Lagavulin 16 Jahre

Es gibt 2 Situationen. Nummer 1: Du hattest den Lagavulin 16 Jahre bereits im Glas; oder Nummer 2: Du wirst ihn bald im Glas haben.

Warum ich mir da so sicher bin?

Weil der Lagavulin 16 Jahre ein Klassiker der Scotch Whisky-Szene ist. Von einigen deutschen Spirituosen-Online-Händlern weiß ich, dass es ihr meistverkaufter Single Malt ist.

Hast du diesen Scotch also im Glas, bist du Teil einer großen Community von Gleichgesinnten. Der Lagavulin 16 Jahre ist einfach Standard.

Das heißt nicht, dass er dich begeistern muss, gar zu deinem Lieblingswhisky wird. Es heißt nur, dass er den Gaumen vieler trifft und dies bei einem annehmbaren Preis-Leistungs-Verhältnis.

Einer der Grundlagen hierfür ist der Haus-Stil jener Destillerie. Dieser liefert dir einen weichen und kraftvollen New Make mit folgenden Aromen:

  • Seetang
  • Schwefel
  • Enzian
  • Rauch

Vor allem letzteres ist für Lagavulin – gut, eigentlich für fast alle Brennereien der Isle of Islay – ein Markenzeichen.

Vermutlich erzähle ich dir damit nichts neues. Vielen unbekannt ist aber der Gehalt an „rauchigen Molekülen“, die bei Malts jener Marke und damit auch im Lagavulin 16 Jahre stecken.

Haften zunächst noch noch 35 bis 40 ppm (Parts per Million, dt.: Teilchen auf 1 Million anderer Teilchen) am Gerstenmalz, so sind es nach Gärung und Destillation lediglich noch 16 bis 18 ppm.

Das heißt, im New Make des Lagavulin 16 Jahre sind weniger als die Hälfte an Rauchmolekülen, als noch an der Gerste.

Und es wird noch extremer: Während der subtraktiven Reifung nimmt dieser Gehalt noch weiter ab. Das Interessante ist dann, dass dieser Restanteil immer noch ausreicht, deine Nase mit Raucharomen zu durchziehen.

Im Besitz von DIAGEO produziert die Islay-Destillerie Lagavulin heute ein jährliches Volumen von knapp 2,5 Millionen Liter reinen Alkohol.

Mit insgesamt 4 Stills (2 wash stills und 2 spirits stills) wird dies bei Lagavulin erreicht. Im Süden der Insel Islay liegt Lagavulin direkt zwischen den beiden bekannten Konkurrenten Ardbeg und Laphroaig und bezieht auch wie jene Islay-Brennereien ihr Malz aus den Port Ellen Maltings nach Rezept.

Der Lagavulin 16 Jahre, den ich für dich unter die Lupe genommen habe, findet neben seiner eigentlichen Abfüllung als Single Malt zusätzlich Verwendung als Basis-Malt bei den Blends White Horse und Logan.

 

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Degustation des Lagavulin 16 Jahre

 

Der Lagavulin 16 Jahre präsentiert sich mit einem goldenen Farbton. Schwenkst du ihn wenige Male, bildet er zahlreiche ölige Tropfen an der Glasinnenseite.

Bevor du anschließend mit der Verkostung beginnst, stelle sicher, dass er eine Temperatur von rund 20 °C besitzt. Lass ihn bei dieser 2 bis 3 Minuten atmen.

Hältst du den Lagavulin 16 Jahre anschließend unter deine Nase zeigt sich, neben dem intensiven Torfrauch, eine gewisse Milde und nach wenigen Momenten das Aroma von Holz mit fruchtigen Nuancen.

Du musst etwas mit ihm spielen, um noch weitere Aromen herauszukitzeln. Schwenke ihn langsam von einem zum anderen Nasenloch und öffne dabei leicht deinen Mund.

Auf diese Weise zeigt dir der Lagavulin 16 Jahre im Hintergrund das Aroma getrockneter Orangenschalen. Im Zusammenspiel mit der maritimen Rauchnote eine spannende Kombination.

Nimmst du dann den ersten Schluck legt sich der Lagavulin 16 Jahre mit mittelschwerem Gewicht auf deine Zunge. Er wirkt mild und weich.

Auch hier liefert der Torf den Löwenanteil an Aromen. Teer, schwelendes Holz, Seetang. Allerdings ist dies auch seine Achillesferse, denn neben den genannten Aromen findest du nicht mehr viel.

Hier und da noch etwas Vanille, aber als besonders komplex würde ich seinen Charakter im Mund nicht beschreiben.

Der Abgang ist langanhaltend und das aufgekommene herbe-süße Aroma verbleibt auch noch eine gewisse Zeit am Gaumen.

Bildquelle: DIAGEO

 

 

Lagavulin 16 Jahre - 43 %Vol. - 56 €/0,7l

7.7

Bouquet

8.0/10

Geschmack

7.2/10

Mundgefühl

7.8/10

Nachklang

7.6/10

Positiv

  • Balance zwischen Mund und Nase
  • Vielschichtige Raucharomen
  • Weiches Mundgefühl

Negativ

  • Wenige Aromen im Mund
  • Wenig Individualität