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KABUMM Gin im Test

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Joko Winterscheidt, Stefan Kretzschmar und auch SIDO. Die Zahl an Prominenten, die ihr Gesicht für eine Spirituose in die Kamera halten, steigt. Für letzteren ist der neue KABUMM Gin bereits sein zweites Destillat. Diesen hatten wir kürzlich im Glas.


Es war Spätsommer 2015. Da trat mit SIDO eine Person in die High End-Spirituosen-Szene, die man dort nicht erwartet hätte. Zumindest ich hätte nicht damit gerechnet. Nicht nach Lyrics wie „[…] Doch am Wochenende geht’s erst richtig los. Pillen fressen, Nasen zieh’n, Vodka saufen, Prost„.

Und dennoch: SIDO arbeitete mit dem Destillateur Josef Farthofer an einem High End-Vodka. Vom Konsumenten zum Produzenten. Das war vor knapp einem Jahr.

Vor einigen Wochen hatte ich dann die Meldung im Mail-Postfach, dass Nachschub ansteht. SIDO, sein Partner Burkhard Westerhoff und Josef Farthofer belassen es nicht beim Vodka. Mitte Oktober 2016 folgt ein Gin, KABUMM Gin.

In einen Markt, der mittlerweile mehr Gin-Flaschen als Regale hat, mit einem neuen Wacholder-Destillat zu starten, ist mutig. Mit einem Prominenten wie SIDO als Gallionsfigur besteht aber durchaus die Chance auf Marktanteile. Vorausgesetzt das Klientel wurde richtig ausgewählt und die Qualität des KABUMM Gins passt.

Für das Destillat selbst, setzten SIDO und Westerhoff Impulse, äußerten Wünsche. Mazeration und Destillation nahm Farthofer in die Hand.

Sein Fokus lag dabei vor allem auf den beiden Botanicals Holunderblüten und Kornelkirsche. Ebenso steuerten Wacholder, Orangen- und Zitronenschalen als auch Lavendel Aromen bei.

DEGUSTATION DES KABUMM GIN

Schwenkst du den KABUMM Gin leicht im Glas, bildet er Schlieren an der Glasinnenseite. Auffallend viele. Wie eine ölige Schicht gleiten die Tropfen wieder zu Boden.

Das Bouquet dieses Gins ist sehr wacholder-betont. Die würzigen und harzigen Noten jener Zapfen stechen deutlich hervor. Angenehm und ausgewogen. Im Hintergrund zeigt sich ein leichter Pfefferduft und etwas gekochtes Gemüse. Letzteres stammt vermutlich vom Nachlauf und der Tatsache, dass der Gin ohne Filtration auskommt.

Gibst du dem KABUMM Gin 1 bis 2 Minuten Zeit zum Atmen, entwickelt sich peu à peu eine angenehme Lavendel- und Zitrusnote. Sie sind nicht zu Beginn erkennbar, sie verstecken sich eher im Hintergrund. Ein spannendes Detail. Allerdings mangelt es dem Bouquet meiner Ansicht nach an Komplexität. Es fehlt eine Vielschichtigkeit, die der Wacholder alleine nicht schafft. Auch wenn er gut vorlegt und der Lavendel für eine gewisse Raffinesse sorgt.

Nimm den ersten Schluck des KABUMM Gins und du wirst merken: Dieser Tropfen legt sich samtweich auf die Zunge. Zu einem gewissen Teil liegt dies an seiner öligen Konsistenz, als auch an einer leichten Süße. Nicht übermäßig. Angenehm.

Der Wacholder übernimmt auch hier das aromatische Zepter. Harzige Noten dominieren. Spielst du mit deiner Zunge den Gin etwas hin und her, kommt im Hintergrund Pfeffer hervor, Kiefernnadeln und Minze. Und: etwas alkoholische Schärfe.

Diese ist es auch, die an der Zunge verbleibt, wenn der Gin schon in der Speiseröhre verschwunden ist. Sie zerstört nicht den Nachklang, ist aber erkennbar. Weitaus interessanter sind allerdings die Aromen, die der KABUMM Gin hinterlässt. So heften sich auch dieses Mal wieder harzige Wacholder-Noten an deine Sinneszellen. Ebenso wie Zitrusaromen und eine dezent erdige Gemüse-Note.

Der KABUMM Gin zeigt wie aromatisch Wacholderzapfen sein können. Harzige, erdige Töne, deren Entdeckung Spaß macht. Er zeigt aber auch, dass Wacholder alleine nicht das komplette Bouquet eines Gins stemmen kann. Daher ist für mich das größte Manko des KABUMM Gins seine fehlende Komplexität. Zudem besitzt er meiner Ansicht nach etwas zu viel Nachlauf, was dem Bouquet eine deutliche Gemüse-Note verleiht.

KABUMM Gin - 40%Vol. - 79,90 €/0,7l

KABUMM Gin - 40%Vol. - 79,90 €/0,7l
6.675

Bouquet

7/10

    Geschmack

    7/10

      Mundgefühl

      7/10

        Nachklang

        6/10

          Positiv

          • Verspielte Wacholder-Noten
          • Weiches Mundgefühl

          Negativ

          • Fehlende Komplexität
          • Preis
          Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

          Ein Kommentar für KABUMM Gin im Test

          1. Onkel Hotte 24. Oktober 2016 zu 07:22 #

            Ich werde kein Produkt kaufen welches mit Winterscheidt oder SIDO beworben werden muss.
            Prominente nerven sowieso nur.

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