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Führt Macallan die Fine Oak-Serie wieder ein?

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macallanfineoak

Es ist erst 3 Jahre her. Da krempelte Macallan ihr gesamtes Portfolio auf No-Age-Statements um. Der Kunde sollte sich von der Farbe als Qualitätsmerkmal leiten lassen. Funktioniert hat dies anscheinend nicht. Kehrt die Destillerie nun zum Angebot von 2011 zurück?


Was wurde diese Brennerei in den vergangenen Jahren gescholten. Macallan und seine Produkte schlecht zu reden, war en vogue. Es war quasi eine Art Konsens unter Whisky-Liebhabern Macallan mit ihrem Standardportfolio doof zu finden. Auch wenn man sonst nicht einer Meinung war, hier fand man seinen kleinsten gemeinsamen Nenner.

Der Grund für diese Haltung vieler Whisky-Fans war Macallans absolute Ausrichtung ins Ultra-Premium-Segment zum einen, das heißt die Preise waren teils exorbitant. Auf der anderen Seite war die komplette Abkehr von Altersangaben im Kernportfolio. Als Ersatz gab es nicht nur schicke Beinamen, sondern Macallan hob die Farbe des Whiskys als entscheidendes Merkmal hervor. Farbe als direkter Bezug zur Qualität des Inhalts.

Eine aus meiner Sicht mehr als ungünstige Entscheidung. Mag sein, dass bei vielen Whiskys dieser Zusammenhang zutrifft, es ist allerdings nicht allgemeingültig. Im Gegenteil, jeder Whisky-Experte und auch jeder vermeintliche Whisky-Experte propagiert, dass Farbe und Qualität nicht zusammenhängen müssen.

Als Macallan dann vor 3 bis 4 Jahren ihre Standardwhiskys durch die 4 Qualitäten Amber, Sienna, Ruby oder Gold austauschte, war dies für viele Whisky-Fans ein rotes Tuch. Von einigen Händlern höre ich seither, dass jene Whiskys wie Blei in den Regalen stehen.

Zumindest in Südafrika bleibt Macallan auf dem Stand von 2011. Mehr noch: Es expandiert sogar. So wird auf jenem Markt der 15 jährige Fine Oak Single Malt Whisky neuaufgelegt und mit dem 12- und 18-jährigem 2 neue Produkte eingeführt.

Ein interessanter Schritt in Anbetracht dessen, dass sich Macallan in Europa in den vergangenen 3 Jahren kaum zu Wort gemeldet hat. Vor allem nicht im unteren- und mittleren Preissegment.

Wie bereits die Fine Oak-Serie, die bis 2012 hierzulande verfügbar war, basieren die neuen Versionen auf einer Melange dreier verschiedener Fässer. Ex-Sherryfässer aus Europäischer Eiche, Sherry-seasoned Fässer aus Amerikanischer Eiche und Ex-Bourbonfässer aus Amerikanischer Eiche. Allesamt ohne Farbstoffzugabe.

Die Macallan Fine Oak Whiskys wird es vorerst nur in limitierter Stückzahl zu moderaten Preisen geben. Der 12-jährige für rund 40,- Euro, der 15-jährige für umgerechnet 66,- Euro und der 18-jährige für 165,- Euro.

Mal sehen. Vielleicht gibt es ja auch hierzulande bald ein Umschwenken.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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2 Kommentare für Führt Macallan die Fine Oak-Serie wieder ein?

  1. kallaskander 17. August 2016 zu 11:26 #

    Hi there,

    ich habe die Fine Oak nicht vermißt. Das werde ich auch in Zukunft nicht.

    Für Europa hat Besitzer Edrington einen limited 12yo sherry oak angekündigt… also auch eine Rückkehr zu einem malt den sie mit der Farbleitcodierung abgeschafft haben.

    Ich würde mir wünschen, daß die Preise mit Wi(e)dereinführung der Altersbezeichnungen auch wieder normal werden und die Scotch whisky industry insgesamt zugibt, daß ihr marketing Konzept der ständigen Premiumisierung, also stetigen Verteuerung der whiskies, nicht fruchtet.

    Ein blogger Kollege aus den USA hat für 2015 nachgewiesen, daß dort Erdington mit seinen Marken alleine für 42% der Preisanstiege bei allen Scotch whiskies verantwortlich ist.

    Dafür haben sie im abgelaufenen Geschäftsjahr 7 Millionen Pfund verloren.

    http://www.thespiritsbusiness.com/2016/07/edrington-profits-drop-by-7m-in-full-year-results/

    Es bleibt zu hoffen daß alle whisky Käufer auf die völlig überzogenen Preise reagieren und bewußter kaufen, damit der Wahn ein Ende nimmt.

    Greetings
    kallaskander

  2. 1968superingo 17. August 2016 zu 15:42 #

    Ganz Deiner Meinung, Kallaskander! Die Fine Oak-Abfüllungen haben die Whiskywelt nicht wirklich gerockt. Nun für einen 18jährigen fette 165 € zu fordern, ist schon heftig. Im Vergleich zu den völlig überteuerten 18jährigen Sherry Oak (weit jenseits der 200 €) ist das aber ja schon fast ein Schnäppchen. Ich denke, mit dem Reiten der Premiumschiene hat sich Edrington beim Macallan keine Gefallen getan. Viele treue Kunden hat man erfolgreich vergrault.

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