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8 Fakten über den Kater, die du kennen solltest

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Man schwört ihm ab, will nie wieder mit ihm zu tun haben. Der erste Vorsatz im neuen Jahr ist häufig auch der erste, den wir wieder brechen. So sehr wir auch unter den Symptomen eines Alkohol-Katers leiden, die wenigsten kennen dessen Ursache.


„Veisalgia“ ist der Fachbegriff für einen Kater

Hast du dir derbe die Kante gegeben, es mit Alkohol übertrieben, erwarten dich unter anderem diese Symptome:

  • Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Zittern
  • Brechreiz

Der Volksmund beschreibt dies als Kater, der Mediziner als Veisalgia. Ein anmutig klingender Begriff für etwas abscheuliches: eine Alkoholvergiftung. Je nach Menge an Alkohol, die du zu dir genommen hast, variieren die Symptome. In den meisten Fällen kommt der Körper hiermit aber klar; die Begleiterscheinungen verschwinden.

Hast du Alkohol jedoch in derart großen Mengen in dich geschüttet, dass du froh wärst, es wären nur die oben genannten Symptome, hat „Veisalgia“ ausgedient. Die Medizin spricht bei diesem nächsten Kater-Level vom Elpenor-Syndrom.

Elpenor war laut griechischer Mythologie einer von Odysseus Gefolgsleuten. Am Abend bevor die Mannschaft von der Insel der Kirke in See stechen wollte, feierte Elpenor so hart, dass er auf dem Schlossdach einschlief. Kurz bevor Odysseus am nächsten Morgen die Segel setzen ließ, wachte Elpenor mit einem dicken Kater auf. Er fiel vom Dach und starb. Nicht so gut.

Musst du also in Folge von überhöhtem Alkoholkonsum Bewusstlosigkeit und Gedächtnisverlust aushalten, leidest du am Elpenor-Syndrom.

Der Preis eines Katers: 160 Milliarden US-Dollar

Leidest du an den Symptomen eines Katers, nimmt „Volkswirtschaft“ keinen hohen Stellenwert in deiner „Darauf hätte ich jetzt Lust…“-Liste ein. Jeder Rausch – und ich schreibe hier nicht von den üblen Dingern, die in der Notaufnahme enden – hat Konsequenzen auf die Wirtschaft eines Landes.

Wenige Länder verdeutlichen dies so wie die USA. Aufgrund von Alkoholmissbrauch verliert deren Wirtschaft jährlich rund 160 Milliarden Dollar. Die Symptome eines Katers lassen den Arbeitnehmer deutlich schlechter arbeiten, wenn er denn überhaupt zur Arbeit erscheint.

Wenn du Glück hast, dann betrifft dich diese Statistik nicht. Wenn du Glück hast, dann zählst du zu den 23 Prozent der Weltbevölkerung, die keinen Kater haben können. Deren genetische Veranlagung verhindert Symptome wie Erbrechen, Kopfschmerzen oder Durchfall bei erhöhtem Alkoholkonsum.

Trinksprüche wie „Bier auf Wein, das lass sein!“ sind Unsinn… in Bezug auf den Kater

Als dieser Spruch aufkam, war Europa noch weit entfernt von einer Genusskultur wie wir es das heute ist. Bier, Wein und Spirituosen gab es nur selten in der heutigen Qualität. Zudem repräsentierten einzelne Alkoholika eine soziale Hierarchie.

Bier war dem Pöbel zuteil, Wein hingegen dem Adel und Klerus vorbehalten. Der Spruch „Bier auf Wein, das lass sein! Wein auf Bier, das rat‘ ich dir!““. Bezieht sich daher nicht auf mögliche Kater-Konsequenzen, sondern auf den sozialen Verfall, den er darstellt.

Folgt der Wein dem Bier, symbolisiert dies einen Aufstieg. Du kannst es dir leisten, dem Getränk des Pöbels den Rücken zu kehren. Trankst du jedoch Wein und bist nun beim Bier angelangt, sieht es mit deiner sozialen Reputation nicht so brillant aus.

Bei vielen Asiaten brechen Kater-Symptome schneller und heftiger aus

Ethanol. Das Molekül, das für positive Aspekte in Getränken wie Wein, Whisky oder Gin verantwortlich ist, sorgt auch für die Symptome eines Katers. Ethanol bzw. Trinkalkohol ist allerdings nur eines von verschiedenen Giften, mit denen unser Körper klar kommt. Einmal in unserem Organismus schmeißt dieser eine Maschinerie an, um Ethanol und andere Stoffe abzubauen.

Eines der Werkzeuge, dessen sich unser Körper dabei bedient, ist Alkoholdehydrogenase. Dieses Enzym verarbeitet Ethanol in Acetaldehyd. Ab diesem Zeitpunkt wird es kriminell, denn Acetaldehyd ist toxisch und für den Großteil der Kater-Symptome verantwortlich.

Unser Körper schickt also gleich noch ein weiteres Werkzeug, Aldehyddehydrogenase, hinterher, um auch dieses abzubauen. Am Ende bleibt das ungiftige Acetat zurück.

Viele Asiaten leiden jedoch am so genannten Flush-Syndrom. Bei diesem kommt es zu einem schnellen Anfluten von Acetaldehyd im Körper der Person. Zu schnell für die produzierte Menge an Aldehyddehydrogenase. Für dieses Syndrom reichen schon wenige Mengen Ethanol.

Ein Kater ist eine schwere Entzündungsreaktion

Ganze Institute beschäftigen sich mit Kater-Symptomen und deren Therapie-Möglichkeiten. Bevor du jedoch weißt, wie du jene Merkmale heilen kannst, musst du deren Ursache kennen. Ein Forschungsteam aus Südkorea fand eine.

Laut deren Untersuchungen ist ein Kater nichts anderes als eine schwere Entzündungsreaktion. Die Stoffwechselprodukte, die der Körper während das Alkoholabbaus produziert, sorgen für eine Vielzahl an Cytokinen. Chemische Verbindungen, die von unserem Immunsystem zur Kommunikation verwendet werden.

Als jenes Forschungsteam Probanden jene Cytokine spritzten, zeigtn sie alle Symptome, die auch eine Alkoholvergiftung brächte. 

Bloß keine Hangover-Cocktails

„Möchtest du ein Feuer löschen, funktioniert dies am besten, indem du Benzin in die offene Flamme schüttest.“ Niemand würde mich ernst nehmen, wenn ich diesen Satz ausspreche.

Für viele ist dieser Zusammenhang aber nicht mehr so eindeutig, wenn es um Alkohol geht. Ähnlich unsinnig ist es aber, eine Alkoholvergiftung mit noch mehr Alkohol zu bekämpfen. Da ist es egal, ob es sich um Whisky, Bier oder Hangover-Cocktails handelt.

Kater-Cocktails wie Bloody Marys liefern zwar Mineralien, die der Körper nach einer Alkoholvergiftung braucht, aber eben auch Alkohol. War das nicht das Zeug, das gerade meine Birne zum dröhnen bringt?

Bei einem Kater hast du weniger Tiefschlafphasen

Manche werden aggressiv, manche lustig und die dritte Fraktion schläft ein. Früher oder später streckt eine Alkoholvergiftung aber jeden von uns nieder. Im Bett, auf der Bank oder mit dem Gesicht auf der Kloschüssel.

Alkohol scheint ein traumhaftes Schlafmittel zu sein. Im ersten Moment ja. Der Schlaf ist aber nicht erholsam, denn übermäßiger Alkohol unterbricht deinen Schlafzyklus.

Dieser besteht in der Regel aus leichtem Schlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf. Bist du allerdings voll bis unter die Hirnrinde, kommt dein Körper nicht über den leichten Schlaf hinaus. Du wachst auf und bist nicht erholt.

Vermeide Methanol

In alkoholhaltigen Getränken ist Methanol enthalten. Ist das nicht dieses giftige Zeug, das mich blind macht? Ja, ist es. In Genussmitteln wie Bier, Wein oder Gin ist es zwar enthalten. Aber in derart geringen Mengen, dass du die Auswirkungen auf deinen Körper kaum bemerkst.

Anders sieht es hingegen aus, wenn du dir irgendeinen Selbstgebrannten von der Straßenecke einschenkst. Wird die Spirituose nicht sauber gebrannt, können im Destillat Unmengen von Methanol enthalten sein. Unser Körper baut dies dann zu Formalaldehyd um. Eine Substanz, die unter anderem zur Konservierung von Tierpräparaten verwendet wird. Im ungünstigsten Fall folgt Blindheit oder Tod. Beides nicht so angenehm.


 

Philip ist Gründer und Autor von EYE FOR SPIRITS – ONLINE MAGAZIN FÜR TRINKGENUSS und Autor des Whisky-Buchs. Folge ihm auf Facebook oder erfahre mehr über ihn und EYE FOR SPIRITS.
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