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Was ich gerne vor meinem ersten Glas Rum gewusst hätte

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Bildquelle: © memorystockphoto/Fotolia.de

Wenige Spirituosen-Kategorien sind derart komplex, bieten dir solch ein Bouquet wie Rum. Seine Vielseitigkeit ist allerdings auch seine Achilles Ferse. Denn nicht jeder Rum-Hersteller spielt sauber. Die folgenden Fakten hätte ich daher gerne gewusst, bevor ich für meinen ersten Rum Scheine auf den Tische legte.


Wie du den richtigen Rum auswählst

Benutze „leicht“, „trocken“ und „komplex“ um den richtigen Rum auszuwählen

Meinen ersten Rum kaufte ich bei einem Händler in Erfurt. Ich stand in seinem Laden und wusste, dass ich Rum wollte, hatte mir vorher aber keine Gedanken gemacht welchen. Schmecken sollte er halt. Achja, und der Alkohol sollte nicht zu sehr kratzen.

2 Aussagen, mit denen der Händler wenig anfangen konnte. Um genau zu sein: gar nichts. Dies lag aber nicht an seiner Inkompetenz, sondern an meinem Unvermögen auszudrücken, was ich möchte.

Um dich zu orientieren und einen Rum zu kaufen, der dir gefällt, solltest du dir daher folgende Fragen stellen:

  • Möchte ich einen süßen oder einen trockenen Rum?
  • Sollte er eher leicht oder lieber schwer und ölig auf der Zunge liegen?

Sofern die Destillerie nicht mit Zucker nachgeholfen hat, bekommen Rums ihre Süße in erster Linie aus dem Holz des Fasses. Je nach Art des Rohbrands und der Reifung bekommt der Rum ein süßes oder trockenes Geschmacksprofil.

Ob ein Rum „leicht“ oder „schwer“ ist, sagt nichts darüber aus, ob er auch viele Aromen liefert. Es beschreibt vielmehr, das gefühlte Gewicht auf deiner Zunge.

Kauf deinen Rum nicht im Supermarkt

Einige Supermärkte wählen ihren Bestand an Premium-Spirituosen sorgfältig aus, andere wiederum nicht. Discounter definitiv nicht. Der Lebensmitteleinzelhandel wird jedoch bis auf wenige Ausnahmen von Konzernen und großen Distributoren beliefert. Deren Ziel ist Umsatz, nicht dem Gaumen zu schmeicheln. Auch wenn es hier ebenfalls Ausnahmen gibt.

Der Fachhandel bietet dir weitaus mehr Rumauswahl. Dort findest du Rum-Hersteller und -Destillerien deren Credo andersherum läuft. Qualität zuerst. Die Wahrscheinlichkeit, dass du dort etwas findest, das dir Freude bereitet, ist weitaus größer.

Geh in einen Rum-Laden in der nächst größeren Stadt oder online und beginne mit deren günstigeren Produkten. Berät dich der Händler oder der Online-Shop gut, bekommst du so die Möglichkeit typische Eigenschaften bestimmter Rum-Regionen kennen zu lernen. Und dabei setzt du nicht zu viel Geld in den Sand, wenn der ein oder andere Rum dir nicht schmeckt. Im schlimmsten Fall machst du einfach einen Cuba Libre draus.

Betrachte Rum-Bewertungen mit Vorsicht

Bewertungen von Produkten bieten Kunden einen ersten Ausweg bei der Frage: Welchen Rum soll ich kaufen“. Bewertungen sind aber ein schwieriges Feld. Spirituosen bilden da keine Ausnahme. Im Gegenteil. Anders als technische Gegenstände, die sich anhand von Parametern messen und vergleichen lassen, basieren Bewertungen von Spirituosen auf subjektiven Meinungen.

Orientierst du dich an Rum-Bewertungen, dann solltest du dich mit den grundlegenden Kategorien wie Melasse-Rum, Zuckerrohr-Rhum und Cachaca bereits auskennen. Auch ist es wichtig, dass du die einzelnen Rum-Regionen kennst, du also weißt, was dich aromatisch erwarten kann.

Möchtest du einen komplexen aber leichten Rum, dann entscheide dich für einen Kubaner. Auch wenn ein Jamaikanischer Rum der selben Preisklasse vielleicht 2 bis 3 Bewertungspunkte mehr hat.

Denn entscheidest du dich stattdessen für den schweren, ester-lastigen Jamaikaner, gehst du vermutlich mit einem Rum nach Hause, der dir keine Freude macht. Aber der ein Loch im Geldbeutel hinterlassen hat.

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Diese Rum-Kategorien solltest du kennen

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich eine Vielzahl neuer Rum-Kategorien entwickelt. Im Vordergrund stand dabei nicht die Qualität des Destillats, sondern sein Einsatzzweck. Die bekanntesten Varianten daraus waren diese:

  • Weißer Rum
  • Brauner Rum (fassgelagert)
  • Einzelfass-Rum
  • Spiced Rum
  • Rhum Agricole

Suchst du einen Rum, den du pur genießen möchtest, sind aus der obigen Liste nur 3 Kategorien für dich relevant: Fassgelagert, Einzelfass und Rhum agricole.

Auch wenn es bei den anderen Ausnahmen gibt, werden diese nicht für den Purgenuss hergestellt. Ebenso wenig wie Gold Rum oder Dark Rum, deren Farbe meist ausschließlich von Farbstoffen herrührt.

Keine dieser Kategorien bietet dir aber eine gute Orientierungshilfe, wenn du nach aromatischen Stilen suchst. Ob ein Rum trocken oder süß, komplex, leicht oder schwer ist, kannst du hier nicht herauslesen.

Suchst du einen Rum für den Purgenuss, dann hilft dir folgender Leitfaden:

    • Barbados: Destillate von dieser Insel sind mittelschwere Rums. 3 Destillerien produzieren hier mit einer Kombination aus Pot Stills und Column Stills. Lediglich die Rums für St. Nicholas Abbey werden ausschließlich in Pot Stills gebrannt.

 

 

    • Latin: Dieser Stil umfasst mehr als nur eine Insel; es bezieht sich auf eine Rum-Art, die du in spanischsprachigen Karibikgebieten sowie Mittel- und Südamerika findest. Meist verweist „Latin“ aber lediglich auf kubanischen Rum. Die markanteste Eigenschaft dieses Rum-Stils ist sein leichtes Mundgefühl.

 

    • Guyana: In Guyana produziert heute nur noch eine einzige Destillerie Rum. Deren Dachkonzern, die Demerara Distillers Ltd., bietet allerdings eine Palette diverser Stile an. Hauptgrund hierfür ist, dass das Unternehmen die Brennblasen geschlossener Destillerien aufkaufte und wieder in Betrieb nahm. Das Aromen- und Geschmacksprofil von Demerara- bzw. Guyana Rum ist kräftig, vollmundig und komplex.

 

    • Cachaça: Cachaça ist einer der Nahverwandten des Rums. Er wird direkt aus Zuckerrohrsaft hergestellt und ist durch einen leichten Charakter geprägt. Um die genauen Unterschiede zwischen Cachaça und Rum kennenzulernen, haben wir den Artikel Rum vs. Cachaça – Der kleine aber feine Unterschied vor einigen Monaten für dich veröffentlicht.

 

    • Rhum agricole: Diesen Rum-Stil produzieren ausschließlich die französischen Übersee-Departements Martinique, Guadeloupe und La Réunion. Der markanteste Unterschied zu „normalem“ Rum ist die Verwendung von frischem Zuckerrohrsaft statt Melasse. Dies ist der Hauptgrund, warum Rhum agricole leichte, aber komplexe Destillate sind.

 

  • Clairin: Clairin ist eine kleine Unterkategorie des Rums, die ausschließlich in Haiti destilliert wird. Wie Cachaça und Rhum agricole basiert Clairin ausschließlich auf frischem Zuckerrohrsaft. Es gibt jedoch keine fassgelagerten Abfüllungen. Clairin ist ein komplexes und leichtes Destillat.

Achte auf schlechte Zusatzstoffe

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Rum-Hersteller unterliegen kaum Produktionsvorschriften. Einzelne Kategorien wie Rhum agricole und Cachaça bieten hier zwar Ausnahmen, und selbst manche Regionen wie Barbados oder Jamaica geben Richtlinien vor, aber das ist nicht die Regel.

So kann es vorkommen, dass Rum-Produzenten eine bestimmte Geschmacksrichtung oder einen gewünschten Rum-Charakter erst durch Zusatzstoffe erreichen. Diese schwarzen Schafe der Rum-Szene erkennst du leider nicht am Flaschen-Label. Zusatzstoffe müssen in den meisten Herkunftsländern nicht deklariert werden, und einmal im europäischen Handel sind sie schwer nachzuweisen.

Trickst ein Rum-Hersteller bei seinem Produkt, macht er dies meist mit einem oder mehreren dieser 3 Substanzen:

  • Glycerin: Glycerin wird dem Destillat zugegeben, um es weicher und bekömmlicher zu machen
  • Zucker: Jeder mag süßen Geschmack. Vor allem ist es das, was Einsteiger von einem Rum erwarten. Da das Holzfass ebenfalls Zuckermoleküle in den Rum gibt, ist eine zusätzliche Menge schwer nachzuweisen.
  • Vanillin: Bei Vanillin hast du dieselbe Problematik wie bei Zucker. Es ist bekömmlich, es schmeckt. Und zwar dem Großteil der Menschheit.

Je mehr Rums du probierst, desto feiner wird dein Gaumen. Du erkennst Nuancen. Das wichtigste aber ist: Du erkennst die schwarzen Schafe, da Vanille und Zucker in unverhältnismäßig hohem Maße im Mund kleben.

Möchtest du auf Nummer sicher gehen, dass du kein Geld für einen Rum mit Additiven ausgibst, informiere dich im Vorfeld über bestimmte Abfüllungen im Internet. Die andere Möglichkeit, um die schwarzen Schafe zu umgehen, sind Einzelfassabfüllungen oder Rums unabhängiger Abfüller. Diese bieten meist nur kleine Chargen an, bei denen sich Zusatzstoffe wirtschaftlich nicht lohnen.


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Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

10 Kommentare für Was ich gerne vor meinem ersten Glas Rum gewusst hätte

  1. schlimmerdurst 29. November 2016 zu 20:01 #

    Danke für die klaren Worte (und das Diagramm!) bezüglich Zucker. Es wird Zeit, dass das auch ein Thema für Rumeinsteiger wird, nicht nur für Rumprofis.

  2. Maddin 30. November 2016 zu 21:58 #

    Wie immer eine sehr schöne Zusammenstellung. Weil halt Rum ziemlich divers ist, schadet es nie immer mal wieder für Neulinge die Fakten zusammenzutragen.

    Ich fand das mit den Altersangaben und Preisen in meinen Anfangszeiten sehr verwirrend. Warum kostet Rum mit dem nem bestimmten Alter bei Hersteller X aus Land a dreimal so viel wie bei Hersteller Y aus land b? Also so ungefähr. Vor allem, wen man die Altersangaben von Scotch im Hinterkopf hat.

  3. 1968superingo 1. Dezember 2016 zu 07:31 #

    Leider sind die gesetzlichen Vorgaben bei Rum ja sehr lasch und es muss fast nichts auf die Flasche geschriebenen werden. Zugabe von Zucker, Vanillin oder Glycerin – wer will als Hersteller schon mit solch unwichtigen Angaben die Kunden verwirren!? Erschrecken, was alles erlaubt ist. In der Vergangenheit waren hier im Blog ja schon einige schöne Berichte zu dem Thema. Ich meide inzwischen die „Zuckerbomben“ und gebe dafür gerne eine paar Euros mehr aus, um ein (hoffentlich) ehrliches Produkt zu kaufen. Diverse Abfüllungen auf dem Markt müssten eigentlich auch als Spiced Rum gelabelt werden, sind es aber nicht. Die EU regelt gerne die unmöglichsten Sachen, aber beim Rum scheint man auf beiden Augen blind zu sein. Gute Lobbyarbeit seitens der Industrie? Im Sinne des Verbraucherschutzes wären harte gesetzliche Vorgaben (wie beim Whisky) wünschenswert. Allerdings hätte dann die eine oder andere Firma (ich verzichte hier mal auf Namensnennungen) echte Probleme, ihren Kunden erzählen zu müssen, welches Kunstprodukt diese bisher „genießen“ durften.

  4. calberto 1. Dezember 2016 zu 09:25 #

    Die letzte Aussage stimmt leider nicht zu 100%.
    Die meisten unabhängigen Abfüller verzichten zwar auf Zucker und Co. (wobei ich hier mal die Vermutung in den Raum stelle, dass es in der Regel nicht auf die Kosten zurückzuführen ist, sondern auf die eigenen Qualitätsansprüche..), ausgerechnet der wahrscheinlich „Größte“, zumindest in Sachen Sortimentgröße und einfache Erhältlichkeit (Plantation) zuckert leider alles was da ins Lager kommt, auch Rums aus eigtl. „zucker-freien“ Regionen (Barbados/Jamaika)

    • Martin Kramer 2. Dezember 2016 zu 10:19 #

      Ich verstehe die Zuckerfrage nicht ganz. Wieso ist es falsch ein Produkt,welches aus Zuvker hergestellt wird anschließend noch einmal zu süßen,wenn es doch der Geschmack der Zeit ist und Süße für alle zugänglicher ist?

      • calberto 2. Dezember 2016 zu 12:15 #

        Whisky wird aus Getreide hergestellt, sollte man jetzt automatisch in jede Flasche mit 3-4 Finger Müslimix anreichern? Ist ja beides auf Getreidebasis…

        Rum wird auch nicht aus Zucker hergestellt wird, Zucker und Rum haben beide den selben Ursprung, Zuckerrohr aber im destillierten Produkt ist kein Zucker mehr…

        Am Ende soll jeder trinken, was er will, ich denke aber es sollte eine Verpflichtung geben, solche Zusätze zu kennzeichnen, dass sich jeder Kunde aktiv selbst aussuchen kann, ob er puren Rum oder, drastisch ausgedrückt, ein Kunstprodukt will.
        Ich trinke eigtl. fast nur noch UA’s in höherer Trinkstärke aber Transparenz sollte es auch bei Massenprodukten geben.

      • Martin Kramer 4. Dezember 2016 zu 10:42 #

        Natürlich ist mir bewusst,dass Rum aus Melasse, einer Art „Zuckersirup“ oder eben frischen Zuckerrohrsaft hergestellt wird. Mach dir mal um meinen Wissensstand keine Sorgen?
        Ich denke, die Frage nach dem Nachsüßen ist eher eine Frage der Philosophie. Jeder meint da für sich einen anderen Stellenwert in der Qualität zu beanspruchen. Ich gehe äußerst kritisch mit jedem einzelnen Produkt um, sehe allerdings keinerlei Problem darin Rum nachzusüßen,so lange es für den Endverbraucher bekömmlicher ist. Ich würde es wahrscheinlich genauso machen. Was bringt schließlich ein Produkt,welches geschmacklich nicht ausreichend ist? Da wird sich jeder Hersteller an den Markt bzw. den Verbraucher halten und seinen Rum entsprechend der Nachfrage korrigieren. Das es nicht deklariert wird…zweifellos eine berechtigte Mahnung. Da bin ich voll bei dir/euch. Wie so oft ist das Kleingedruckte nicht zu erkennen oder gar nicht vorhanden. Dem ganzen müsste sich dann wohl der Verbraucherschutz oder sonst wer widmen.

        Viel kritischer würde ich jedoch die Kennzeichnung der Jahreszahlen des Soleraverfahrens beäugen. Da ist meiner Meinung nach die wahre Täuschung,sogar auf dem Etikett zu erkennen.

  5. Maddin 2. Dezember 2016 zu 13:20 #

    Es würde sich glaub ich kaum einer wirklich dran stören, wenn sowas nur zum „Abrunden“ des Produktes erfolgen würde. Ist ja z.B. bei Gin, Champagner und (gaub ich) Cognac auch so. Nur da übertreibts halt selten jemand und macht nen halben, nach billigen Vanillekipferl auf Basis von weißem Barcardi schmeckenden, Likör aus seinem Produkt. Und schreibt dann eine willlkürliche Altersangabe drauf und will dann 30 – 40 € für die Flasche haben. Plantation find ich da z.B. noch ganz in Ordnung. Klar sind die süßer als die Kameraden, die ich sonst trinke. Aber da sitzt meines Erachtens zumindes jemand dran, der weiß was er tut. Naja, zumindest in 90% der Fälle. Selbst deren „Likör“, der Barbados 20th Annivasery, ist im Vergleich zu Botucal oder Zacapa ein mit Sinn und Verstand gemachtes Qualitätsprodukt. Oder war es zumindest, als ich den vor ein paar Jahren mal probiert hab. Die Grenze zwischen Panscherei zwecks Verdecken eines minderwertigen Produktes und „künstlerischer Freiheit“ ist auf dem Sektor fließend. Und das stört halt so manchen.
    Und ich mein, das hier ist in meiner Wahrnehmung vor allem ne Whisky lastige Seite. Da wird mitlerweile unter den Fans ja schon die Beimischung von Farbstoff als Sakrileg und halber Betrug am Kunden angesehen. Verwundert da die Reaktion auf die Zusatzstoffe im Rum?
    Sollen die Leute trinken was sie wollen, ist von dem guten Stoff mehr für mich da. Das Zeug ist schon teuer genug geworden.

  6. Matthias 2. Dezember 2016 zu 14:41 #

    @Marin Kramer,

    zum einen ist ist es eine Frage der Deklaration.

    Wenn die Hersteller es schaffen würden, durch zugabe von zucker 3 jährigen Rum wie 10 Jährigen schmecken zu lassen, würde ja keiner erstmal was sagen, wenn es denn draufstehen würde.

    Aber gerade bei den Flaschen jenseits der 30€, wo man ja auch ein ehrliches Produkt erwartet, ist es einfach eine Frechheit, wenn da nachgesüßt wird.

    Wie gesagt, geschmacklich mag es ja teils passen, die Sherry Whisky Fässer die in den 70er und 80er durch Paxxerat (oder wie das hies) nachbehandelt wurden, haben fantastische Whiskys geliefert

  7. Thomas 6. Dezember 2016 zu 20:58 #

    Vielen Dank für den interessanten Artikel!

    Ich finde es gut und wichtig, dass das Thema „Rum“ nicht nur abgefeiert, sondern auch kritisch betrachtet wird.

    Die Industrie ist da mittlerweile einfach zu unverantwortlich.

    Zum Thems „Alterangabe“: Ich fände es gut, wenn man sich hier ein Beispiel bei der Alterdeklaration von Whisky nehmen würde. Gerade für Neulinge ist es sehr verwirrend, was da auf die Etiketten gedruckt wird. Aber auch für die Kenner ist es oft mühsam, die genaue Zusammensetzung mitsamt verschiedenen Lagerzeiträumen eines Rums herauszufinden. Und das sollte so einfach nicht sein.

    Zum Geschmack: Jeder sollte trinken, was ihm gefällt. Und es besteht kein Zweifel daran, dass ein Großteil der Menschen Rum mit Süße und Vanille in Zusammenhang bringt und dies auch von einem Rum einfordert. Das soll jeder halten, wie er möchte.

    Jedoch sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass a) Rum im Normalfall einfach viel komplexer ist und b) dieses süße, schwere Mundgefühl mit Vanilenote oft nicht auf natürlchem Wege erreicht wird.

    Es sollte eine klare Kennzeichnungspflicht geben, bei der sofort ersichtlich wird, ob und in welcher Form einem Rum Zusatzstoffe zugesetzt wurden. Dann kann jeder Konsument für sich sebst ganz bewusst eine Kaufentscheidung treffen.

    ich hoffe aber auch, dass sich durch ein besseres Verständnis der Konsumenten für das Genußprodukt „Rum“ und seiner Zusatzstoffe, sowohl die recht willkürliche Preispolitik mancher Unternehmen zurecht gerückt würde als auch Rum als vielseitige Spirituose mit riesiger Aromenvielfalt (wieder) anerkannt und geschätzt würde.

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