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Ballantine’s Hard Fired und die Mär vom neuen Geschmackserlebnis

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Ballantines_Hard_Fired

Ein neues Geschmackserlebnis soll der Ballantine’s Hard Fired Whiskytrinkern liefern. Na, wenn das mal kein Versprechen ist. Ein besonderer Herstellungsschritt soll dies gewährleisten, soll aus dem Ballantine’s Hard Fired einen männlichen Whisky machen. So heißt es.


Mit Eichenholz zu experimentieren, ist in puncto Produktentwicklung durchaus ein kluger Schritt. Zumal bei Whisky, die Stellschrauben begrenzt sind, und die Fasslagerung der wichtigste Schritt für Bouquet und Geschmack sind. Die Liste an Ideen, die sich Whisky-Hersteller hierfür haben einfallen lassen, ist lang. Darunter Neuheiten, die durchaus innovativ waren; andere waren es nur vermeintlich. Aus Marketing-Sicht klangen sie gut, und die PR-Agenturen haben die Korken knallen lassen, da sie ein Keyword hatten, an dem sie die Vermarktung aufhängen konnten.

Holz ist auch beim neuen Ballantine’s das Steckenpferd, einschließlich passendem Keyword. Das als Hard Fired bezeichnete Merkmal, wird daher auch beim Unternehmen und der Agentur wahrscheinlich hart gefeiert. Ist es letztlich der einzige Herstellungsschritt, der zum neuen Blended Scotch Whisky aus dem Hause Ballantine’s in Teilen kommuniziert wird.

Die Eichenfässer werden in diesem Fall 2 mal ausgebrannt, nicht wie üblich nur 1 mal. Wie lange die einzelnen Toasting- bzw. Charring-Perioden dauern, ist allerdings nicht bekannt. Wodurch der Begriff „Hard Fired“ bzw. „Hard Firing“ aus ökonomischen Gründen durchaus seinen Reiz hat, um auf bestimmte Aromen schließen zu können jedoch nicht.

Auch ist nicht bekannt, wie lange der Ballantine’s Hard Fired in den jeweiligen Fässern verbrachte. Lediglich die Pflichtangaben alkoholischer Produkte erfahren wir noch: 40 %Vol. und Farbstoff.

Das eigentlich interessante, und das ist wirklich mal etwa neues, finde ich die Vermarktungsweise des neuen Ballantine’s Hard Fired. Das Unternehmen sowie der Dachkonzern Pernod Ricard entschieden sich dazu, den neuen Whisky ausschließlich über einen Kanal zu vermarkten: Amazon.

Kein Discounter, keine Tankstellen, keine Fachhändler. Der Hard Fired ist der erste mir bekannte Whisky, der ausschließlich über jenen Online-Händler vertrieben wird. Möchtest du den neuen Ballantine’s probieren, kannst du ihn dort für 17,49 € bestellen.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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7 Kommentare für Ballantine’s Hard Fired und die Mär vom neuen Geschmackserlebnis

  1. 1968superingo 27. Juli 2016 zu 17:11 #

    Na Hurra, bei dem sagenhaften Preis braucht man sich um die Qualität ja keine Sorgen machen. In der Region fallen mir nicht all zu viele wirklich trinkbare Blends ein. Der Hard Fired würde, wenn er nicht nur bei Amazon unters Volk gebracht werden würde, ein klassischer Kandidat für Discounter und Supermärkte sein. Wo sind die Cola und das Eis?

    • Philip Reim 27. Juli 2016 zu 18:57 #

      Auf den Punkt gebracht 😉

  2. kallaskander 28. Juli 2016 zu 09:22 #

    Hi there,

    haben wir nicht bei einem der letzten völlig austauschbaren Ardbeg Sonderreleases gelernt, daß die höchste Form des Ausbrennens von casks das Alligator charring ist?

    Wie kann man dann von Hand ein Faß noch mehr ausbrennen?

    Wahrscheinlich hätte Ballantine bei einem Ballantine’s Aligator Probleme mit den Namensrechten bekommen.

    Und haben wir nicht beim miserablen aber inzwischen begehrten Manochmore Loch Dhu gelernt, daß das besondere Ausbrennen von Fässern den whisky schwärzer als schwarz macht? Hätte jemand einen Ballantine’s Loch Dhu haben wollen? Unwahrscheinlich.

    Wissen wir, daß in einer übersättigten, langweilig werdenden, rückläufigen und von marketing Fabeln getriebenen Spirituosen-Kategorie sich nur noch die dreistesten Geschichten irgendwie abheben können? Ja, wissen wir.

    Wollen wir das wissen müssen? Nein, wolln wir nicht! Schon gar nicht wollen wir für solche Märchen teuer bezahlen müssen.

    Greetings
    kallaskander

  3. Frankenfritz 28. Juli 2016 zu 12:53 #

    Amazon ist ja bekannt für guten Rückgabeservice. Ob sie wohl auch angebrochene Flaschen zurücknehmen?

    Ernste Grüße

    Frankenfritz

  4. kallaskander 29. Juli 2016 zu 11:37 #

    Hi there,

    hier das press release von Pernod Ricard.

    http://www.mercurio-drinks.de/pressemitteilungen/alle/presse/einzelansicht/created-by-fire-ballantines-praesentiert-hard-fired/

    Ich muß gestehen, daß ich nach der Hälfte des Textes einen leichten Würgereiz verspürt habe ob der hämmernden key words welche die message rüber bringen sollen.

    Eine ziemlich fragwürdige message noch dazu. Mir fielen noch ein paar andere key words ein…. Aber mit normalsterblichen Kunden die sich nicht auf whisky info Seiten rumtreiben, kann man das ja vielleicht machen.
    Könnte aber auch sein, daß für solche der Exklusivebezug über Amazon eine größer Kaufschwelle ist, als gedacht.

    Greetings
    kallaskander

    • 1968superingo 29. Juli 2016 zu 23:33 #

      Herr, lass Hirn vom Himmel regnen. Leider war gerade strahlender Sonnenschein! Hilfe!

  5. kallaskander 2. August 2016 zu 14:50 #

    Hi there,

    hier noch ein wirklich gelungenes völlig absurdes press release bei dem die story nix mit dem Produkt zu tun hat, aber krampfhaft Zusammenhänge hergestellt werden.

    Völlig sinnfrei und noch nicht mal gut erzählt.

    Dafür hat Diageo eigens eine Ideenschmiede gegründet? Nicht, daß die drei Produkte die bisher daraus hervorgegangen wären viel besser oder innovativer wären als diese Geschichte.

    Wenn das die Zukunft des whiskies sein soll….

    Greetings
    kallaskander

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