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5 unbekannte Gin-Cocktails, die eine Gaumenfreude sind

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cocktail

Einen Cocktail zu erfinden, ist kein großer Akt. Einen guten Cocktail zu erfinden, ist eine Kunst. Das war in der Vergangenheit so und ist es auch heute noch. Wir haben für dich 5 Gin-Cocktails recherchiert, bei denen du diese Kunst auf der Zunge erkennst.


Weißt du, warum Koriander so häufig für die Herstellung von Gin verwendet wird? Warum es der stete Weggefährte von Wacholder ist? Sie harmonieren aromatisch, sie ergänzen sich. Dies hat einen simplen Grund: Koriander und Wacholder beziehen den Großteil ihrer Aromen von den gleichen Molekülen.

Meist handelt es sich dabei um ätherische Öle. Duft- und Geschmacksstoffe, die die Natur gerne in verschiedenen Pflanzen verpackt. Naturprodukte, die jene chemischen Verbindungen in ähnlicher Konzentration besitzen, empfinden wir als geschmacklich passend. Sie tendieren zwar aromatisch in die ein oder andere Richtung, haben jedoch einen gemeinsamen Nenner.

Bei Koriander und Wacholder heißt dieser Nenner unter anderem: Geraniol, Pinen und Borneol. 3 Moleküle, die in beiden Pflanzenteilen für Aromen sorgen. Mit Linalool hingegen driftet Koriander in eine andere Richtung also Wacholder mit seinem Caren oder Sabinen.

Diese Tatsache ist bereits seit 1978 bekannt. In jenem Jahr untersuchten die Wissenschaftler Cluttons und Evans diese beiden auf ihre chemischen Zusammensetzung. Durch Gaschromatographen und Massenspektrometer wurden damals bewiesen, was Köche und Köchinnen, Gin-Destillateure und Gin-Destillateurinnen aus Erfahrung bereits wussten.

Naturstoffe auf Basis ihrer chemischen Zusammensetzung miteinander zu kombinieren, ist auch das Prinzip des Food Pairings. Lebensmittel wie Fisch und Gemüse, Kräuter und Gewürze werden nach dieser Idee gemeinsam zu Speisen verarbeitet.

Ein Prinzip, das auch bei der Kreation von Cocktails hervorragend funktioniert. Die Natur macht hier also genau das, was ein Bartender bei einer neuen Kreation vor Augen hat. Die Aromen der Zutaten sollen in Balance sein und für ein neues Geschmackserlebnis sorgen.

Zutaten für Cocktails nur danach auszusuchen, ob sie auf chemischer Ebene komplementär zueinander sind, wird der Sache aber nicht gerecht. Weder bei Gin-Cocktails, noch bei anderen Drinks. Wäre dies der Fall, täte es auch eine Cocktail-Software. Effizienz: 100, Kreativität: 0.

Ob ein Drink aromatisch funktioniert, ist daher nicht nur von den Zutaten abhängig. Wichtig ist die Frage nach dem Eis, der Art der Zubereitung und letztlich die nach der Erfahrung des Bartenders.

Und zugegeben. Ich habe die folgenden Cocktails nicht auf ihre chemische Zusammensetzung untersucht. Ich habe auch kein gaschromatographisches Analyse-Ergebnisse gesehen. Wobei ich mir sicher bin, dass dies auch noch nie jemand von einem Frisco Club angefertigt hat.

Ich kann daher nicht mit Gewissheit sagen, dass die Zutaten jener Cocktails auf chemischer Ebene miteinander „harmonieren“. Sie tun es aber auf gustatorischer. Du merkst es in der Nase und auf der Zunge: Das Zeug passt zueinander.


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THE BEBBO COCKTAIL

– adaptiert nach Unbekannt

  • 4,5 cl Gin
  • 3 cl Frischer Zitronensaft
  • 1,5 cl Honig
  • 1 cl Orangensaft

Der Bebbo Cocktail ist ein Twist des Klassikers The Bee’s Knee. Wie eben dieser wird auch der Bebbo zunächst einem Dry Shake (Shaken ohne Eis) unterzogen. Der Grund hierfür ist die schlechte Löslichkeit des Honigs. Durch das Schütteln ohne Eis stellst du sicher, dass sich der Honig gut mit den anderen Zutaten vermischt. Andernfalls süßt und aromatisiert er nur ungenügend und sinkt im schlechtesten Fall sogar zum Boden des Cocktailglases. Möchtest du die Löslichkeit des Honigs beschleunigen, dann wärme ihn vorher an.

Nachdem sich der Honig mit den anderen Ingredienzen vermischt hat, gibst du Eiswürfel hinzu. Rund 15 Sekunden kräftig shaken und in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen. Mit Cocktailkirsche dekorieren.

FRISCO CLUB

– adaptiert nach Thomas Waugh, 2008

  • 6 cl Plymouth Gin
  • 1,5 cl Blutorangen-Likör
  • 1 cl Fernet Branca
  • 2,5 cl Grapefruitsaft
  • 1 cl Limettensaft
  • 1,5 cl Zuckersirup (2:1)
  • 1 Grapefruit-Zeste

Alle Zutaten bis auf die Zeste im Shaker auf Eiswürfel ca. 15 Sekunden kräftig schütteln. Danach in ein eine vorgekühlte Coupette/Cocktailschale abseihen. Abschließend die Grapefruit-Zeste über dem Drink ausdrücken und diesen mit den ätherischen Ölen parfümieren. Ohne Dekoration servieren.

GYPSY EYES

– adaptiert nach Jessica Gonzales, 2009

  • Chartreuse grün
  • 4,5 cl Dry Gin
  • 1,5 cl Aperol
  • 1,5 cl Limettensaft
  • 1,5 cl Grapefruitsaft
  • 1 cl Zuckersirup (2:1)

Zunächst eine vorgekühlte Coupette mit Chartreuse ausspülen. Den Likör wieder verwerfen. Die restlichen Zutaten im Shaker auf Eiswürfel kräftig schütteln und ins Glas abseihen. Keine Dekoration.

MARIPOSA FIZZ BEACH

– adaptiert nach Unbekannt, 1962

  • 4,5 cl Gin
  • 1,5 Zitronensaft
  • 1 cl Zuckersirup
  • 1 cl Crème de Cacao weiß
  • 1 Eiweiß
  • Orange Flower Water
  • 4,5 cl Soda
  • Muskat

Zunächst ein Highballglas mit Orange Flower Water ausspülen. Anschließend Gin, Saft, Sirup, Crème de Cacao und Eiweiß in den Shaker ohne Eis und ca. 10 Sekunden „trocken shaken“. Anschließend Eis hinzu und weitere 15 Sekunden kräftig schütteln. In das Highballglas auf Eiswürfel abseihen und Soda hinzu. Frischen Muskat darüber reiben.

IMPROVED GIN COCKTAIL

– adaptiert nach Jerry Thomas, 1887

  • 6 cl Oude Genever bzw. Dry Gin
  • 1 cl Zuckersirup (2:1)
  • 1 cl Maraschino
  • 2 Dashes Angostura Bitters
  • 1 Dash Absinthe

Alle Zutaten in einen Tumbler mit Eiswürfeln geben. Rund 30 Sekunden verrühren und mit Zitronenzeste garnieren.


Bildquelle: © fesenko – Fotolia.de

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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