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Neuer Ardbeg Kelpie stammt aus Russischer Eiche

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Wenige Whisky-Unternehmen sind kreativ wie Ardbeg und Moët Hennessy. Vor allem in Sachen Bildsprache. Einen einfachen Namen für das Produkt gibt es schon lange nicht mehr, der Whisky kommt mit einem Konzept. Der neueste, Ardbeg Kelpie, bedient sich einem russischen.


Wir können viel über Ardbeg lamentieren. Ansatzpunkte gibt es genug. „Zu junger Whisky“, „zu viele neue Produkte“, „zu teuer“. Negative Attribute gibt es viele und die Whisky-Gemeinde wird auch nicht müde, sie zu benutzen.

Dass sich Ardbeg unter der Führung von Moët Hennessy die vergangenen Jahre ausschließlich auf neue Whiskys in begrenzter Stückzahl beschränkte, gefällt nicht jedem. Aber immer noch genug, um die Whisky innerhalb kürzester Zeit restlos an den Mann zu bringen. Auch beim Ardbeg Kelpie wird dies nicht anders.

Und sind wir doch mal ehrlich. Insgeheim hoffen viele Ardbeg-Fans bei jeder neuen Abfüllung, wieder eine solche Granate in Händen zu halten wie den Ardbeg Alligator. Dieser kam 2011 auf den Markt, ein Jahr bevor Moët Hennessy offiziell ihren „Ardbeg Day“ ins Leben rief.

Ab diesem Zeitpunkt – so scheint es mir – kam ein Großteil der folgenden Whiskys der Destillerie mit einem dicken Marketingpaket. Nicht einfach Pressemitteilung, Messestand und anderes Standardprocedere. Nein, ab 2012 gab es großangelegte Marketingaktionen. Ob dies beim Ardbeg Kelpie allerdings auch so wird, wage ich zu bezweifeln.

Die Jungs von timeforwhisky.com listeten diese einmal auf:

  • 2012: Islaylympics
  • 2013: Archäologie (Ardbeg Ardbog)
  • 2014: Fußballweltmeisterschaft (Ardbeg Auriverdes)
  • 2012 – 2015: Weltraum (Galileo bis Supernova)

Zwischen den einzelnen „Themen-Whiskys“ schob Ardbeg noch zahlreiche andere Tropfen nach. Aber egal ob Perpetuum, Kildalton oder Dark Cove, keine dieser Abfüllungen brachte eine beachtenswerte Neuheit. Zumindest keine vermarktungswürdige, keine im Ardbeg-Stil.

Auch beim Ardbeg Kelpie vermute ich eher Bescheidenheit. Zwar holt sich das Team um Dr. Bill Lumsden Fässer aus Russischer Eiche. Dies klingt allerdings eher nach Randnotiz. So gibt das Label des Kelpie, das gerade im Netz kursiert, nur die Information: „[…] virgin CASKS crafted from oak grown on land in the Adyghe Republic, leading down to the Black Coast sea.

Das heißt, Ardbeg benutzt für ihren neuen Single Malt Fässer aus Russischer Eiche aus einem Gebiet nahe dem Schwarzen Meer. In der Whisky-Industrie eine Besonderheit, so dass das Ardbeg-Team dem neuen Malt intern den Arbeitstitel „Ardbeg KGB“ verlieh.

Dennoch reitet das Unternehmen nicht weiter auf dem Thema „Russland“ herum. Vor allem nicht bei der wichtigsten Marketing-Position: dem Namen. „Kelpie“ bezeichnet einen Wassergeist aus dem schottischen Volksglauben.

Wann der neue Ardbeg Kelpie allerdings auf dem Markt erscheinen wird, ist bis dato noch nicht sicher. Als wahrscheinlicher Termin gilt der Ardbeg Day 2017. Ebenfalls unsicher ist der Alkoholgehalt. Laut dem Label besitzt die Committee Abfüllung 51,7 %Vol. Für das Gros der Fans wird es den Kelpie regulär wahrscheinlicher aber mit weniger Prozent geben.


Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

6 Kommentare für Neuer Ardbeg Kelpie stammt aus Russischer Eiche

  1. kallaskander 1. September 2016 zu 11:32 #

    Hi there,

    wenn ich ein böser Mensch wäre – was ich nicht bin – würde ich mich fragen, ob die Jungs von LVMH eigentlich noch wissen, was sie tun.

    Oder anders, was hat russische, genauer tscherkessische Eiche mit einem schottischen Wassergeist zu tun, der in Gestalt eines großen Pferdes, manchmal mit Fischschwanz abgebildet wird?

    Verständlich wäre es noch einigermaßen, wenn man sich auf das Each Uisge, das Wasserpferd beziehen würde, das noch dazu dem Meer entsteigt, also an der Küste zu Hause ist, während Kelpies in den fließenden Gewässer des Hochlandes zu Hause sind, was besser zum Glenmorangie gepaßt hätte.
    Wasserpferd – Küste – Insel – Islay – uisge-beatha – whisky, damit es auch jeder versteht.
    Australian Kelpies, Nachfahren des schottischen Collies werden ja kaum gemeint sein.

    Freuen wir uns also wieder auf einen durchschnittlichen neuen marketing-driven Ardbeg, der uns eine Geschichte vormacht, zu der es eine kostenlose Flasche whisky gibt, wenn man sie kauft.

    Meine Güte.

    Greetings
    kallaskander

  2. 1968superingo 1. September 2016 zu 17:51 #

    Na, zumindest würde Ardbeg tatsächlich Neuland mit dieser Eichensorte betreten. Die hat bisher noch keiner für eine Whiskylagerung verwendet. Ansonsten gelten die wohl von KALLASKANDER gemachten Bedingungen: gigantische Marketingstory, „limitiert“ auf ein paar zehntausend Flaschen, hoher Preis und natürlich keine Altersangabe. Es ist zum ko…..

    • Holger D. 2. September 2016 zu 09:34 #

      >Na, zumindest würde Ardbeg tatsächlich Neuland mit dieser Eichensorte betreten.<

      Das ist erstmal die ganz große Frage: Gedeiht in der "Adyghe Republic, leading down to the Black Coast sea“ denn wirklich 'ne botanisch andere Eichenart als die, aus der die traditionellen europäischen Eichenfässer gefertigt werden? 😉

      Zumindest Wikipedia weiss davon nix…

      Das mit dem "Kelpie" ist in dem Zusammenhang zudem 'ne ganz schwache Leistung in Sachen Whisky-Marketing und Produkt-Design… Direkt östlich vom Schwarzen Meer gab's im Kaspischen Meer nämlich nachweislich ein echtes Seemonster – das hätte sich sicher wie Bolle gefreut, auf 'ner Whisky-Flasche verewigt zu werden, wenn die Fässer ohnehin schon aus der Gegend kommen…

      https://de.wikipedia.org/wiki/KM_(Ekranoplan)

      "Ardbeg Ekranoplan – The Caspian Sea Monster"… DAS hätte Hand und Fuß gehabt! 🙂

      VG, HD

  3. kallaskander 2. September 2016 zu 11:11 #

    Hi there,

    wow, verpaßte Gelegenheit. Die Dinger haben wirklich ein astreines Getöse abgeliefert, da kommt das laue Lüftchen des LVMH marketing wirklich nicht ran.

    Greetings
    kallaskander

  4. kallaskander 2. September 2016 zu 12:47 #

    Hi there,

    noch etwas…..

    laut http://www.pflanzenforschung.de/de/themen/pflanzen-im-fokus/eiche/

    Die Gattung Quercus umfasst rund 600 Arten, davon 450 in der Untergattung Quercus und 150 in der Untergattung Cyclobalanopsis.

    Quercus ist die wichtigste Laubbaumgattung der nördlichen Hemisphäre. Eichen finden sich in Nord-, Zentral- und Südamerika, Mexiko, Eurasien und Nordafrika. In Nordamerika liegt der Schwerpunkt der Eichenartenvielfalt.

    Das kann ja heiter werden….

    Greetings
    kallaskander

  5. Ralph Scheidegger 5. September 2016 zu 19:17 #

    Als alter Whisky Liebhaber bin ich zwischen kotzen und heulen.
    Was diese Marketingfuzzies aus meinem Lieblingswhisky machen ist einfach eine Schande.
    Und aus meiner Sich der Anfang vom Ende.
    Hoffentlich gibt es dann einfach nur noch: „Ardbeg“.

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