen.

Werfen wir einen Blick auf den Padre Azul Blanco Tequila und seine Herstellungsfakten. Es wird ein recht flüchtiger Blick, denn die Details zur Produktion beschränken sich fast auf jene, die bereits auf der Flasche stehen.

So handelt es sich bei diesem Destillat um einen 100% Agave-Tequila aus dem mexikanischen Bundesstaat Jalisco. Sowohl die Agaven werden dort geerntet als auch deren Maische destilliert. Leider kommuniziert die Marke Padre Azul öffentlich nicht die Destillerie, die jenen Tequila produziert.

Bekannt ist nur noch, dass er direkt nach der Destillation auf 38%Vol. verdünnt wird und ohne Lagerung in die Flasche verschwindet. Kurz und knapp. Mehr Informationen zur Herstellung gibt es nicht. Offiziell.

DEGUSTATION DES PADRE AZUL BLANCO TEQUILA

Es dauert einige Sekunden bis der Padre Azul Blanco Tropfen an der Glasinnenseite bildet. Schwenke ihn einige Male und lehne dich kurz zurück. Allmählich setzen sich einige in Bewegung und fließen schwerfällig zum Glasboden.

In dem Moment als ich meine Nase über die Glasöffnung hielt, stachen 2 Aromen hervor. Agaven-Noten und Alkohol. Ersteres hocharomatisch, zweiteres beißend. Es ist wie eine aromatische Wippe: Mal kommt die eine Seite nach oben, mal die andere. Platz für Zwischenraum gibt es dabei allerdings nicht. Das Bouquet besteht aus erdigen Agaven-Aromen, die durchaus zu gefallen wissen. Sie sind kräftig, haben eine leicht medizinische Seite und lassen noch etwas Platz für Nuancen wie jene nach Mandarinen. Dann übernimmt wieder der Alkohol.

Eine ähnliche Linie schlägt der Padre Azul Blanco anschließend im Mund an. Jedoch kommt hier noch eine dritte Komponente dazu: ein ölig-süßer Charakter. Diesem muss auch die Agave weichen. Deren Aromen treten nun in den Hintergrund. Süß und beißend-scharf dominieren.

War der Alkohol bis zu dieser Stelle noch deutlich erkennbar, aber noch akzeptabel, dreht er im Nachklang nochmal auf. Eine derartige Schärfe bei nur 38%Vol. ist harter Tobak. Gut destilliert ist anders. Auch die Agaven-Aromen spielen am Gaumen keine große Rolle mehr. Suchst du Aromen, wirst du nur bei ein paar fündig, die an Bonbons erinnern.

Zusammenfassend würde ich den Padre Azul Blanco als innovatives und hochwertiges Produkt beschreiben. Sofern ich lediglich das äußere Erscheinungsbild betrachte. Sobald vom Inhalt die Rede ist, würde ich den Begriff „hochwertig“ nicht mehr in den Mund nehmen.

Padre Azul Tequila Blanco - 38%Vol. - 79€/0,7l

Padre Azul Tequila Blanco - 38%Vol. - 79€/0,7l
2.6

Bouquet

5/10

    Geschmack

    2/10

      Mundgefühl

      2/10

        Nachklang

        2/10

          Positiv

          • In der Nase intensive Agaven-Noten
          • Design

          Negativ

          • Alkohol stark brennend
          • Schwaches Aromenprofil
          • Preis-/Leistungsverhältnis
          • Gar keine Komplexität

          Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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          4 Kommentare für Padre Azul Blanco Tequila im Test

          1. Holger D. 21. Juli 2016 zu 10:40 #

            Padre Azul wird meines Wissens von einer Destillerie namens „Tres Mujeres“ hergestellt…

            https://www.facebook.com/Tequila-Tres-Mujeres-127958433955366/

            Die handvoll Bewertungen auf „tequila.net“ sind da eher verhalten. Wenn man ein wenig im Internet recherchiert, gewinnt man irgendwie den Eindruck, dass es sich bei Tres Mujeres eher um eine attraktiv herausgeputzte touristische Besucher- und Schau-Destillerie handelt, bei der man/frau als Tourist nach der Besichtigung dann natürlich auch Tequila erstehen kann: In unterschiedlichen Flaschenformaten und Präsentationsformen mit hohem Schauwert und hohem Souvenirfaktor…

            Den Padre Azul Blanco hab ich schon getrunken; in einer Preislage zwischen 25 – 30 EUR wäre die Sache für mich ok. Mehr ist der Inhalt m.E. aber auch nicht wert… Handgedengelte Totenkopf-Flaschenstopfen und Buddelbezüge aus Leder haben aber natürlich auch ihren Preis… Machen sich optisch ja auch gut in den Bar-Regalen der Trend- und Promi-Discos der Republik… 🙂

            VG, HD

          2. 1968superingo 21. Juli 2016 zu 11:50 #

            Hui, die Bewertung ist ja echt unterirdisch. Es kann also nur heißen: Finger weg von dem Zeug! Scheint ja im wahrsten Sinne des Wortes Feuerwasser zu sein. Nun gut, es gibt genügend leckere und vernünftig eingepreiste Alternativen am Markt.

          3. Holger D. 21. Juli 2016 zu 13:23 #

            Ich empfand die alkoholische Präsenz und Schärfe bei meiner Verkostung jetzt nicht soooo ausgeprägt… 😉

            Von erdigen und leicht medizinischen Aromen würde ich allerdings auch sprechen wollen; inkl. einer leicht „nadelholzartig-harzigen“ Note, die man sonst eher in artesanalen Mezcales vorfindet (dort allerdings oft sehr viel ausgeprägter)…

            Von daher ist das m.E. durchaus kein uninteressanter Tequila… Aufgrund der Preisgestaltung muss er sich allerdings mit Agaven-Destillaten im „Superpremium-Segment“ messen lassen… Und da geht er halt sang- und klanglos unter… 😉

          4. Dunveggan 22. Juli 2016 zu 14:34 #

            Juhu, Verrisse lesen macht eh am meisten Spaß! 😀

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