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Bayswater London Dry Gin im Test

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bayswater

Ich gebe es auf. Zu prognostizieren, wann die Gin-Flut ein Ende hat, scheint aussichtslos. Trotz aller Warnungen werden die Wacholder-Destillate auf den Markt geworfen. Nach wie vor. In ganz Europa. Der Bayswater Gin hat da zumindest das Glück, schon eine Weile mitzuspielen.


Dass der Bayswater London Dry Gin mit offiziellem Importeur in Deutschland verfügbar ist, ist noch gar nicht so lange her. Ein paar Monate vielleicht. Seither steht er mit seiner markanten, eckigen Flaschen in den Regalen.

Seit knapp 6 Jahren ist der Bayswater Teil des Gin-Marktes, in erster Linie des spanischen. Wer diesen Gin destilliert, ist leider nicht bekannt. Zumindest mir nicht. Zwar ist das spanische Unternehmen Casalbor Markeninhaber, aus wessen Brennblasen der Gin tropft, wird jedoch offiziell nicht preisgegeben.

Dafür gibt es aber den ein oder anderen Hinweis zur Herstellung. So basiert der Bayswater London Dry auf einem 5-destilliertem Brand. Für das Aroma sorgen hingegen 9 Botanicals: Wacholderbeeren, Koriandersamen, Angelikawurzel, Schwertlilie, Zitronen- und Orangenschalen, Süßholz, Kassie und Muskat.

DEGUSTATION DES BAYSWATER LONDON DRY GIN

In der Nase startet der Bayswater London Dry mit Wacholder, alkoholischer Schärfe, etwas Süßholz sowie dezentem Kardamom und Pfeffer. Den größten Part des Bouquets nehmen Wacholder und Alkohol ein. Insgesamt empfinde ich die Aromen, des Bayswater in der Nase nicht auffallend kräftig. Du musst suchen. Dies verleiht ihm meiner Ansicht nach einen recht wässrige Charakter, der teilweise mehr in Richtung Vodka und weniger in Richtung London Dry Gin geht.

Im Mund beginnt er ausgesprochen weich, legt sich samtig über die Zunge. Die alkoholische Dominanz aus der Nase ist völlig vergessen. Allerdings nicht die aromatische Leere. Er spielt zwar mit den harzig-herben Aromen des Wacholders, hat aber sonst im Mund nicht viel zu bieten. Auch ein Hauch süßlicher Vanille täuscht nicht hinweg, dass es hier enorm an Komplexität fehlt. Auch im Mund hätte ich Schwierigkeiten den Bayswater von einem Vodka zu unterscheiden, würde nicht gelegentlich der Wacholder aufblitzen.

Im Nachklang zeigt sich wieder der Alkohol. Bei weitem jedoch nicht so auffallend wie zu Beginn in der Nase. Er hinterlässt ein leichtes Brennen an Gaumen und Lippen, lässt ansonsten jedoch viel Spielraum für trockene, herbe Aromen. Diese erinnern in erster Linie an Koriandersamen und Wacholder.

Nun ja…was soll ich zusammenfassend über den Bayswater Gin schreiben? Er hat eine schöne Flasche. Inhaltlich hingegen mangelt es ihm außerordentlich an Komplexität. Die einzelnen Aromen der Zutaten sind schwer bis gar nicht zu erkennen. In einer Ära, in der jedes Dorf einen eigenen Gin destilliert, fehlt es ihm daher an auch an Individualität.

Bayswater London Dry Gin - 43%Vol. - 40 €/0,7l

Bayswater London Dry Gin - 43%Vol. - 40 €/0,7l
4.75

Bouquet

5/10

    Geschmack

    5/10

      Mundgefühl

      4/10

        Nachklang

        5/10

          Positiv

          • Wacholder-Aroma angenehm
          • Mild im Mund

          Negativ

          • Keine Komplexität
          • Wässrig
          • Tendenz zu neutralem Vodka

          Bildquelle: Bayswater Gin/Casalbor

          Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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