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Wie die Aromen des Monkey 47 die Gin-Welt veränderten

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Sein Aussehen ist sein Merkmal, sein Inhalt definierte Gin neu. Der Werdegang des Monkey 47 war international ohne gleichen. Und in Deutschland? Da schickten sich zahllose neue Gin-Hersteller und Agenturen an, es ihm gleich zu tun und seine Aromen zu kopieren.


DIE AROMEN DES MONKEY 47

 

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MONKEY 47 UND DER EINE GIN

Es war nur ein weiterer Gin unter einigen wenigen, die Ende der 2000er in Deutschland erschienen. Die Gin-Welle nahm zu jener Zeit ihre ersten zaghaften Schritte, die ersten Start Ups wagten sich auf den Gin-Markt. Das Herzblut, das Alexander Stein und Christoph Keller damals in den Monkey 47 steckten, war beachtlich, aber nicht überdurchschnittlich. Um das Jahr 2010 herum gab es in Deutschland so manchen Jungunternehmer der mit dem eigenen Gin wirtschaftlich alles auf eine Karte setzte. Das Duo hinter den Black Forest Distillers war da nur eines.

Aber eben eines, das im Gegensatz zum Gros der Konkurrenz viel richtig machte. Wenn nicht sogar alles. Stein und Keller investierten in eine bis dato bei Gin unübliche Flaschenform. Dass dieser Apotheker-Stil ob seiner vielen Konterfeis bei Gin-Fans heute nur noch Langeweile hervorruft, war damals noch nicht absehbar.

Und sie legten äußerlich Wert auf Details. Nichts sollte von der Stange kommen, weder das Flaschenetiquette noch der Korkring mit Gravur. Selbst die Marktpositionierung war außergewöhnlich. So außergewöhnlich, dass viele Gin-Fans zu jener Zeit über den vermeintlich übertriebenen Preis nur den Kopf schüttelten. Rund 30,- stand auf dem Preisschild des Monkey 47. Deutlich teurer als der Durchschnitt. Hinzukam, dass man den Durchschnitt in 700 ml Flaschen bekam, den Monkey 47 gab es nur in 500 ml.

Das waren Äußerlichkeiten, die Aufsehen erregten. Monkey 47 war da und musste beachtet werden. Du kamst nicht um ihn herum. Der Absatz kam und die Flaschen wurden geöffnet. Was danach kam, war aber der entscheidende Punkt, der wirtschaftlich entscheidende: die Qualität des Inhalts.

Das Aussehen verlockt vielleicht zum Kauf einer Flasche, hakt es allerdings im Inneren, bleibt die zweite im Regal. Stein schien dies bewusst zu sein. Warum sonst sollte er sich mit Christoph Keller einer der Besten seiner Zunft mit ins Boot holen?

Preiselbeeren und Zitrusschalen sind zwei der wichtigsten Botanicals im Monkey 47. Sie dominieren den fruchtigen Part und runden die harzigen Noten des Wacholders ab. Durch leicht säuerlichen Geschmack, herbe Noten und einer leichten Süße schaffen sie eine Balance, die den Gin fruchtig macht, ohne den Wacholder zu übertönen. Ein Spagat zwischen klassischem Gin und moderner Interpretation.

Mit Wacholder und Preiselbeeren kommt der Monkey 47 auf insgesamt 47 pflanzliche Zutaten. Diese werden in Alkohol aus Melasse eingeweicht. 36 Stunden vor der Destillation. Gebrannt wird anschließend in Apparaturen der deutschen Firma Arnold Holstein. Die Aromen werden einem Teil der Botanicals bereits zuvor durch Mazeration entzogen, einem anderen Teil während der Destillation durch Dampfinfusion.

Nach der Melange der Destillate reift der Brand über 3 Monate in Steingutgefäßen. Anschließend reduziert die Destillerie den Alkoholgehalt auf 47 %Vol.

MONKEY 47 GIN VERKOSTEN

  • Glas: Nosing Glas; Das Glas sollte einen Stiel besitzen. Zudem sollte es nach oben, zur Öffnung hin schmaler werden.
  • Serviertemperatur: ~ 17 – 18 °C; Gin sollte man aufgrund seiner Aromatik generell nicht zu warm trinken. Monkey 47 erst recht nicht. Zum einen aufgrund seiner Aromen, zum anderen aufgrund der Tatsache, dass er öliger wird je höher seine Temperatur wird.
  • Im Glas 2 – 3 Minuten atmen lassen: nicht nötig

FOODPAIRING MIT MONKEY 47

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Das Aromenprofil des Monkey 47 besteht aus 2 Kategorien. Eine Handvoll dominanter Aromen und jene, die im Hintergrund bleiben. Die prägendsten Noten dieses Gins sind daher spritzig und fruchtig sowie herb und würzig. Er harmoniert daher hervorragend mit fruchtigen Schokoladen-Desserts.

Bei herzhaften Speisen punktet der Monkey 47 vor allem bei Wild-Gerichten mit mediterranen Kräutern wie Thymian, Rosmarin oder Basilikum.

Vorschläge

Gemüse

Fenchel, Karotten, Nori

Kräuter/Gewürze

Basilikum, Kardamom, Wacholder, Schwarzer Tee, Thymian, Rosmarin, Koriander, Salbei

Fleisch

Wildschein, Hirsch, Reh, Thunfisch

Früchte

Grapefruit, Mango, Guave, Limette

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FAKTEN ÜBER MONKEY 47

Produktion/Besitz: Die Marke Monkey 47 stammt aus der Feder von Alexander Stein und Christoph Keller. 2008 gegründet, übernahm Stein unter dem Namen Black Forest Distillers die Geschäftsführung. Keller war Brennmeister und kreativer Kopf hinter dem Gin.

Im Jahr 2010 startete Monkey 47 mit anfangs 2.000 Flaschen auf den Markt. Bereits im Jahr 2013 waren es 150.000. Im Folgejahr übernahm Sidney Frank Importing Company den Vertrieb des Gins für den US-Markt. Monkey 47 stand dadurch Seite an Seite mit Branchengrößen wie Jägermeister oder Grey Goose. Nach nur 4 Jahren auf dem Markt.

Zu Beginn des Jahres 2016 gab die Geschäftsleitung der Black Forest Distillers bekannt, dass die Marke Monkey 47 von Pernod Ricard gekauft wurde, dem weltweit zweitgrößten Spirituosenkonzern.


Bildquelle: 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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