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Baileys neuer Pumpkin Spice: spannend und doch unkreativ

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Baileys ist ein Phänomen. In nahezu jedem Discounter erhältlich, liefert er durchschnittliche Qualität. Nicht schlecht, von der Speerspitze aber weit entfernt. Dennoch zählt er zu den meistverkauften Spirituosen. Mit dem Baileys Pumpkin Spice gibt es nun Nachschub.


Er ist omnipräsent. Jeder Tante-Emma-Laden von Kiel bis Konstanz scheint ihn ins Regal zu stellen. Baileys ist ein Likör für die Massen, perfekt als Geschenk und Mitbringsel positioniert. Nicht unerschwinglich aber dezent teurer als der Rest der Sahne-Liköre.

Diese Marktstrategie zahlt sich für Markeninhaber DIAGEO aus. Baileys ist eines seiner unverzichtbaren Steckenpferde. Seit Jahren läuft der Sahnelikör aus Irland auf Platz 1 aller verfügbaren Liköre. Nach Aussage des Unternehmens macht Baileys rund 50 Prozent des gesamten irischen Spirituosen-Exports aus.

In Deutschland gibt es dabei von den über 6 verschiedenen Varianten gerade einmal 3. Die Standard-Version Original Irish Cream, Chocolat Luxe und Coffee. Andere Abfüllungen wie Mint hatten ein paar Intermezzos auf dem Markt, setzten sich allerdings nie dauerhaft durch.

Seit wenigen Tagen ist aber bekannt, dass dieses Portfolio um eine neue Herbst-Version erweitert werden soll: Baileys Pumpkin Spice.

Mit pumpkin (engl. für Kürbis) hat dieser Likör allerdings nichts gemein. Mit spice – Gewürzen – ja, mit Kürbissen nein. Der Baileys Pumpkin Spice trägt seinen Namen – so meine Vermutung – schlicht aus marketing-strategischen Überlegungen. Sein Marktstart ist kommenden Herbst, also just in jener Season, die wir mit dem orangen Gemüse verbinden.

Wie all seine aromatisierten Vorgänger basiert auch der Neue auf dem Original Irish Cream. Dieser wurde jedoch mit Zimt, Muskatnuss, Nelke, Vanille und Ahornsirup erweitert. An sich Klassiker, die mich jetzt nicht vor Vorfreude im Dreieck springen lassen. Dies tat der Chocolat Luxe aber auch nicht, war jedoch am Ende ein empfehlenswerter Likör.

Ganz dem Zeitgeist entsprechend stellt das Unternehmen dem Baileys Pumpkin Spice auch 3 Signature Drinks zur Seite. Wobei aus meiner Sicht Kaffee, Milch und Baileys eher nach lustlosem Gemixe klingt. Auch ein Old Fashioned pumpkin bestehend aus Bulleit Bourbon und Pumpkin Spice klingt unkreativ. Es scheint eher als solle kurzfristig das DIAGEO-Portfolio gepusht werden.

Der Baileys Pumpkin Spice kommt vorerst als limitierte Edition auf den Markt. Wobei wir bei „limitierte Menge“ beim größten Likörhersteller der Welt nicht damit rechnen müssen, dass die Regale so bald leerstehen werden. Der Preis ist derzeit noch nicht bekannt. Ich vermute jedoch, dass er mit rund 15,- Euro im Bereich seiner Vorgänger liegen wird.


Bildquelle: DIAGEO

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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9 Kommentare für Baileys neuer Pumpkin Spice: spannend und doch unkreativ

  1. Jonny84 23. August 2016 zu 11:13 #

    Unter der Bezeichnung „Pumpkin Spice“ ist vor allem in den USA als eine Gewürzmischung aus bekannt (Zimt, Nelke und andere Brauntöne dominieren den Blend; s.o.). Damit werden im Herbst die dort beliebten Pumpkin Pies und andere kürbisbasierte Köstlichkeiten gewürzt.
    Das Wort „pumpkin“ im Namen weist dabei eher auf den Verwendungszweck als auf Inhaltsstoffe hin. Ein guter Vergleich mag das heimische „Lebkuchengewürz“ darstellen. Da ist ja auch kein Lebkuchen drin 🙂

    • Philip Reim 23. August 2016 zu 17:24 #

      Hey Jonny,

      danke für die Info, war mir nicht bekannt. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Wortwahl aus Marketing-Sicht dadurch nur noch weniger verstehe. In Deutschland ist der Begriff „pumpkin spice“ nicht geläufig. Weder kann man davon ausgehen, dass der Durchschnittskonsument die deutsche Übersetzung von „pumpkin“ im Hinterkopf hat, noch dass er weiss, dass „pumpkin spice“ eine konkrete Gewürzmischung in den USA ist. Dies für den deutschen Markt daher auszuwählen, ist aus meiner Sicht mehr als ungünstig.

      Gruß Philip

  2. kallaskander 23. August 2016 zu 12:32 #

    Hi there,

    man kann sich fragen, ob das nicht eh nur eine Sache für den US Markt ist.

    Die Kürbiszeit fällt mit dem zweiten US Nationalfeiertag Thanksgiving, Erntedank zusammen, wo die Kürbisse beim Familiendinner zu Thanksgiving eine große Rolle spielen, die dann bis Halloween anhält.

    Bei uns hat der Kürbis als Gemüse eher bei Landsleuten eine Bedeutung, die nach dem Krieg aus Bessarabien oder dem Donaugebiet und dem späteren Yugoslawien stammten.
    Die machen aus Kürbis alles, von der leckeren Suppe bis zum süß-sauer eingelegten Kürbis.

    Aber für alle anderen macht die Einführung in Deutschland eigentlich wenig Sinn.

    Greetings
    kallaskander

    • Holger D. 23. August 2016 zu 22:26 #

      >Bei uns hat der Kürbis als Gemüse eher bei Landsleuten eine Bedeutung, die nach dem Krieg aus Bessarabien oder dem Donaugebiet und dem späteren Yugoslawien stammten.<

      Mag "nach dem Krieg" vielleicht seine Richtigkeit gehabt haben… Irgendwann in den 1990ern wurde der bis dahin in Deutschland eher wenig beachtete Kürbis dann aber zum kulinarischen Trendthema und hat sich längst als feste Größe in der deutschen Alltags-Esskultur etabliert. Hokkaidos und Butternuts kann man mittlerweile in der Saison (also ab dem Spätsommer) sogar in jedem Discounter erwerben…

      VG, HD

  3. kallaskander 24. August 2016 zu 09:22 #

    Hi there,

    stimmt, aber wird mehr als Kürbissuppe draus gemacht?

    Die übrigens sehr gut sein kann, besonders vom Hokkaido.
    Ist aber Geschmackssache.

    Aber selbst wenn es so ist, bleibt es fragwürdig diesen Bailey in Europa überhaupt raus zu bringen.

    Greetings
    kallaskander

    • Holger D. 24. August 2016 zu 21:03 #

      Aber sicher kann man da mehr als Suppe draus machen…

      Kürbis-Püree zum Beispiel: Gut zu allen Fleischsorten, die etwas Süße vertragen… Wildgeflügel, rosa gebratene Entenbrust, edle Kurzbratstücke vom Wild…

      Oder als Ofengemüse in Form von gebackenen Würfeln oder Spalten… Gewürzt mit grob geschroteten Senfkörnern und Koriandersaat, Ingwer, Knoblauch, Chili, Olivenöl. Sensationelle Beilage zu ’nem Schweine-Kotelett mit scharfen karibischen Aromen…

      Jetzt aber Schluss – schließlich ist das ja hier kein Foodie-Forum… 😉

      VG, HD

  4. 1968superingo 24. August 2016 zu 12:27 #

    Wer trinkt überhaupt noch Bailey’s? Wenn ich diese Industrieplöre (kaum messbare Beigabe von Whiskey, überzuckert, spritige Noten) mit Produkten wie Bruadar oder Columba Cream vergleiche, dann zieht Irland hier ganz klar den ganz kurzen Strohhalm. So oder so, Finger weg von dem Zeug und lieber für ein paar Kröten mehr was Vernünftiges kaufen.

    Kürbissuppe – schmeckt richtig lecker (übrigens auch kalt)!

  5. Openwater 20. Oktober 2016 zu 13:08 #

    Es sind 4 Sorten Bailey’s ständig auf dem Deutschen Markt vertreten.
    Baileys Hazelnut sollte man als angeblicher Experte schon kennen.

  6. Sofie 8. November 2016 zu 12:31 #

    Ich finde es liegt auf der Hand warum der auch in der BRD auf den Markt kommt:
    In Anbetracht der schon seit Jahren angebotenen Milch- und Kaffespezialitäten (Pumpkin Spice Latte und Co) einer großen und bekannten Kaffeekette aus den USA, diverser Blogger die sich mit der Herstellung des gleichnamigen Sirup viele Klicks und likes sichern und sich auch Gewürzmischungen trendy mit dem Namen schmücken ist Beileys wohl auch auf den Zug aufgesprungen.
    Pumpkin Spice ist (immer noch) Trend- und wer nicht mitzieht bekommt auch nichts vom Kuchen ab.

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