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Bonpland pusht deutschen Rum-Trend

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bonpland

Deutscher Rum geht steil, zeigt erstmals Züge wie die Gin-Welle. Jene Destillerie, die in diese Szene einen der erfolgreichsten Gins brachte, will nun auch im zweiten Trend mitmischen. Und das Design ihres Bonpland Rums verspricht bereits viel.


Umtriebig ist die deutsche Spirituosen-Landschaft allemal. Selten Trendsetter, aber zu viel Blödsinn bereit. Sie zeigt zwar nicht in jeder Produktsparte Kompetenz, aber in manchen sind sie erstklassig. „Weltniveau“ würde ich behaupten.

Whisky zählt nicht dazu, wohl aber Obstbrände- und geiste, Liköre. Grundsätzlich alles, was die Natur zur Mazeration und „Entgeistung“ anbietet. Folglich bereicherten hiesige Brenner in den vergangenen Jahren die Gin-Szene nicht nur mit schnell und lieblos hingefeuerten Marketing-Gins, sondern auch mit Qualität. Gin wurde in Deutschland in wenigen Jahren zur einer Art Nationalspirituose.

In Rum scheint Gin nun seinen Nachfolger gefunden zu haben. Zumindest in Deutschland. An mehreren Stellen hier auf EYE FOR SPIRITS habe ich bereits von ersten Anzeichen eines neuen Trends gesprochen. Nun steigt ein neuer Mitspieler in die Partie ein. Ein namhafter.

Die Avadis Distillery von Andreas Vallendar ließ vor rund 3 Jahren mit dem Ferdinand’s Gin ein neues High End-Produkt auf den Markt. Dies geschah in einer Zeit, als der Markt bereits als übersättigt galt. Und dennoch: Der Ferdinand’s Gin zog durch Qualität und geschicktes Marketing am Gros der Konkurrenz vorbei.

Aus eben dieser Spirituosen-Schmiede kommt nun der neue Bonpland Rum. Für diesen wird ein Blend verschiedener Rums aus den Ländern Trinidad, Jamaica, Guyana, Guatemala und Nicaragua als Basis verwendet. Wie alt die einzelnen Destillate bei ihrer Ankunft in Deutschland waren, ist nicht bekannt.

Darum geht es der Avadis Distillery und dem Distributor Capulet & Montague in erster Linie auch gar nicht. Das Alleinstellungsmerkmal, der unique selling point, liegt an anderer Stelle. Am Ende. Bei der Fasslagerung. Die beiden Unternehmen konzentrieren sich dabei auf ihr Steckenpferd: der Bonpland kommt in Fässer deutscher Weine.

Der Wein wird beim Rum, anders als beim Ferdinand’s Gin, nicht per Dampfinfusion hinzugegeben, sondern durch mehrmonatige Fassreifung. Der Rum kommt also bereits fassgelagert aus seinen Herkunftsländern und schlummert anschließend hierzulande noch einige Monate weiter. Das Finishing, also das Nachreifen in ausgewählten Fässern, ist eine von 3 Möglichkeiten für deutsche Unternehmen eigenen Rum zu produzieren. Im Falle des Bonpland Rums findet dies in Pinot Noir Weinfässern vom Weingut von Friedrich Becker (Pfalz) statt.

Laut Denis Reinhardt von Capulet & Montague reifen in deren Lagerhaus zudem noch Single Casks verschiedener karibischer Destillerien wie Caroni oder Enmore. Über diese wird aktuell allerdings noch Stillschweigen bewahrt.

Für den Bonpland Rum liegt der voraussichtliche Veröffentlichungstermin bei kommendem September. Dann wird er ohne Zuckerzusatz, ohne Farbstoff und ohne Kaltfiltration in den Handel gehen. Die unverbindliche Preisempfehlung wird derzeit aber noch nicht kommuniziert.

Update: Wie mir Capulet & Montague heute mitteilte, wird es zudem eine Blanc-Version des Bonpland Rums geben. Dieser basiert auf einem Blend von Rums aus Trinidad, Jamaica, Guyana, Indonesien und Barbados. Seine Nachreifung erhielt er in Chardonnay-Barrique-Fässern des VDP Weinguts Bernhard Huber in Baden. Die Preisempfehlung des Bonpland Blanc VSOP liegt bei 35,95 € à 0,7 Liter, die der Rouge-Variante bei 39,95 € à 0,7 Liter.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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2 Kommentare für Bonpland pusht deutschen Rum-Trend

  1. kallaskander 26. Juli 2016 zu 12:30 #

    Hi there,

    deutscher Rum….

    Hier ein Einblick hinter das was sonst so bei Rum geboten ist.

    http://blog.thewhiskyexchange.com/2016/07/the-lowdown-on-rum-with-richard-seale-master-distiller-foursquare-rum/

    Greetings
    kallaskander

  2. Maximus 26. Juli 2016 zu 13:26 #

    Von den UVPs bin ich doch etwas überrascht – im (leicht) postiven Sinne. Auch wenn die Blends vermutlich relativ jung sein dürften und damit in meinen Augen definitiv keine Schnäppchen sind.
    Wenn die Produkte nun noch NICHT mit nur kümmerlichen 40% abgefüllt werden, behalte ich sie im Auge.

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