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Nikka Miyagikyo Single Malt im Test

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In Zeiten, in denen japanischer Whisky in Europa Mangelware ist, wirkt Nikka wie ein Leuchtfeuer. Ihre 5 Whiskys findest du nach wie vor im Händlerregal. 5 Whiskys, die einen Querschnitt über die japanische Whisky-Kultur liefern. Einen ihrer Single Malts, Miyagikyo, konnte ich kürzlich unter die Lupe nehmen.


12 haben sie, 5 kommen nach Europa. Angesichts der Tatsache, dass einige japanischer Whisky-Hersteller ihren Europa-Export drastisch beschnitten haben, klingt Nikkas Angebot verlockend. 5 ihrer Whiskys bringen sie in den europäischen Handel. Darunter auch ihre beiden Single Malts Yoichi und Miyagikyo.

Letzterer ist der einzige Single Malt, den die gleichnamige Destillerie noch anbietet. 2015 stampfte Nikka das Portfolio ihrer beiden Destillerien Yoichi und Miyagikyo ein und ersetzte es jeweils durch ein No-Age-Statement.

Leider erfährt der Kunde neben den Pflichtangaben wie Alkoholgehalt sonst nicht viel über den Nikka Miyagikyo. Alter? Fassauswahl? Unbekannt.

DEGUSTATION DES NIKKA MIYAGIKYO

Der Nikka Miyagikyo liegt mit Senf-Farbe im Glas. Schwenkst du ihn 2 bis 3 Mal, bildet er kräftige Tropfen am Glasrand. Nicht viele, aber auffallend ölig.

Um jedes Detail des Bouquets zu erfassen, solltest du 2 Dinge im Vorfeld tun: Achte zunächst darauf, dass der Whisky rund 20 Grad besitzt. Liegt er deutlich darunter, erkennst du kaum Nuancen. Zum zweiten solltest du ihn im offenen Glas rund 3 bis 4 Minuten atmen lassen. Dadurch bauen sich die Aromen auf und er verliert etwas an alkoholischer Schärfe.

Das Nosing beginnt mit einem milden Eindruck. Der Whisky wirkt weich und der Alkohol ist nur im Hintergrund erkennbar. Allem voran drücken Apfel, Birne, Karamell und frisches Ciabatta aus dem Glas. So zeigt er zwar auch Rauch- und Leder-Noten, das aromatische Zepter halten aber Früchte und Karamell in der Hand. So findest du im Bouquet zusätzlich Nuancen von Ananas, Feige und Zitronenschalen.

Wie er in der Nase begann, so fährt er im Mund fort. Dieser Tropfen ist weich; so weich, dass du den Eindruck hast, Seide läge auf deiner Zunge. In Bezug auf Aromen bricht die Parallele zur Nase dann aber leider ab. Zwar liefert er noch Nuancen von Apfel und Zitronen, der verspielte Charakter fehlt hier jedoch. Komplexität findest du im Mund daher weniger als noch zuvor in der Nase.

Kurz bevor du denkst, es ist vorbei, packt er noch das ein oder andere Aroma aus. Verlässt der Nikka Miyagikyo deinen Gaumen wirkt zwar der Alkohol zunächst scharf, zurück bleibt aber viel Karamell, Holz und Rauch. Ein unerwarteter, dennoch angenehmer Kontrast zum Bouquet.

Den Nikka Miyagikyo solltest du dir nicht holen, wenn du Individualität suchst. Du solltest ihn dir aber holen, wenn du einen Whisky suchst, der perfekt den japanischen Stil wiedergibt. Raffiniert und voller Nuancen.

Nikka Miyagikyo - 45 %Vol. - 73 €/0,7l

Nikka Miyagikyo - 45 %Vol. - 73 €/0,7l
7.7

Bouquet

8/10

    Geschmack

    8/10

      Mundgefühl

      7/10

        Nachklang

        8/10

          Positiv

          • Raffiniertes Bouquet
          • Deutliche Aromen

          Negativ

          • Etwas wässrig im Mund

           

          Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.

          Ein Kommentar für Nikka Miyagikyo Single Malt im Test

          1. 1968superingo 29. Dezember 2016 zu 20:24 #

            Philip, scheinbar hast Du die 45%-Variante verkostet. Interessant ist der Unterschied zur auch erhältlichen 43%-Version. Die zwei Prozent ABV machen mehr aus, als man vermutet. Mein Favorit bleibt aber der 12’er. Gefiel mir besser als der Zehnjährige. Insgesamt überdurchschnittlich gute Whiskys.

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