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10 Dinge, die die Whisky-Welt nicht mehr braucht

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Der Durst scheint unstillbar. Trotz einer vorhergesagten Rezession wird Single Malt Scotch Whisky in Mengen konsumiert wie nie zuvor. Dies führte zu einer Situation, in der Schnelllebigkeit das Credo ist, nicht Nachhaltigkeit. Hier sind 10 Gegenmaßnahmen.


  1. Keine weiteren Online-Shops für Whisky, solange Angebot und Service nicht besser sind als bei Amazon.

  2. Keine Effekthascherei mehr mit der ppm-Anzahl, da es nichts weiter als Irreführung ist.

  3. Die Marktstrategie seiner NAS-Whiskys als „flavor-led“ zu bezeichnen, ist schlichtweg peinlich. Was haben Destillerien denn vor der NAS-Welle getan?

  4. Nicht mehr Zeit der Marketing-Geschichte für ein Produkt opfern als der Qualitätsentwicklung.

  5. Keine weiteren Whisky-Serien mehr. Whisky ist Whisky und kein Panini-Stickeralbum.

  6. Ein Preis über 100,- rechtfertigt in 90 Prozent der Fälle den Inhalt nicht.

  7. Keine weiteren Tasting-Videos auf Youtube. Es mag für so manches Unternehmen eine solide Marketingmaßnahme sein, kaum eines setzt sie allerdings kompetent und konsequent um.

  8.  Jährlich nicht 1 bis 2 neue limitierte Abfüllungen auf den Markt zu bringen, statt am Kernportfolio zu arbeiten.

  9. Nicht die Produktion auf Kosten der Qualität beschleunigen und Fermentation und Fassreifung dadurch zu früh beenden.

  10. Als Kunde nicht jeder bunten Neuerscheinung hinterherrennen, nur weil Scotch Single Malt draufsteht.


Bildquelle: Tumbler: © nioloxs – Fotolia

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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10 Kommentare für 10 Dinge, die die Whisky-Welt nicht mehr braucht

  1. 1968superingo 6. August 2016 zu 12:21 #

    Philip, die 10 Punkte kann ich vorbehaltlos so mittragen. Ich würde die Liste noch ergänzen um:

    11. Der Preis für die Abfüllung sollte dem Inhalt angemessen sein und nicht dem Marketing, dem stylischen Design der Flasche oder des Labels.

    12. Die Angabe „Limited“ sollte nur auf die Flasche, wenn es tatsächlich eine klare Limitierung gibt (max. mittlere vierstellige Flaschenanzahl).

    13. Whisky ist zum Trinken und Genießen da und nicht zum Sammeln.

    14. Liebe Spekulanten, sucht Euch andere Investments als Whisky. Ihr versaut den wahren Liebhabern nur die Preise.

  2. Andreas 8. August 2016 zu 10:36 #

    Kann ich so Unterschreiben. In Konsequenz bedeutet dies, das ich meinen „Shop“ demnächst umarbeiten werde.

  3. kallaskander 8. August 2016 zu 11:04 #

    Hi there,

    in dieser Meldung

    http://www.planetwhiskies.com/latest_whisky_news/Kilchoman-Sanaig-winds-best-non-age-statement-single-malt-IWSC-2016.html

    steckt die info, daß „NAS (Non Age Statement) whiskies now form the largest segment in Single Malt with almost 80% of Scotch Whisky sold not having an age statement, making Kilchoman’s success all the more impressive.“

    Mit zwei Aspekten: Einmal unter den malts sind die NAS-ties führend, man blicke nur auf z. B. Laphroaig.

    Zum anderen werden 80% alle Scotch whiskies also einschließlich blends als NAS-ties verkauft. Etwa Dimple, der erst 12, dann 15 Jahre und jetzt NAS ist. Usw.

    Was das Lammento einerseits und die Zahlen – os sie stimmen – andererseits sagen ist, daß einer ziemlich cleveren whisky Industrie und ihrem ebenso cleveren Marketing eine gewaltige Schar von weit weniger cleveren whisky Kunden gegenüber steht.

    Lammentieren ist das eine, Kaufmacht ist das andere. Bisher haben die whisky Anbieter alles richtig gemacht.

    Bisher.

    Aber es mehren sich die Schriften an der Wand.

    Greetings
    kallaskander

    • Andy 22. August 2016 zu 14:07 #

      NAS-ties ist ja wohl mal genial doppeldeutig 😉 *daumen hoch*

  4. Michael Becker 8. August 2016 zu 11:41 #

    Punkt 1 ist prinzipiell richtig, aber ausgerechnet Amazon hier als Paradebesipiel hinzustellen, na ja. Man könnte es auch so formulieren: Keine weiteren Online Shops, unterstützt die lokalen Whiskyfachgeschäfte (sofern vorhanden), die mit Hingabe und Leidenschaft und dem nötigen Wissen ihren Whisky verkaufen und schaut nicht nur auf den Preis!

    • makko 9. August 2016 zu 07:30 #

      Nicht, wenn der lokale Händler teilweise das doppelte aber mindestens mehr als 1/3 mehr verlangt als der Durchschnitt. .. Dann dürfte ich selbst gängige 60-70 € Flaschen hier nicht kaufen, da über 100 € im Regal….

      • Michael Becker 9. August 2016 zu 10:11 #

        Nicht wenn, wäre schon klar. Das ist mir aber viel zu pauschal dahergesagt. Ich als Einzelhändler gucke mir bei jeder Gelegenheit die Preisgestaltung von Kollegen an und habe bei noch nirgends Preise gesehen die doppelt so teuer sind als der Durchschnitt. Vielleicht sollte man auch bedenken dass ein Einzelhändler nicht die gleichen Einkaufspreise erhält wie ein Großer der Branche. Da muss man schon sehr kreativ sein um preislich mitzuhalten. Bei mir zum Beispiel stehen über 100 Flaschen offen zum Probieren. Kann dir Amazon oder andere das auch bieten?

  5. macallan 8. August 2016 zu 19:27 #

    Gute Liste !
    „…das mußte mal gesagt / geschrieben werden“
    Würde ich fast alles unterschreiben….
    aber auch die Punkte 11-15 😉

    Ciao
    macallan

  6. Martin Glock 9. August 2016 zu 11:43 #

    Lieber Philip, gerne gebe ich dir bei vielen oder fast allen Punkten Recht, ausser bei Punkt 1 ! „Keine weiteren Online-Shops für Whisky, solange Angebot und Service nicht besser sind als bei Amazon.“ Was macht den Amazon: Amazon ist eine Verkaufsplattform, bei der jeder Händler seine Whisky – Rum – Gin – Spirituosen einstellt und Amazon hostet die Ware und kassiert dafür noch eine dicke Provision. Das ist doch heuchlerisch diesen Punkt a) ganz oben anzuführen b) es so ausdruckstark zu proklamieren. Klar bietet Amazon viel, hat ja auch 10 bis 20 Jahre Vorsprung im Vergleich zu viele anderen Plattformen. Dennoch sollte man speziell die Händler auch nachhaltig unterstützen, die sich Mühe geben und versuchen ein breites und interessantes Gesamtportfolio zu guten Preisen im Laufe der Jahre aufzubauen. Und da hängt doch das Problem: Als Spirituosenhändler kann man nicht normal betriebswirtschaftlich denken und handeln und den Warenbestand gering halten. Genau anders herum ist doch die Wahrheit: Aufbau eines großen Portfolios bei hoher eigener Kapitalbindung und schneller Verfügbarkeit sind die Kennzahlen die dort als Händler – egal ob Präsenz oder Online – wichtig sind. Und des versuchen viele und werden damit auch scheitern wenn die ersten 2 / 3 Jahre dann vorbei sind und keine klare Strategie und Wachstum absehbar ist. Somit halte ich es für etwas einfach gekehrt und unüberlegt nur den – Ehemaligen Buchhändler und jetzigen Gesamtanbieter – als Referenz zu wählen. DER IST ES EBEN NICHT – ER IST „NUR“ EIN LOGISTIKER ! Wir – alleswhisky.de GbR – arbeiten zielgerichtet, nachmals könnte es auch schneller gehen – und mich ärgen solche Kommentare – da sie die Realität zu einseitig und zu flach wiedergeben.

    Slainte Mhath

    alleswhisky.de GbR

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    • Philip Reim 9. August 2016 zu 16:40 #

      Hallo Martin,

      ich kann deinen Beitrag und deine Meinung absolut nachvollziehen. Wie du eventuell, weisst, hatten wir vor wenigen Jahren hier bei EYE FOR SPIRITS ebenfalls einen eigenen Shop. Auch uns hat Amazon das Leben schwerer gemacht. Generell bin ich auch kein Fan jeder Praktik Amazons.
      Dennoch liefern sie Preise und Lieferkonditionen, die marktdefinierend sind. Als „kleiner“ Händler muss man folglich seine Nische finden. Und da liegt auch die Achilles Ferse von Amazon. Kleinere Händler können dem Kunden mehr um das Produkt herum bieten. Wenn sie allerdings nur die Produkte online stellen und dann verkaufen, brauchen sie sich nicht wundern, wenn die Kundschaft lieber bei Amazon bestellt.

      Gruß Philip

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