Der Begriff  „Samogon“  entstand in den unteren Schichten der Bevölkerung und bezeichnet meist selbstgemachten, unreinen Vodka. Aber wir wissen ja, dass der Samogon ein edles Getränk sein kann. Es heisst, der beste Samogon wird aus Roggen gemacht – der beste Vodka übrigens auch, aber davon  später. Die jahrhundertealte Praxis zeigt jedoch, dass man statt Roggen auch Weizen, Kartoffeln oder Rüben nähmen kann. Sogar einige Beerenarten eigenen sich, wenn man Buchweizen, Hafer oder Gerste hinzufügt.


Und wer alles richtig macht, erhält einen qualitativ hochwertigen Samogon. Wer auch mit weniger Qualität vorliebnimmt, kann fast alles verwenden, was gärt, meinetwegen Maisblätter oder andere, oft unaussprechliche Dinge. Dennoch unterscheidet sich der Samogon, der aus Roggenkörnern gebrannt wird, im Geschmack wesentlich von allen Sorten, weil er weniger ätherische Öle hat. Und falls man ein bisschen zu viel davon trinkt, aus Versehen nur, ist der Katzenjammer am anderen Tag nicht ganz so schrecklich wie bei anderen Sorten.

Will man weichen Samogon brennen – das ist der am besten verträgliche -, muss man für die Maische als erstes weiches Wasser nehmen. Jeder erfahrene Samogon-Brenner achtet zuallererst auf die Qualität des Wassers und schöpft es an ganz bestimmten Orten – an Oberläufen von Flüssen oder an besonderen Quellen. Eine weitere wichtige Komponente zur Herstellung von hochwertigem Alkohol ist Malz. Im Mittelalter nahm man dafür Gärstoff aus Roggenkörnern, später Biermalz. Heute verwendet man spezielle, auf natürliche Weise gezüchtete reine Hefekulturen.

Den Prozess beginnt man mit der Bereitung der Maische, die aus der Mischung der aufgezählten Komponenten in einem bestimmten Verhältnis entsteht. Die fertige Maische wird mit Hilfe spezieller Apparate destilliert. Hochwertiger Alkohol entsteht erst wenn man die Rohflüssigkeit dreimal destilliert.

Es gibt tausende Varianten zum Brennen von Vodka, sie schwanken je nach Machart zwischen interessant und merkwürdig: Getreide, Milch, Honig, Brot, Bonbons, rote Beete, Speisestärke, Kürbisse, Reis, Tomatenmark, Sonnenblumenkerne, Lorbeer, Tee, Pfefferkörner, Getreide, Zucker, Rosinen, Trockenerbsen, Eichenrinde, Pflanzenöl und und und….

Was sich von Anfang an herauskristallisierte war, dass neben einem guten Brannt auch das verwendete Wasser ausschlaggebend ist, wie gut oder schlecht der Brannt ist. Das bezieht sich jetzt nicht nur auf den Selbstgebrannten sondern ist bei jedem Vodka, der was von sich hält das Zünglein an der Waage vom Premium zum Schund.

Aber wie so oft machte auch hier das Marketing nicht halt und die Vielfalt der Fähigkeiten des Wassers, die im angedichtet wurde, sprengte bald  jede Skala.

Von Wasser von Eisbergen der Arktis , Regenwasser aus dem Amazonas oder sogar Wasser, welches aus der Tiefsee der Ozeane gepumpt wird. Über die Phantasie der Hersteller bei der Vermarktung neuer Märchengeschichten würde selbst die Gebrüder Grimm vor Neid erblassen lassen.

Doch Phantasie ist Phantasie und wer es glaubt soll glücklich werden. Aber befassen wir uns mit der Realität. Für richtig guten Vodka, also russischen Vodka, kommen nur 3 Wassersorten in Frage. Quellwasser aus artesischen Brunnen oder noch besser aus artesischen Heilwasserquellen.

Heilwasser

Natürliches Heilwasser stammt aus unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten , ursprünglich reinen Wasservorkommen. Es muss von ursprünglicher Reinheit sein und enthält von Natur aus die enthaltenen Mineralstoffe. Das Wasser muss direkt an der Quelle abgefüllt werden. Es muss eine vorbeugende, lindernde oder heilende Wirkung haben und erhält eine amtliche Zulassung, wenn diese wissenschaftlich nachgewiesen wurde.

Artesische Heilwasserquelle

Von einer artesischen Quellespricht man, wenn das Wasser infolge eines Überdruckes des Tiefenwassers, zum Beispiel durch den Druck der natürlichen Kohlensäure aufsteigt. Natürliches Heilwasser stammt aus unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten, ursprünglich reinen Wasservorkommen. Es muss von ursprünglicher Reinheit sein und enthält von Natur aus die enthaltenen Mineralstoffe. Das Wasser muss direkt an der Quelle abgefüllt werden. Es muss eine vorbeugende, lindernde oder heilende Wirkung haben und erhält eine amtliche Zulassung, wenn diese wissenschaftlich nachgewiesen wurde.

Bestandteile von Heilwasser

  • Calcium

Calcium  ist für die Zahn- und Knochenbildung unentbehrlich, kräftigt die Herzaktivität und hilft bei der Blutgerinnung.

  • Chloride

Chlorid ist ein wichtiger Bestandteil der Magensäure und bei der Verdauung unentbehrlich. Zusammen mit Natrium und Kalium steuern diese Stoffe den Flüssigkeitshaushalt.

  • Hydrogencarbonat

Hydrogencarbonat wird im Magen zu Kohlensäure umgewandelt, was das Säuregleichgewicht in Magen und Darm stabil hält und die Verdauung unterstützt.

  • Kalium

Kalium wirkt entwässernd und sorgt dafür, dass die Energiespeicher der Muskeln gefüllt werden können. Kaliummangel führt zu erhöhtem Blutdruck, Müdigkeit, Muskelschwäche und Herzrhythmus schwäche.

  • Magnesium

Magnesium hilft gegen Schlaflosigkeit, Krämpfe und Kopfschmerzen. Ausserdem sorgt es für gute Laune und Muskelaufbau.

  • Natrium

Natrium stabilisiert den Kreislauf, den Blutdruck und die Nerven. Natriummangel kann zu Schwäche, Übelkeit bis zum Kreislaufkollaps führen.

  • Sulfat

Hoher Sulfatanteil im Wasser wirkt abführend und Verdauungsfördernd

  • pH-Wert

Der pH-Wert ist entscheidend in welchem Masse der Körper das Wasser aufnehmen und verarbeiten kann. Gemäss der Trinkwasserverordnung darf Trinkwasser einen pH-Wert nicht unter 6,5 und nicht über 9,5 aufweisen.

Auf gut Deutsch: Trink russischen Premiumvodka dann kriegst du die Gesundheit gleich mit der Sünde verkauft.