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Gonzales Byass will mit La Copa Vermouth auf den deutschen Markt

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copa

Ohne die Scotch-Industrie würden den Sherry-Produzenten recht schnell die Erträge einbrechen. Das ökonomische Rückgrat würde fehlen. Sherry, trotz seiner herausragenden Eigenschaften, läuft nicht mehr. Der Marktführer Gonzales Byass zieht daher ins Vermouth-Geschäft.


La Copa ist der Name des neuen Vermouths von Gonzales Byass. Es heißt, seine Herstellung basiert auf einer Rezeptur aus dem 19. Jahrhundert. Genauer gesagt 1896.

Als Basis dient das, was das spanische Unternehmen zuhauf in seinen Weinkellern hat: Sherry. Eine Melange aus Oloroso Sherry und Pedro Ximénez bildet dabei das alkoholische Herz des La Copa.

Laut Unternehmensangaben reiften beide Sherry-Varianten in den Kellern von Gonzales Byass. Bekannt ist aber leider nicht, wie lange dies dauerte. So kann dies von mehreren Jahrzehnten reichen, bis hin zum kurzem Seasoning von wenigen Wochen oder Monaten.

Weitaus gesprächiger zeigt sich das Unternehmen allerdings hinsichtlich der weiteren Zutaten. So kommen neben dem obligatorischen Wermutkraut noch 6 weitere Ingredienzen in die Flasche: Nelken, Orangenschalen, Muskatnuss, Engelwurz, Chinin und Bohnenkraut.

Klingt doch schon einmal vielversprechend.

Inwieweit das Unternehmen dabei tatsächlich am Originalrezept blieb oder nicht, ist mir nicht bekannt. Vielleicht ist es auch nur eine nette Marketing-Geschichte. Fakt ist allerdings, dass Gonzales Byass aufgrund der andauernden Sherry-Flaute nicht müde wird, nach Alternativen zu suchen.

Erst 2014 hatte ich einen Whisky auf dem Tisch, der zwar an sich ein Blended Scotch wäre, aufgrund eines kleinen Details aber nicht „Scotch“ heißen darf. Zusammen mit Richard Paterson von Whyte & Mackay kreierte Gonzales Byass den Nomad Whisky. Ein Blend, dessen letzte Reifungsphase in Spanien und damit außerhalb Schottlands stattfand. Folge: Der wichtige Vermarktungsbegriff „Scotch“ fällt weg. Stattdessen bezeichnete ihn das Unternehmen fast höhnisch als Outland Whisky.

La Copa Vermouth ist daher nur die Konsequenz einer intensiven Marktbeobachtung. Vor allem in Spanien als auch auf anderen Märkten wie dem deutschen. In Anbetracht der Vermouth-Neuerscheinungen der letzten Monate und Jahre treten die Spanier hier auch offene Türen ein.

Wann der neue La Copa Vermouth in Deutschland startet, ist mir noch nicht bekannt. Zumindest verschweigt dies die offizielle Pressemitteilung. Vermutlich jedoch in den nächsten Wochen. Ach ja…und der Preis. Da gibt man sich ebenfalls wortkarg.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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Ein Kommentar für Gonzales Byass will mit La Copa Vermouth auf den deutschen Markt

  1. kallaskander 16. August 2016 zu 10:27 #

    Hi there,

    Melange aus Oloroso Sherry und Pedro Ximénez – nennt man das nicht gemeinhin Cream Sherry? Der Oloroso soll dabei die übermäßige Süße des PX dämpfen, aber süß ist das immer noch genug.

    Wäre ich ein bösartiger Mensch – was ich nicht bin – könnte mir auch der Verdacht kommen, daß Byass eine Verwertung für sherries gefunden hat, die 6-7 mal durch neue Fässer gejagt werden, damit diese sich dann nach einem halben Jahr sherry casks nennen dürfen?

    Die botanicals die du oben aufzählst würden den ausgelaugten sherry sicher ganz schön zum Vermouth aufpeppen. …

    botanicals – fast muß man froh sein, daß sie nicht auf die Idee gekommen sind, das ganze noch zu einem Gin weiter zu destillieren.

    Noch ein Gin mit einem Alleinstellungsmerkmal, Ausgangsalkohol ist hochgebrannter ex-sherry, der sonst in die Essigfabrik gewandert wäre…

    Wo kann man sich so eine Idee schützen lassen – ich kriege jedenfalls 10% für den Einfall, egal wer ihn kapert!

    Greetings
    kallaskander

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