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Cotswolds Dry Gin im Test

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cotswolds

Die Reize eines großen Importeurs scheitern gerne mal an der Realität. Vor allem dann, wenn das eigene Produkt nur ein kleiner Posten in einer großen Angebotspalette ist. So auch beim Cotswolds Dry Gin. Dessen neueste Abfüllung konnten wir kürzlich unter die Lupe nehmen.


Cotswolds? Klingt eher nach einem Namen, dessen Aussprache in Deutschland für Verwunderung sorgen könnte. „Kotzwolts“. Dass dies der Name eines kleinen englischen Städtchen ist, hatte ich nicht auf dem Schirm, als mir die erste Flasche des Gins in die Hand gedrückt wurde. Der Cotswolds war also einer der Gins, der das Städtchen seiner Herkunft zum eigenen Namen machte.

Schaue ich mir allerdings Fotos jenes englischen Städtchens unter Google Bilder an, verstehe ich die Entscheidung. Heimatliebe fällt hier leicht. Die Brennerei und deren Produkte daher unter Cotswolds laufen zu lassen, liegt nahe. Und ist nachvollziehbar.

Der Gin selbst basiert auf 9 verschiedenen Botanicals. Neben Wacholder und Koriander auch Angelikawurzel, Lavendel, Lorbeerblätter, Grapefruit, Limette, schwarzer Pfeffer und Kardamom. Diese werden in einem Weizenbrand mazeriert und anschließend in einer Pot Still der Firma Holstein destilliert.

DEGUSTATION DES COTSWOLDS DRY GIN

Das Bouquet des Cotswolds Gins lässt sich schnell zusammenfassen: kräftig, definiert, individuell. Kräftig, weil die Aromen förmlich aus dem Glas drücken, als hätten sie zu wenig Platz. Definiert, weil die Destillerie es schafft, fast jedes Botanical hervorzuheben. Individuell, weil eine Melange aus Lavendel, Grapefruit und Pfeffer nicht alltäglich ist. Am Glas eines Cotswolds Dry Gins zu riechen, macht Spass. Durch sein Wacholder und Kardamom betontes Bouquet besitzt er ein klassisches, herb-harziges Aromenprofil. Grapefruit, schwarzer Pfeffer und vor allem Lavendel versorgen dieses zusätzlich noch mit Raffinesse. Lediglich der Alkohol stört an dieser Stelle etwas. Nicht übermäßig, aber erkennbar.

Angenehm finde ich, dass der Cotswolds die Qualität aus der Nase auch im Mund beibehält. Leider keine Selbstverständlichkeit des Gin-Angebots. Er wirkt auch hier kräftig, die Aromen drücken förmlich aus der Flüssigkeit. So dominiert wieder die würzig-harzige Note des Wacholders. Diese wird allerdings begleitet von Limette, Pfeffer und Kardamom. Ein nahezu perfekter Eindruck, wenn der Alkohol etwas zurückhaltender wäre. Dieser fällt im Mund nicht nur durch sein würziges Aroma auf, sondern auch durch Schärfe.

Im Nachklang hebt der Cotswolds nochmal 2 Aromen auf ein Podest: Wacholder und Grapefruit. Herb, würzig und dezent süß. Von störenden Alkoholnoten kaum eine Spur.

Zusammenfassend hat dieser Gin aus meiner Sicht nur eine Achilles Ferse: Er hat ein Alkoholproblem. Nicht stark, nicht übertrieben, aber dennoch zu jedem Zeitpunkt erkennbar. Dies ist allerdings nur ein kleines Manko. Ein kleines, dass von einem Potpourri an Wacholder, Grapefruit, Limette und Lavendel überragt wird.

Cotswolds Dry Gin - 46%Vol. - 45 €/0,7l

Cotswolds Dry Gin - 46%Vol. - 45 €/0,7l
8.05

Bouquet

8/10

    Geschmack

    8/10

      Mundgefühl

      8/10

        Nachklang

        8/10

          Positiv

          • - Kräftiges Bouquet
          • - Viele Einzelaromen
          • - Individuell

          Negativ

          • - Gelegentlich störende Alkohonoten
          Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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