Werbung

Der Weg zur eigenen Destillerie V: Gehversuche in den Handel

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone

9186143130_75f7eb0642_z

So war das nicht geplant. Ursprünglich wollte ich euch ein paar Wochen nach dem vorherigen Artikel, also spätestens Anfang August, erzählen, wie es mir in der letzten Phase vor dem Verkaufsstart ergangen ist. Doch frei nach Murphys Law ging auf den letzten Metern so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann.


Im April hatte ich bereits mit der Destillation der ersten Charge meines Gins „Destination: Provence“ begonnen. Da ich von Anfang an vorhatte, den frischen Destillaten einige Monate Ruhe zu gönnen, war ich guter Dinge in der Zwischenzeit die restlichen Schritte bis zum Verkaufsstart abarbeiten zu können.

Schließlich waren meine naiven Gedanken damals noch, dass die Herstellung eines schmackhaften Destillats die bei weitem größte Hürde sein würde und diese hatte ich ja überwunden.

Der erste Punkt auf der Liste waren die Flaschen. Diese stammen aus einer französischen Glashütte, der wir das Layout für den Druck Ende März zugeschickt hatten. Der erste kleine Schock war das Mindestvolumen, das ich bestellen musste, damit es sich für die Glashütte überhaupt lohnt die Maschinen anzuwerfen.

Klar, ich hatte nicht ernsthaft damit gerechnet, dass ich nur hundert Flaschen in Auftrag geben kann. Doch, dass die Flaschen jetzt palettenweise in der Destillerie rumstehen, sorgt nicht gerade für einen geruhsameren Schlaf. Wie dem auch sei, nach diversen Bemusterungen, Korrekturen und Drucktests habe ich die Serienproduktion Anfang Mai veranlasst. Und natürlich wurden aus den veranschlagten 4 bis 6 Wochen Lieferfrist fast drei Monate. C’est la vie.

wayfarer-flakon

Als sich ein netter Holländischer Spediteur dann eines Donnerstagmorgens bei mir meldete, war meine Vorfreude natürlich riesig. Ich beschrieb ihm die letzten Meter des Weges und da stand er vor mir. Der LKW mit den Flaschen. Der Fahrer öffnete die Ladefläche, deutete auf die Palletten und nuschelte „Het heb ik nog niet gezien“.

Ich verstand erst nicht, was er meinte, aber dann fiel auch mir auf, dass die von den Franzosen verwendeten Einwegpaletten zusätzliche Bodenbretter haben und deshalb nur mit einem richtigen Gabelstapler entladen werden können. Dumm nur, dass ich lediglich einen Hubwagen habe.

Etwa eine halbe Stunde versuchten wir irgendeine Lösung zu improvisieren. Auch die abenteuerliche Idee die Flaschen einzeln zu entladen, stand kurz im Raume. Aber ich spazierte lieber durch das nahe Gewerbegebiet und fand glücklicherweise einen hilfsbereiten Lagerarbeiter, der sofort samt dem benötigten Gabelstapler rübergefahren kam und uns beim Entladen der Flaschen geholfen hat.

Es kann also durchaus von Vorteil sein, wenn man seinen Betrieb doch nicht im Zentrum der Stadt ansiedelt (wie ihr bereits im zweiten Teil der Serie lesen konntet). Sobald es etwas ausgefallener wird, wird es schwierig.

Während ich auf die Lieferung der Flaschen wartete, ging ich das nächste Thema an. Um unser Leitmotiv mit dem Namen „Wayfarer“, unter dem wir Destillate als aromatische Hommage an bestimmte Reisen kreieren wollen (siehe dazu Teil vier dieser Artikelreihe), auch optisch widerzuspiegeln, hatten wir uns etwas Außergewöhnliches einfallen lassen.

Die Flasche selbst soll sich nicht großartig verändern, wenn wir eine neue Edition abfüllen. Anstatt dessen wollen wir für jede Destination, der das jeweilige Destillat gewidmet ist, einen passenden Flaschenanhänger entwerfen.

Im Falle unseres Premierendestillats ist dies ein besonderes kräftiges Edelpapier im Lavendelfarbton, das entsprechend sehr gut zur „Destination: Provence“ passt.
provence-gin-frontal
Dieser Anhänger soll dann auch bedruckt werden. Dafür haben wir Anekdoten und Erinnerungen an die einzelnen Orte, die wir in der Provence besucht hatten, aufgeschrieben. 14 verschiedene Tage sind so entstanden, die sich jeweils abwechselnd auf den Anhängern wiederfinden. Sie zeichnen unsere Reise von Aix-en-Provence über die Verdon-Schlucht bis zum östlichsten Punkt nach Menton und an der Küste zurück bis nach Cassis nach.

Erst recht, wenn man selbst schon einmal in der Region war, wird man die ein oder andere Geschichte wiedererkennen.

So weit, so gut. Doch als wir bei der Druckerei anfragten, das durchgefärbte Papier vorzeigten und nach einer weißen Bedruckung inklusive einer Prägung der einzelnen Buchstaben fragten, hieß es, dass dies „schwierig bis unmöglich umzusetzen“ sei. In der Folge wurde ich quasi zum Spezialisten für Druckverfahren.

Das Problem ist nämlich, dass normale Farbe mit der Oberfläche, auf der gedruckt wird, interagiert. Einfach ausgedrückt: Blau auf weißem Papier ergibt Blau, während es auf gelbem Papier grün erscheint. Um nun eine ansprechende weiße Bedruckung des Lavendelpapiers hinzubekommen, benötigt man spezielle und ausreichend deckende Farbe.

Da dies auch für die Druckerei absolutes Neuland war, hieß es testen, ausprobieren und nochmals testen. Dafür ließen wir Druckformen aus Kupfer und Messing produzieren, prüften mehrere Andruck- und Prägeverfahren, werkelten an der Stanzform.

Ich war einige Male kurz davor nochmal das gesamte Designkonzept in Frage zu stellen, da zwischenzeitlich eine wirtschaftlich tragbare Umsetzung in weiter Ferne lag. Doch der zigste Versuch gelang und der Anhänger hatte die gewünschte Optik und Haptik. Fertig? Mit den Nerven ja, aber noch nicht, um zu verkaufen.

provence-gin-anhaenger

Endlich mal wieder selbst Hand anlegen

Nun war es Anfang August, die Flaschen und der Anhänger waren endlich da. Die Glaskorken und Verschlusskapseln wurden bereits vor ein paar Wochen geliefert. Also verkündete ich meiner Freundin die Pläne für das anstehende Wochenende. Ihre Begeisterung kannte keine Grenzen.

Um 9 Uhr starteten wir am Samstagmorgen in der Destillerie mit dem Spülen der Flaschen. Bis zum Mittag hatten wir dann genug Flaschen parat, um mit dem Abfüllen zu beginnen. Es war ein gutes Gefühl, die sich langsam füllenden Flaschen zu sehen.

Und das sage ich nicht nur, weil die Alkoholdämpfe, die man dabei unweigerlich einatmet, mir den Geist benebelt hatten. Einzig meine Freundin schwächelte des Öfteren und beklagte sich über einsetzende Muskelkrämpfe. Zugegeben, über hundert der Glaskorken per Hand auf die Flaschen zu drücken, kann schon in die Arme gehen. Am Abend blickten wir dann stolz auf die ersten gefüllten Flaschen aus der Wayfarer Distillery.

Den Sonntag haben wir uns aber dennoch nicht freigenommen. Schließlich mussten jetzt alle abgefüllten Flaschen einzeln poliert werden, damit sie schön glänzen. Nachdem ich meiner Freundin ein motivierendes Frühstück bereitet hatte, fuhren wir wieder in die Destillerie, nahmen die Poliertücher in die Hand und arbeiteten uns von Flasche zu Flasche.

Das Ganze dauerte länger als das Abfüllen an sich. Anschließend schrumpften wir die Verschlusskapseln auf die Flaschen, doch wir haben es nicht mehr geschafft, die Anhänger zu Nummerieren und Anzubringen.

Also packte ich diese ein und in der folgenden Woche setzten wir uns jeden Abend zu Hause hin. Meine Freundin schrieb die Chargennummer auf die Anhänger, ich faltete Sie zurecht. Tagsüber stülpte ich dann die vorbereiteten Anhänger vom Vortag über die einzelnen Flaschen.

anhaenger-beschriften

Prominenter als so mancher Big Brother-Kandidat

Endlich war die erste Charge „Destination: Provence“ destilliert, gereift, vermählt, abgefüllt, poliert und etikettiert, da klingelte eine Redakteurin des WDR. Sie hatte von meinem Unterfangen gehört und wollte einen kurzen Beitrag für die Lokalzeit drehen.

Der Dreh an sich war nicht so aufregend, wie ich gedacht hatte, aber sich selbst das erste Mal im Fernsehen zu sehen, ist schon ein ungewohntes und komisches Gefühl. Und auch, wenn ich den Beitrag am Ende etwas kitschig fand, meldeten sich tatsächlich ein paar Interessenten, die gerne vorbeikommen wollten. (Falls ihr jetzt nach dem Beitrag suchen solltet, der WDR hält diese nur eine Woche in der Mediathek vor. Tja 😉 )

In den letzten Wochen hatte ich so immer mal wieder Gäste in der Destillerie, mit denen ich neben einer kurzen Erläuterung aller Herstellungsschritte und den benötigten Gerätschaften auch eine Art Geschmacks- und Geruchssinnschulung machte. Dabei ließ ich die Teilnehmer nicht nur den fertigen Gin, sondern auch Destillate der einzelnen Zutaten von „Destination: Provence“ probieren.

Das ist schon einmal sehr positiv angekommen und lässt mich erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder etwas ruhiger schlafen. Es fühlt sich auch ganz gut an, die ersten kleinen Umsätze an das Finanzamt melden zu können, auch wenn bei weitem noch kein Plus am Ende des Monats steht.

In Köln habe ich bisher vier Geschäfte gefunden, die ihren Kunden „Destination: Provence“ anbieten. Und auch auf der Website kann man jetzt endlich die ersten Flaschen bestellen.

Alles noch sehr überschaubar, aber ein Anfang ist gemacht. Die nächste Zeit wird darüber entscheiden, ob sich all die Anstrengungen tatsächlich gelohnt haben.

Meine Hoffnung wäre, dass sich das Ganze trägt und ich die Gelegenheit bekomme, die vielen Ideen, die noch in mir schlummern, umzusetzen. Jetzt gilt es aber zunächst weitere passende Geschäfte und natürlich auch namhafte Bars zu finden, die Lust haben „Destination: Provence“ in ihr Sortiment aufzunehmen.

Außerdem muss ich für Bekanntheit bei der interessierten Käuferschaft sorgen und diese von meiner Arbeit überzeugen. Das heißt rausgehen, Leute ansprechen und zum Trinken auffordern. Das wird sicher ein Spaß!

Gerne berichte ich euch beim nächsten Mal von meinen ersten Schritten raus in den Dschungel. Auch das Thema „Preis“ polarisiert hier bei EYE FOR SPIRITS ja regelmäßig. Deshalb gebe ich euch auch einen Einblick in wirtschaftliche Aspekte eines Spirituosen-Start Ups, sofern das Interesse besteht.

Auch wenn ich damit sicher einige unausgesprochene Tabus der so verschwiegenen Branche verletzen mag…


ÜBER DIESE ARTIKEL-REIHE: Unter „Der Weg zur eigenen Destillerie“ berichtet Start-Up Gründer Benedikt Brauers (30) über seinen Weg in die Selbstständigkeit der Spirituosen-Industrie. Von dem Wunsch der kreativen Selbstständigkeit, Kredit-Vergabe, Flaschen-Auswahl oder dem Aufbau der eigenen Destillieranlage berichtet der Kölner bis zum Abfüllen der ersten Charge in seiner Wayfarer Distillery.

Bisher erschienen:

Bildquelle Titel: 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Dann erhalte alle zukünftigen Artikel von Eye for Spirits. Kostenfrei. Bequem in dein Postfach.

8 Kommentare für Der Weg zur eigenen Destillerie V: Gehversuche in den Handel

  1. Tim 7. Oktober 2016 zu 11:05 #

    Sehr schön und authentisch geschrieben.
    Und ja, starkes Interesse an dem Einblick und folgenden Beiträge. Darf gerne fein differenziert werden.

  2. Matthias 7. Oktober 2016 zu 14:34 #

    Eine der interessantesten Artikelreihen hier auf der Seite und man würde dem Herrn Brauers gerne mal selbst ein paar Fragen stellen.

    Gerade beim Etikett scheint man es sich doch selbst extrem schwer gemacht zu haben

  3. Benedikt 7. Oktober 2016 zu 18:10 #

    Ihr könnt gerne hier Fragen stellen. Versuche diese dann hier zu beantworten oder in den nächsten Artikel aufzunehmen.

    Freut mich sehr, dass euch die Artikelreihe gefällt. Und ja, so einiges habe ich mir vielleicht selbst sehr schwer gemacht 😉

    Liebe Grüße
    Benedikt

  4. Matthias 10. Oktober 2016 zu 20:41 #

    Ok, wenn du Fragen willst, hier kommen sie 😉

    Was mich doch irgendwie immer wieder überrascht hat bei der ganzen Artikelreihe war wie dich Dinge überraschten, die ich doch fast schon als „Spirituosen/Cocktailfan Standardwissen“ betrachtet habe.
    Zum Beispiel hätte ich eigentlich erwartet, das man sich zumindest zu grundlegenden Fragen wie zb welche Kosten man für Flaschen etc einplanen muss zumindest vorher mal beschäftigt, gerade wenn man eben keine Standardflasche verwenden will die man einfach so kaufen kann.

    Bezüglich des Etikettes, wieso hat man nicht einfach auf Weißes Papier mit Violett gedruckt, hätte doch auch weiße Schrift ergeben. War euch dieses durchgefärbte Papier so wichtig?
    Klar kenne ich natürlich euer Budget nicht, aber wenn ich so lese was ihr alles damit durchgemacht habt, wäre da eine andere Variante für den Anfang nicht einfacher und günstiger gewesen?

  5. Benedikt 11. Oktober 2016 zu 05:50 #

    Hi Matthias,

    kurz gibt es eine Antwort für beide Fragen: Genauso wenig, wie ich Kompromisse hinsichtlich der Qualität des Destillats an sich machen wollte, wollte ich bei der Gestaltung irgendeinen Kompromiss machen. Von der Druckerei bekam ich schon (hoffentlich halb scherzhaft 😀 ) gesagt, dass ich doch ein „sehr pingeliger Perfektionist“ sei.

    Um etwas mehr ins Detail zu gehen: Natürlich habe ich mich (erst recht als ehemaliger wirtschaftswissenschaftler) sehr ausführlich bei der Planung mit den verschiedenen Kostenpunkten beschäftigt und verglichen. Standard Apothekerflasche gegen ausgefallende Sonderform etc. pp.

    Aber man kann noch so lange planen, die tatsächliche Umsetzung ist eine ganz andere Geschichte. Zumal solche Dinge wie das Design ja erst einmal konzipiert werden müssen. Erst dann ergab sich z. B., dass diese allseitige Bedruckung der Flasche besonders aufwendig ist und entsprechend teuer wird bzw. eine große Mindestmenge erfordert.

    Gleiches gilt natürlich für den Anhänger/Etikett. Der umgekehrte Weg, weißes Papier zu nehmen und die Fläche entsprechend violett zu bedrucken, stand tatsächlich als Lösung im Raume. Aber das wäre eben nicht ganz so schön gewesen und das Papier, das wir jetzt verwendet haben, hat einfach exakt die Farbe von frischen Lavendelblüten des echten Lavendels und dazu eine einzigartige Haptik. Ich wollte diese bestmögliche Qualität, in der Hoffnung, dass sich meine Kunden daran erfreuen, wenn sie sich die Flasche hinstellen.

    Klar fressen solche Sachen unaufhörlich am Budget. Als ich in die Bankgespräche gegangen bin, habe ich glücklicherweise entsprechende Spielräume gefordert. Ich wollte ja von Anfang an den langen Weg gehen: Eigene Destillerie, keine Lohnabfüllung. Beste Qualität nach meinen Vorstellung, kein 08/15 Produkt. Ausgefallene Optik, keine Apothekerflasche… Diese Dinge haben jatzt über zweieinhalb Jahre Arbeit benötigt und das Budget ans Limit strapaziert.

    Der kurze Weg hätte vielleicht ein paar Monate gedauert und wäre aus der „Portokasse“ zu stemmen gewesen. Aber dann wäre es nicht mein Baby. Es wäre nicht so, wie ich mir das wünschen würde. Worin läge noch der Unterschied zu den vielen Agenturprodukten da draußen? Wo hätte ich da meine Träume und Vorstellungen verwirklichen können? Kurzum: es hätte nicht zu meinem perfektionistischen Charakter gepasst 😉

    Eine Sache hat mich im Zuge dieses ganzen Unterfangens tatsächlich sehr überrascht: Als Konsument hatte ich im großen Schnitt immer das Gefühl, dass man ordentliche Sachen bekommt, wenn man etwas bei einer Firma kauft. Aber als Gewerbetreiber habe ich auf harte Art und Weise gelernt, dass man extrem oft „betuppt“ wird. Das fängt an bei beschädigter und defekter Ware und geht bis hin zu schlicht fehlenden Lieferungen. Und, umso penibler man selbst ist, umso häufiger bereitet einem das Probleme. Das eigene Anspruchsdenken gilt ja nämlich nicht zwingend für irgendeinen Zulieferer. Dies am Ende auch dort zu erzwingen hat mich wahrlich viele Nerven gekostet.

    Soweit hoffe ich, dass ich dir nochmal einen tieferen Einblick in die Sachen geben konnte. Ich freue mich jedenfalls sehr über dein Interesse!

    Liebe Grüße
    Benedikt

  6. Matthias 11. Oktober 2016 zu 16:12 #

    Auf mich als Imker, der ja auch diverse Produkte herstellt, wirkt dieser extreme perfektionsanspruch eben, mit Verlaub gesagt, etwas überheblich.

    Ich fände es besser, wenn ein Winzer/Brauer/Metzger/Bäcker sich erstmal auf sein Produkt konzentriert und dies dann durch den Geschmack sich durchsetzt und man nicht Monate mit der Optik rummacht.

    Zum einen würde das dir eben auch erlauben eine weitaus besseren Preis zu haben, zum anderen würd es ausserdem viel bodenständiger und weniger abgehoben wirken, was man ja diversen Agenturgins oft vorwirft, welche viel Blabla und heisse Luft auf der website haben, aber im Geschmack nur Standardware sind

  7. Benedikt 11. Oktober 2016 zu 16:53 #

    Hallo Matthias,

    schade, dass du so denkst und dies abgehoben findest, aber das komplette Gegenteil ist der Fall:

    Wenn du die Artikelreihe gelesen hast, weißt du, dass ich alles, angefangen mit dem Aufbau der Destillerie in einer nackten Lagerhalle bis hin zur Fertigung, mit Detailversessenheit angegangen bin. Immer mit dem Ziel, das bestmögliche zu erreichen durch ehrliche und nachvollziehbare Arbeit.

    Dazu gehört für mich auch ein optisch ansprechender Auftritt, zumal das eben aufgrund der Masse an Agenturgins (wenn man so will: leider) mittlerweile ein absolutes Überlebenskriterium geworden ist. Ist der Auftritt nicht stimmig (und dazu zählt die Optik primär), dann hast du nicht den Hauch einer Chance in diesem Markt, eben gerade weil andere in diesem Bereich extrem stark sind (Werber bringen Gin auf den Markt…) und ansonsten bessere finanzielle Bedingungen haben, da sie das eigentlich Wesentliche (die Herstellung des Destillats) günstig outsourcen.

    Überheblich ist es auf solche Produkte „small batch“ oder „handcrafted“ zu schreiben. Ungeschützte und daher leider absolut nichts sagende Begriffe, die auch die Industriebrennereien auf ihre Etiketten drucken und damit ad absurdum führen.

    Wie dem auch sei, wenn du findest, dass ich einen extremen Perfektionsanspruch habe, was ist daran denn dann überheblich? Gerade, wenn ich diesen Anspruch nicht hätte, hätte ich ja einfach einen Gin in Auftrag geben können (Mehrwert gleich Null), anstatt mir die ganze Arbeit in den letzten Jahren zu machen…

  8. Philip Reim 12. Oktober 2016 zu 08:43 #

    Hallo Matthias,

    leider kann ich in keinster Weise nachvollziehen, was Perfektionismus mit Überheblichkeit zu tun haben soll.
    Würde Benedikt sich bei seinem Produkt ausschließlich auf die Qualität des Inhalts konzentrieren, könnte der Preis durchaus gesenkt werden. Für den Kunden wäre das positiv.
    Generell, vor allem aber bei der derzeitigen Marktsituation, ausschließlich darauf zu hoffen, dass sich Qualität am Ende durchsetzen wird, ist fahrlässig. Ein Ansatz der zum Scheitern verurteilt ist.
    Geht ein Hersteller nicht mindestens mit dem gleichen Enthusiasmus an Design und Marketing, kann er sich die restliche Mühe auch sparen. Dann geht das Ding den Bach runter.

    Gruß Philip

Schreibe einen Kommentar